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Wie viel sind unsere Daten im Netz wert – 2/2: Big Brother ist überall


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Das Thema Datenschutz wird vollends verwirrend, wenn man bedenkt, dass die meisten Webseiten in ihren Datenschutzbestimmungen schreiben, dass sie die Daten von Nutzern nie verkaufen oder an Dritte vermieten werden.

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Hier schreibt für Sie:

 

steffan-heuerSteffan Heuer ist brand eins-Korrespondent in Kalifornien.

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Was versprechen Unternehmen genau?

Dass sie keine Daten von Dritten kaufen oder sie tauschen werden, verspricht interessanterweise kaum ein Unternehmen. Diese Beschränkung gilt meist nur für die »persönlichen Daten« in den USA bzw. »personenbezogenen Daten« in der EU – die sensiblen Details wie vollständiger Name, Geburtsdatum oder Adresse.

Die Beschränkung, Nutzerdaten nicht zu verkaufen oder zu vermieten, gilt hingegen nicht für die eher kaum definierten anonymen Daten, die Webseiten sammeln und aggregieren. Sie sind vermeintlich anonymisiert und vom einzelnen Nutzer weit entfernt.

Das Puzzle zusammenfügen

Doch mit dem richtigen Algorithmus können diese beiden Teile des Puzzles in kürzester Zeit wieder zusammengefügt und ein Benutzer rückwirkend identifiziert werden.

»Wenn es um soziale Netzwerke geht, ist Anonymität nicht ausreichend für den Datenschutz«, lautet die wichtigste Schlussfolgerung einer wegweisenden Studie über die Praxis der Re-Identifizierung von Arvind Narayanan und Vitaly Shmatikov.

Unternehmen können herausfinden, wer Sie sind

Mit anderen Worten: Auch wenn Sie denken, die Anonymität der Masse schütze Sie, können Unternehmen herausfinden, wer Sie sind, wenn diese nur genug Teile des Datenpuzzles haben.

Die Datenhäscherei ist sogar von Ihrer Einwilligung abhängig. Wenn Sie eine neue Anwendung, wie etwa ein Spiel, starten, verlangt diese in der Regel Zugriff auf sehr private Informationen wie Geburtstage, besuchte Schulen, die Liste Ihrer Freunde und sogar Artikel im Newsfeed – allesamt wertvolle Hinweise für gezielte Werbung.

Wirklich private Nutzung: Unerschwinglich?

So lässt sich automatisch verfolgen, wer in welchen Restaurants isst oder welche Filme anschaut. Wenn ein soziales Netzwerk zwischen 5 und 20 Dollar jährlichen Umsatz pro Kunde generiert, warum bietet es Ihnen nicht Plan B für denn gleichen Betrag an, um einen wirklich privaten Dienst zu wählen?

Die Kosten würden sicherlich nicht unerschwinglich sein. Facebook, zum Beispiel, gibt nach eigenen Angaben pro Nutzer rund einen Dollar pro Jahr aus, um seine Infrastruktur am Laufen zu halten.

Modelle für den Datenschutz

Oder wie wäre es mit einem mehrstufigen Modell, in dem die datenschutzorientierten Nutzer wählen können, was sie als Gegenleistung für eine Reihe von Ermäßigungen über sich preisgeben wollen? Kabelfernsehen, iTunes und viele andere Dienstleistungen beweisen, dass die Menschen bereit sind, für den Zugang zu Inhalten zu bezahlen, die ihnen wichtig sind.

Google Apps, die Unternehmensversion der Produktivitätsanwendungen wie Gmail und Google Drive, ist übrigens eine solche Alternative. Im Gegensatz zu der kostenlosen Verbrauchervariante gibt es in der Businessversion keine Anzeigen, die darauf basieren, den Inhalt jeder Nachricht im Posteingang zu scannen. Diese Art der automatisierten Schnüffelei würde kein Geschäftskunde tolerieren.

Entwickelt, um uns in die Pfanne zu hauen!

Der Grund, warum der reguläre Verbraucher zum Opfer wird, ist einfach, sagt der amerikanische Datenschutzexperte Christopher Soghoian: »Facebook wurde entwickelt, um Ihre Privatsphäre auf Schritt und Tritt zu verletzen.

Es gibt keine Möglichkeit, ein Facebook- oder Google-Abo zu kaufen, das die Privatsphäre bewahrt. Wenn diese Firmen ihr neues Produkt als etwas bewerben würden, das den Daten schutz großschreibt, müssten sie zugeben, dass ihr reguläres Produkt nichts taugt. Diese Dienste sind per Voreinstellung ab Werk dazu da, um uns in die Pfanne zu hauen.«

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