Studieren in Europa: Bürokratie-Hürden beim Lernen im Ausland
Studieren in Europa ist nach dem Willen der Macher unglaublich einfach – und in der Realität doch unglaublich kompliziert. Worauf kommt es an?

- Studieren in Europa – die Hürden sind da
- Ist Studieren in der EU einfacher?
- Typische Bürokratische Hürden
- Wer Studieren will, muss sich um Vieles selbst kümmern
- Für Studienbewerber aus Nicht EU-Ländern ist Vieles schwerer
- Die größte Schwierigkeit ist die Finanzierung des Studiums
- Als Erasmus-Student ins Ausland
- Wie läuft ein ERASMUS-Studium ab?
- ERASMUS ist kein Selbstläufer
- Fazit: Studieren in Europa ist noch immer schwierig aber nicht unmöglich
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Studieren in Europa – die Hürden sind da
Europa rückt näher zusammen. Viele Grenzen sind in der EU schon gefallen. Auch die Universitäten räumen den internationalen Beziehungen einen besonderen Stellenwert ein und heißen, so steht es beispielsweise auf der Homepage der Uni Bonn, ausländische Studierende besonders herzlich willkommen.
Dennoch gibt es noch immer eine Reihe von bürokratischen Hürden, die Studenten aus Europa überwinden müssen, wenn sie in einem Nachbarland studieren wollen – erst recht, wenn ihr Heimatland nicht zur EU gehört. Ist das Studieren im vereinten Europa wirklich einfacher geworden?
Ist Studieren in der EU einfacher?
„Nicht unbedingt“, meint Marie-Amelie Lawn aus Frankreich. Sie hat bei ihrem Studienstart in Deutschland positive und negative Erfahrungen gemacht. Ihr französisches Abitur wurde ohne Probleme anerkannt: „Ich mußte nicht einmal die Noten übersetzen“, freut sie sich. Auch der Finanzierungsnachweis, mit dem alle ausländischen Studenten belegen müssen, dass ihnen mindestens 1300 Mark im Monat zur Verfügung stehen, war für die Französin kein Problem:
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„Da reichte eine schriftliche Bestätigung meiner Eltern aus“, erzählt sie. Anders war es anfangs jedoch mit der Sprache, obwohl sie Deutsch in der Schule gelernt hatte: „Ich habe viele Formulare, die ich ausfüllen sollte, oder die Leute auf den Ämtern einfach nicht verstanden“, berichtet sie. Außerdem mußte die Mathematikstudentin die Prüfung zum Nachweis deutscher Sprachkenntnisse (PND) bestehen, um überhaupt in Bonn studieren zu können.

Typische Bürokratische Hürden
Sie fand es allerdings schade die mündliche Prüfung ausgerechnet am ersten Vorlesungstag ablegen zu müssen. „Ich habe dadurch wichtige Einführungen an der Universität verpaßt. Das hätte man besser organisieren können“, ärgert sie sich im Nachhinein und fügt hinzu: „Da ich auch bis zum Ende der Sprachprüfung nicht wusste, ob ich wirklich in Bonn studieren kann, konnte ich auch sehr spät ein Zimmer suchen und habe daher im ersten Semester nur behelfsmäßig gewohnt.“
Viele ausländische Studenten, auch wenn sie aus einem Land der EU nach Deutschland kommen, haben bei ihrem Studienbeginn ähnliche oder größere Probleme als Marie-Amelie. Um die Schwierigkeiten möglichst gering zu halten, rät der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) in seiner Broschüre „Studium in Deutschland“ ausländischen Studienbewerbern, bereits ein Jahr vor dem Studienstart mit der Planung anzufangen. Außerdem erklärt die Broschüre das deutsche Hochschulsystem und seine Zulassungsbestimmungen, listet die Fächer, die studiert werden können, auf und gibt die Adressen der deutschen Universitäten an.
Wer Studieren will, muss sich um Vieles selbst kümmern
Um vieles müssen sich die Bewerber vom Ausland aus dann aber selbst kümmern, beispielsweise um eine Unterkunft oder um eventuelle Zulassungsbeschränkungen ihres Faches. Positiv ist allerdings, daß ein gewisser Prozentsatz an zulassungsbeschränkten Fächern für ausländische Studierende reserviert ist. Außerdem spricht der DAAD auch die Visumspflicht an:
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Für Studienbewerber aus Nicht EU-Ländern ist Vieles schwerer
Wer nicht aus den EU-Ländern kommt, muß darüber hinaus prüfen lassen, ob sein Schulabschluß ihn zum Studium in Deutschland befähigt. Auch bereits erbrachte Studienleistungen werden nicht immer anerkannt, wie Luba Lobonosov berichtet. Die Russin hatte bereits in Moskau vier Semester Mathematik studiert. In Bonn mußte sie mit dem Studium noch einmal von vorne beginnen. „In Rußland gehen wir nur zehn Jahre lang zur Schule, der russische Schulabschluß wurde mir hier wie ein deutscher Realschulabschluß angerechnet“, erzählt Luba.
Daher wurden in ihrem Fall die beiden Studienjahre als 12. Und 13. Klasse gewertet. Die Russin ist damit jedoch recht zufrieden: „Viele meiner Landsleute müssen sich auf einem Studienkolleg auf die Feststellungsprüfung, die den Zugang zur Universität ermöglicht, vorbereiten. Das ist mir erspart geblieben.“ Aber auch Luba hatte Probleme mit der PND: „Ich habe die Prüfung zunächst nach einem Jahr Sprachkurs in Marburg und dann in Bonn noch einmal gemacht, weil die Bonner Universität strengere Regelungen als andere Universitäten hat und fremde PND-Prüfungen nicht anerkennt“, erinnert sie sich.
Die größte Schwierigkeit ist die Finanzierung des Studiums
Eine der größten Schwierigkeiten ist für viele Ausländer ohne Stipendium neben der Sprache jedoch die Finanzierung ihres Studiums. „Planen Sie nicht, Ihren Studienaufenthalt durch Arbeit in Deutschland zu organisieren!“ heißt es in „Studium in Deutschland“.
Der DAAD macht klar: Studenten, die nicht aus der Europäischen Union kommen, haben deutliche Nachteile, denn sie dürfen nur drei Monate in den Semesterferien arbeiten. Wer gegen diese Regel verstößt, kann ausgewiesen werden.

