Studienwahl und Berufsorientierung: Augen auf für die Karriere!


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Wer in Deutschland mit der Schule fertig ist, hat bei der Berufs- und Studienwahl die Qual der Wahl: Neben 344 staatlich anerkannten betrieblichen Berufausbildungen gibt es derzeit etwa 12 700 Studiengänge und -fächer. Wie soll man da das richtige finden?

Studienwahl und Berufsorientierung: Augen auf für die Karriere! Augen

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Hier schreibt für Sie: Simone Janson ist Verlegerin, deutsche Top20 Bloggerin und Beraterin für HR-Kommunikation. Profil

Die Qual der Wahl

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Zirka 390 staatliche und private Hochschulen werben um die Gunst der Abiturienten, zudem entstehen immer neue Studiengänge. Der alte Spruch „Augen auf bei der Berufswahl“ gilt noch immer, aber bei dem unüberschaubaren Angebot fällt es Schulabgängern schwer, den Blick in die richtige Richtung zu lenken.

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Denn wenn der Schulabschluss in greifbarer Nähe liegt, dann rückt eine Frage unaufhaltsam näher: „Was mache ich danach?“ Dass man um deren Beantwortung nicht herumkommt, ist eigentlich jedem klar.

11% hat keine Ahnung

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Und dennoch haben nicht wenige Schüler/innen auch kurz vor der Abi-Feier darauf immer noch keine passende Antwort gefunden: 11 % haben sich ein halbes Jahr vor Schulende überhaupt noch nicht mit dem Thema Studien- und Berufswahl auseinandergesetzt.

Die siebzehnjährige Eva Krummenauer aus Oberbrombach bei Birkenfeld ist jedenfalls ratlos: Auch wenn sie als Schülerin der 11. Klasse noch zwei Jahre Zeit hat bis zum Abitur, beschäftigt sie sich schon jetzt mit der Studien- und Berufswahl. Doch obwohl sie verschiedene Zeitschriften wie „Mercury“ oder „Abi Berufswahlmagazin“ gelesen hat, sich über Studiengänge informiert und im Internet ein Self-Assessment-Center gemacht hat, weiß sie bislang nur eines: Sie möchte nichts mit Naturwissenschaften machen. Aber welche Möglichkeiten hat sie, herauszufinden, welches Studium oder welche Ausbildung das Richtige für sie sind?

Die eigenen Interessen überprüfen

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Barbara Knickrehm, Berufseberaterin für Abiturienten bei der Arbeitsagentur Herford, rät Schülern wie Eva, erstmal bei sich selbst anzufangen, bevor man sich von den vielen Möglichkeiten verwirren lässt:

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„Planlos im Internet Herumsurfen auf der Suche nach dem passenden Job oder Studium der ein Self-Assessment gleich zu Anfang bringen nicht viel. Besser ist es, eine ehrliche Bestandsaufnahme der eigenen Interessen und Fähigkeiten zu machen.“

Nur nicht planlos im Internet herumsurfen

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An erster Stelle steht dabei die Fragen nach den Themen, die einen besonders beschäftigen. Dazu gehören natürlich die Tätigkeiten, die Spaß machen und bei denen man den Eindruck hat, dass sie einem gut von der Hand gehen. Aber auch die Erlebnisse, die im Schulalltag und im privaten Bereich spannend sind. Eva könnte dazu regelmäßig ein Tagebuch führen, in das sie ihre Beobachtungen einträgt.

Beispielsweise könnte sie notieren, worüber sie gerne redet, welche Bücher, Zeitungs- und Zeitschriftenartikel sie mit Freude liest, welche Seiten ihr im Internet besonders gefallen oder was man sie sich im Fernsehen mit Begeisterung ansieht. Mit der Zeit schärft sich so auch ihr Blick. Vor allem sollte sie aber aufschreiben, welche Aufgaben, welches Thema sie so fesselt, dass sie jedes Zeitgefühl verliert; denn das sind meist die Dinge, die einen wirklich interessieren.

Den Blick schärfen

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In einem zweiten Schritt kann Eva dann Hinweise auf besondere Eigenschaften und Fähigkeiten sammeln, die sie selbst als Stärken empfindet, aber auch die, die ihr von Eltern oder Freunden zugeschrieben werden. Am besten schriftlich, indem sie sich fünf ihrer positiven Eigenschaften notiert und Freunde und Verwandten bittet, dies ebenfalls zu tun. Schließlich sollte Eva versuchen, für sich zu klären, was ihr in ihrem Leben wichtig ist. Gibt es einen Wert, der unumstößlich ist bei allem was sie tut und wie sie lebt? Was sind weniger wichtige Aspekte? Eine Idee wäre, kurz zu beschreiben, wie ein erfolgreiches und erfülltes Leben aussehen sollte. Barbara Knickrehm gibt jedoch zu bedenken, dass solche Übungen zwar helfen, die innere Aufmerksamkeit auf eigene Interessen, Fähigkeiten und Berufswünsche zu fokussieren, jedoch nicht unbedingt zu schnellen Ergebnissen führen:

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„Selbsterkundung ist ein Prozess, der Zeit braucht und geübt werden muss. Auch nach der ersten Entscheidung für einen Beruf oder eine Studienrichtung ist Selbstreflexion wichtig, etwa wenn es darum geht, ein konkretes Arbeitsfeld innerhalb eines Studienbereiches zu finden Ebenso spielt sie in späteren Entscheidungen für Weiterbildung oder Berufswechsel eine Rolle.“

Sich einen Überblick verschaffen

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Wenn Eva sich auf diese Weise klar gemacht, wo ihre Reise hingehen soll, kann sie zielgerichtet Informationen im Internet recherchieren. Dabei ist es hilfreich sich nicht zu sehr auf das Angebot an Studienfächern zu konzentrieren, sondern vielmehr bei den späteren Berufsbildern anzufangen. Beispielsweise haben Manager nicht immer BWL oder Management studiert – viele sind Ingenieure und haben ursprünglich in der produzierenden Industrie gearbeitet.

Als erste Anlaufstelle empfiehlt Berufsberaterin Barbara Knickrehm daher das BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit. Denn hier findet man Beschreibungen von Tätigkeiten und Aufgaben von über 3000 Berufen und erhält Informationen über Zukunftsperspektiven und Verdienstmöglichkeiten. Aber nicht nur: Das BERUFENET zeigt auch, welche Ausbildung man machen muss, um zu seinem Wunschberuf zu gelangen, nennt Alternativen und bietet Hinweise auf weitergehende Informationsquellen wie Hochschulen, Berufsverbände oder Stellenanzeigen.

Vor- und Nachteile abwägen

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Falls sich Eva überlegt, statt eines Studiums eine betriebliche Ausbildungen oder den Besuch einer Berufsfachschule zu beginnen, sollte sie Motive dafür kritisch hinterfragen: Ein Hochschulabschluss bietet langfristig immer die besseren Perspektiven.

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  • Wird beispielsweise eine Lehre nur begonnen, weil man sich in der Studienwahl unsicher ist? Verspricht sich Eva von einer Ausbildung mehr Chancen beim Berufseinstieg?
  • Oder ist es die Aussicht auf finanzielle Unabhängigkeit, die eine Entscheidung für eine betriebliche Ausbildung attraktiv erscheinen lässt?

Manche dieser „Vorteile“ verlieren angesichts neuer Entwicklungen an den Hochschulen an Gewicht. So erlauben Bachelorstudiengänge einen Hochschulabschluss in sechs bis sieben Semestern, einer Zeit, die der beruflichen Ausbildung vergleichbar ist. Auch die Zahl der dualen Studiengänge, bei denen eine betriebliche Ausbildung inklusive Bezahlung in das Studium integriert ist, steigt ständig.

Wenn sich Eva hingegen informieren möchte, welche Studiengänge es an welchen Hochschulen gibt, kann sie sich in der Datenbank von studienwahl.de einen Überblick verschaffen. Dr. Elke Mittag von der Zentralen Studienberatung der Leibniz Universität Hannover rät, zunächst den Studienbereich einzugrenzen, der einen interessiert und bei der Suche zu differenzieren – etwa nach künstlerisch-kreativen, geisteswissenschaftlich-sprachlichen, sozialwissenschaftlichen, naturwissenschaftlichen und technischen Fächern. Auf diese Weise kann Eva ihre Suche immer weiter auf einige wenige Studienfächer und Hochschulen, an denen diese angeboten werden, focusieren.