Als Erasmus-Student ins Ausland
Probleme mit der Finanzierung hatte Christine Peters während ihres zehnmonatigen Italienaufenthaltes nicht. „Mein ERASMUS-Stipendium deckte zwar finanziell nur den nötigsten Bedarf ab, doch ich habe noch zusätzlich Auslandsbafög bekommen“, erzählt die Studentin der Geschichte und Italianistik. Allerdings mußte sie, bevor sie das Stipendium in der Tasche hatte, zahlreiche Anträge stellen: „Die ganze Bürokratie war schon recht umständlich“, stöhnt sie noch heute. Eine Sprachprüfung, wie sie oft üblich ist, blieb ihr allerdings erspart: „Mein Professor meinte, ich ging ja dahin, um die Sprache zu lernen“, erzählt sie.
ERASMUS (European Action Scheme for the Mobility of University Students) ist ein Austauschprogramm, das die EU 1987 ins Leben gerufen hat, um die Mobilität von Studierenden in Europa zu fördern. ERASMUS wird seit 1995 als Teil des Rahmenprogramms SOKRATES, das die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Bereich der allgemeinen Bildung verstärken soll, weitergeführt. Ein ähnliches Programm gibt es seit 1990 auch für einige Staaten Mittel- und Osteuropas sowie die Mongolei: TEMPUS (Trans-European Mobility Programme for University Studies) soll durch Zusammenarbeit der Universitäten den Reformprozeß in Richtung Marktwirtschaft und Demokratisierung der Gesellschaft unterstützte.
Wie läuft ein ERASMUS-Studium ab?
An ERASMUS können Studierende frühestens ab dem dritten Semester teilnehmen. Sie erhalten dann für mindestens drei und höchstens zwölf Monate ein Teilstipendium, das die Mehrkosten, die bei einem Auslandssaufenthalt entstehen, decken soll. Studiengebühren, die in vielen europäischen Ländern die Regel sind, werden nicht erhoben. Die Gelder für diese Stipendien werden aus Brüssel über nationalen ERASMUS-Agenturen an die Hochschulen weitergeben. Wieviel eine Hochschule erhält, richtet sich danach, wie viele Studenten und Dozenten im vorangegangenen Jahr im Rahmen des ERASMUS-Programmes ins Ausland gegangen sind.
Eine Universität muß außerdem eine sogenannte Hochschulkooperationsvereinbarungen mit einer anderen europäischen Universität getroffen haben, die den Austausch von Studenten regelt. Zu diesen Regelungen soll unter anderem auch gehören, daß die Gasthochschule die Studenten ausreichend betreut und z.B. bei der Zimmersuche hilft und daß im Ausland erbrachte Studienleistungen im vereinbarten Umfang angerechnet werden müssen.
ERASMUS ist kein Selbstläufer
Von beidem hat Christine während ihres Aufenthaltes in Italien nicht allzuviel gespürt: „Die Zimmersuche oder die Anmeldung bei der italienischen Kommune musste ich ganz alleine übernehmen“, berichtet sie und fügt hinzu: „Auch meine in Italien gemachten Examen wurden mir nur in Italianistik, nicht aber in Geschichte anerkannt.“ Dennoch möchte die Studentin die Erfahrung nicht missen:
„Ein Studium im Ausland erweitert den Horizont Ein ERASMUS-Stipendium ist der einfachste Weg, in Ausland zu gehen, denn man bekommt es relativ leicht und einige Hürden fallen doch weg.“ Christine wäre auch gerne in Italien geblieben, konnte sich aber nicht vorstellen, ihr Studium im Ausland zu beenden. „Ich würde einfach zu viel Zeit mit der Sprachprüfung oder dem Nachholen von Studienleistungen verlieren“, begründet sie.

Fazit: Studieren in Europa ist noch immer schwierig aber nicht unmöglich
Das Studieren in Europa hat sich, nicht zuletzt dank des ERASMUS-Programms enorm vereinfacht. Dennoch muss, wie die drei Beispiele zeigen, gerade an den Universitäten selbst noch einiges getan werden, um ausländischen Studierenden das Studium in Deutschland und Deutschen den Gang an eine ausländische Hochschule zu vereinfachen – vor allem innerhalb, aber auch außerhalb der europäischen Union.
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Simone Janson ist Journalistin, Verlegerin, Beraterin und eine der wichtigsten deutschen Erfolgs-Bloggerinnen laut ZEIT und Blogger-Relevanz-Index. Sie initiierte die Marken Best of HR – Berufebilder.de® und Travel2s.de sowie das Institut Berufebilder Yourweb, mit dem sie Geld für nachhaltige Projekte stiftet. Mehr zu ihr im Werdegang. Alle Texte von Simone Janson.
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2 Antworten zu „Studieren in Europa: Bürokratie-Hürden beim Lernen im Ausland“
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Danke für die zahlreichen interessanten Hinweise, insbesondere zum Studieren im Ausland.
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Danke, ich freue mich wenn auch ältere Posts noch Leser finden!
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