Informationen über das Studium einholen

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Wenn sich Eva einen Überblick über die verschiedenen Studienmöglichkeiten verschafft und interessante Studiengänge gefunden hat, sollte sie einige davon auswählen und sich mit diesen näher beschäftigen. Es gilt es nun, abzugleichen, ob das angestrebte Studium tatsächlich ihren Vorstellungen entspricht, zu ihr passt – und vor allem auch zum angestrebten Wunschberuf führt.

Ein Möglichkeit dazu ist, sich berufliche Vorbilder zu suchen, Eltern, Verwandte oder Freunde. Die kann Eva fragen, welche Ausbildung sie zum Ziel gebracht hat und was sie unbedingt dabei beachten sollte. Wenn sie niemanden aus dem Wunschberuf kennt, sollte sie im Internet nach entsprechenden Personen suchen. Die meisten Menschen sind in der Regel hilfsbereit und erzählen gerne über ihre Arbeit und ihren Werdegang. Auf der Suche können zum Beispiel Business-Internetplattformen wie Xing oder Linkedin weiterhelfen. Einen besonders guten Eindruck von ihrem Wunschberuf würde Eva durch ein Praktikum bekommen: Das hilft, herauszufinden, ob der Job etwas für sie ist und sie kommt in direkten Kontakt zu Menschen, die diesen Beruf schon ausüben. Da Evas Schule keine Praktikum vorsieht, könnte sie einfach mal bei Unternehmen in ihrer Region anfragen, ob ein Praktikum möglich ist.

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Stellenanzeigen für relevante Berufe lesen

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Studienberaterin Dr. Elke Mittag empfiehlt außerdem, in überregionalen Zeitungen regelmäßig die Stellenanzeigen zu den relevanten Berufen zu lesen und so herauszufinden, auf welche Studiengänge Arbeitgeber besonderen Wert legen. Nach diesen Studiengängen kann Eva sich dann an den Hochschulseiten umschauen und Aufbau, Anforderungen und Bewerbungsvoraussetzungen erkunden. Denn in jedem Studiengang müssen bestimmte Qualifikationen erbracht und bestimmte Fächer belegt werden.

Eva sollte sich auf jeden Fall genau darüber informieren, wie umfangreich diese sind und wann welche Prüfungen absolviert werden müssen. Das ist wichtig, denn viele Studienanfänger haben falsche Erwartung an ihr Studienfach und sind dann schnell frustriert, weil sie Fächer belegen müssen, die ihnen nicht gefallen – das weiß Malte Eilenstein von der privaten Studienberatung Plan Z in Berlin aus der Erfahrung mit vielen Studienabbrechern. Denn:

Welche Inhalte hat das Wunsch-Studienfach?

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„Die Webseiten der Hochschulen bieten eine Fülle von Informationen zum Studium. Man muss jedoch wissen, welche Informationen wichtig sind und wo sie zu finden sind. Wer wirklich wissen will, wie ein Studium aufgebaut ist, sollte die Prüfungs- und Studienordnung des Studiengangs lesen“,

erklärt Eilenstein. Denn nur hier ist im Detail aufgelistet, was auf einen zukommt und welche Veranstaltung/Vorlesung wann zu absolvieren ist. Viele Hochschulen haben zu den Studiengängen auch sogenannte Modulhandbücher erstellt, in denen man sogar noch den jeweilige Inhalt der einzelnen Veranstaltungen findet. Die Prüfungs- und Studienordnungen werden in der Regel auch auf den Internetseiten des Prüfungsamtes oder des Fachbereiches veröffentlicht oder sind direkt bei der Hochschule zu bekommen. Neben den Studieninhalten ist aber auch das Studienumfeld sehr wichtig für ein erfolgreiches Studium. Fühlt sich jemand an der Hochschule wohl? Sind die Kommilitonen und Professoren nett? Wie voll sind die Hörsäle? Ist die Bibliothek gut bestückt? Wie bürokratisch ist die Hochschulverwaltung?

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Schnupperstudium und Hochschulinformationstage

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„Denn wem es an seiner Hochschule nicht gefällt, wird Probleme haben seine volle Motivation für das Studium aufzubringen.“

berichtet Malte Eilenstein von Plan Z aus seiner Beratungserfahrung. Daher sollte Eva interessante Hochschulen einfach mal besuchen und sich in eine Vorlesung aus dem Wunschstudienfach setzen. Die findet sie im Vorlesungsverzeichnis. Einige Hochschulen bieten Schülern auch die Möglichkeit, als Schnupperstudierende an den regulären Hochschulveranstaltungen teilzunehmen. Anschließend sollte Eva das Gespräch mit den künftigen Kommilitonen suchen. Die haben meistens viel über ihr Studienfach zu erzählen. Auch Alumni-Netzwerke helfen hier weiter, indem sie Kontakte zu Studenten oder Absolventen vermitteln.

„Der Besuch regulärer Veranstaltungen ist dann sinnvoll, wenn man schon genauer weiß, in welche Richtung es gehen soll. Wer sich erstmal einen Überblick verschaffen will, für den bieten Hochschulinformationstage eine gute Gelegenheit“,

rät Studienberaterin Dr. Elke Mittag. Solche Veranstaltungen, die Schülern wie Eva einen breiten ersten Eindruck vom Studienangebot vermitteln sollen, finden regelmäßig an fast allen Hochschulen statt. Mal sind es einfache Infoveranstaltungen und Vorträge, mal ganze Sommeruniversitäten und Schülercolleges, die möglichst anschaulich zeigen sollen, was an der Hochschule passiert. Interessierte erfahren mehr über die Hochschule und das Studienangebot, können sich den Fachbereich und die Labore genauer ansehen sowie mit Lehrenden und Studierenden ins Gespräch kommen. Nicht selten können Schüler aber auch ganz praktische Erfahrungen sammeln und eigene Experimente durchführen. Studieninteressierte sollten sich allerdings klar machen, dass Hochschulen mit ihren Angeboten, seien es nun Informationsveranstaltungen oder Self-Assessments im Internet, oft auch eigene Interessen verfolgen – zum Beispiel indem sie gezielt Studienfächer mit sehr geringen Bewerberzahlen besonders attraktiv machen.

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Aktionsplan Berufswahl: Wie komme ich zu einer Entscheidung?

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Dies ist als praktische Übung gedacht, um Sie bei der Berufs- oder Studienwahl zu unterstützen. Nehmen Sie sich für die folgenden Fragen ausreichend Zeit (wenigstens einen Nachmittag, besser aber ein paar Stunden an mehreren aufeinander folgenden Tagen). Schreiben Sie sich auf, was Ihnen zu den einzelnen Fragen einfällt. Sprechen Sie, wenn Sie nicht weiterkommen, mit Freunden oder Familienangehörigen über die Fragen.

1. Bestandsaufnahme

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Was sind meine Interessen?

  • Welche Situationen interessieren mich, welche Tätigkeiten machen mir Spaß (in der Schule, Familie, Freizeit)?
  • Worüber rede ich gerne mit Freunden?
  • Für welche Tätigkeiten hätte ich gerne mehr Zeit?

Welche Fähigkeiten und Talente habe ich?

  • Was fällt mir leicht und warum?
  • Wobei habe ich Erfolg?
  • Was trauen mir andere zu?
  • Welche meiner Begabungen könnte ich mehr als bisher nutzen?

Welche besonderen Kenntnisse und Fertigkeiten habe ich?

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  • Was habe ich im Laufe der Jahre in der Schule, Familie, bei Hobbys gelernt?
  • Welche Aufgaben fülle ich in Familie und Freizeit aus (z.B. Tätigkeiten im Haushalt, in Jugendgruppen)? Welche Jobs hatte ich?
  • Was davon konnte/kann ich gut und mache ich gern?

Mit welchen Eigenschaften kann ich mich kurz selbst beschreiben? z.B. meine besonderen Merkmale, meine persönlichen Eigenschaften:

  • z.B. ich kann geduldig zuhören
  • z.B. ich bin freundlich
  • z.B. ich habe viel Verständnis für andere

2. Bewertungskriterien

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  • Welche Wünsche habe ich an meine Lebensgestaltung? Stehen Partnerschaft und Familie auf der gleichen Rangstufe wie der Beruf?
  • Will ich beruflich nur das tun, was mir wirklich Spaß macht und nehme dafür materielle Unsicherheiten in Kauf oder ist Sicherheit für mich wichtiger?
  • Bin ich bereit, für meine berufliche Karriere auf private Aktivitäten zu verzichten?
  • Will oder muss ich möglichst schnell eigenes Geld verdienen?
  • Ist es für mich wichtig, in räumlicher Nähe zu meiner Familie/meinen Freunden zu bleiben oder kann ich mir vorstellen, woanders hinzugehen?
  • Welche Arbeitsbedingungen sind für mich noch von Bedeutung (Umgebung, Kollegen, Arbeitszeiten; Geld, Aufstiegsmöglichkeiten)?
  • Wer oder was hat mich in diesen Meinungen und Vorstellungen beeinflusst? Welchen Einfluss haben meine Eltern auf meinen Berufswunsch?

3. Zielentwicklung

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  • Was würde ich gern in zehn Jahren tun oder sein?
  • In welcher Umgebung und mit welchen Menschen möchte ich leben und arbeiten?
  • Mit welchen Aufgaben möchte ich mich befassen?
  • Welche Wünsche könnte ich dann haben?

4. Handlungsansätze und Alternativen

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  • Wenn ich die Ergebnisse von Punkt 1-3 betrachte: Welche Tätigkeitsfelder kristallisieren sich heraus?
  • In welchen Berufen kann ich diese Tätigkeiten verwirklichen? Gibt es Alternativen?
  • Was spricht für, was gegen jede einzelne Alternative? Jeweils Vorteile / Nachteile auf einem Blatt gegenüberstellen
  • In welche Rangfolge kann ich die Berufsideen bringen? Fallen einzelne ganz heraus?
  • Wenn ich die am besten bewerteten Berufsideen betrachte: Welche Probleme könnten bei deren Umsetzung auftreten (z.B. kaum Ausbildungsstellen vorhanden, zu schlechte Noten)?
  • Was kann ich tun, um diese Probleme zu verringern oder zu umgehen? (z.B. Anstrengung in bestimmten Fächern, Auslandsstudium)

5. Entscheidungsüberprüfung

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  • Erfüllen der oder die Berufe (oder Studienrichtungen), für die ich mich entschieden habe, die meisten Bedingungen, die mir wichtig sind (s. Punkt 2)?
  • Wenn ich mich noch nicht entscheiden konnte: Was fehlt mir noch zu einer Entscheidung? Wie kann ich weiter vorgehen?
  • Kann ich meine Entscheidung meinen Freunden, Eltern usw. gegenüber begründen?
  • Welche Situationen interessieren mich, welche Tätigkeiten machen mir Spaß (in der Schule, Familie, Freizeit)?
  • Worüber rede ich gerne mit Freunden?
  • Für welche Tätigkeiten hätte ich gerne mehr Zeit?

6. Realisierung

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  • Wo kann ich den ausgewählten Beruf erlernen? (Informationen sammeln über Ausbildungsstätten und Studienorte, z.B. Berufsfachschulen, Betriebe, Hochschulen)
  • Wie bewerbe ich mich?
  • Welche Alternativen plane ich ein, wenn meine Bewerbung fehlschlägt?

Self-Assessment und Studienberatung

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Immer mehr Hochschulen bieten Studienbewerbern auch virtuelle Studienberatungen, Web-Basierte Eignungstests oder Self-Assessments an. Eva hat einen solchen Test ja schon gemacht, und dabei festgestellt, dass das Ergebnis auch sehr verwirrend sein kann. Denn nicht jeder Test ist für jeden zu empfehlen, da Inhalte und Ausrichtungen sehr unterschiedlich sind: Einige sind reine Eignungstest, bei denen nur das vorhandene (Fach)wissen abgefragt wird und der Bewerber am Ende eine Empfehlung für oder gegen das Studienfach erhält. Andere helfen als Self-Assessment mit einer Mischung aus umfangreichen Informationen zu Studium, Hintergrundwissen aus der beruflichen Praxis und Selbst-Test, eine Entscheidung zu treffen. Solche Tests können helfen, mit falschen Vorstellungen von einem Studienfach aufzuräumen, führen aber, wie bei Eva, nicht immer zum gewünschten Ziel.

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Außerdem es gibt ein paar Nachteile: Die Qualität eines Self-Assessments ist immer auch von der Intention seiner Macher abhängig. Selbst wenn die Tests, wovon man bei Self-Assessments an Hochschulen ausgehen kann, nach wissenschaftlichen Methoden erstellt und vorab ausreichend getestet wurden: Nicht immer entsprechen die dargestellten Inhalte, Anforderungen und Ergebnisse auch der Realität.? Welcher Realität sollen sie nicht entsprechen – sie sind oft doch gerade auf spezifische Studienanforderungen zugeschnitten…. Getestet werden häufig nur Teilbereiche der eigenen Fähigkeiten, so dass Testergebnisse keine umfassenden und eindeutigen Aussagen treffen können. Viele Angebote beziehen nur die Studienfächer der eigenen Hochschule mit ein, einige Hochschulen haben ihr Online-Angebot auch nur auf bestimmte Studienfächer beschränkt. Und Self-Assessments berücksichtigen in der Regel nicht, dass sich die Studieninteressierten im Laufe der Zeit noch entwickeln können.

Außerdem gibt es neben zahlreichen seriösen Anbietern auch Firmen, die nur das schnelle Geld machen wollen: Vorsicht ist zum Beispiel geboten, wenn Anbieter einen Berufs- oder Studienwahltest oder Beratung nur gegen eine hohe Bezahlung anbieten, ohne nähere Informationen über das Verfahren zu liefern. Oder wenn als Telefonnummer nur eine teuere 0180- oder 0900-Nummer genannt wird. Das macht die virtuellen Verfahren zur Orientierung nicht völlig überflüssig, sie sollten aber lediglich als ein Baustein unter vielen anderen im gesamten Entscheidungsprozess angesehen werden.Wie Berufsberaterin Barbara Knickrehm erläutert:

Was bringen Berufwahltests?

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„Zwar gibt es zahlreiche Tests, die auf einer fundierten wissenschaftlichen Grundlage basieren, wie etwa der kostenlose BORAKEL der Universität Bochum oder der noch vergleichsweise günstige EXPLORIX, doch ein Test sollte eigentlich nur die Grundlage für ein Beratungsgespräch bilden, Daher sollte man die Ergebnisse eines Online-Tests auf jeden Fall noch mit einem Berater besprechen, der dann viel besser Aussagen zur Berufs- oder Studienwahl treffen kann.“

Wenn Eva mit also mit der Berufs- bzw. Studienwahl nicht weiterkommt, sollte sie einen professionellen Berater aufsuchen – zum Beispiel Berufsberatung der Arbeitsagentur: Die kann nämlich jedem Ratsuchenden, individuell vom persönlichen Profil ausgehend, alle Möglichkeiten, aufzeigen und dann den Prozess der Studienwahl bis zur Entscheidung begleiten. Wie das im Detail aussieht, muss mit dem Berater vorab genau abgesprochen werden: Bei manchen Klienten reicht ein Gespräch, bei anderen brauchen die Berater mehrere, um herauszufinden, wie sie genau helfen können. Aber die Beratung bei der Arbeitsagentur hat auch Ihre Grenzen, wie Barbara Knickrehm erläutert:

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„Ein mehrmonatiges Coaching ist nicht möglich. Das hängt vor allem mit dem Zeitmangel zusammen, denn nicht alle Arbeitsagenturen sind gleich stark besetzt und jeder Berater muss tagtäglich eine große Masse an Anfragen bewältigen.“

Studienberatungen an Hochschulen nutzen

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Eine andere Anlaufstelle sind Studienberatungen an den Hochschulen: Da ist zunächst die Allgemeine oder Zentrale Studienberatung. Sie kennt das Umfeld und die Strukturen, hat den Überblick über alle Angebote der Hochschule und kann weitere Ansprechpartner nennen. Die Zentrale Studienberatung kennt jedoch weniger die spezifischen Inhalte eines Studienfachs. Dafür kann sich Eva an die Fachstudienberatung wenden, die die spezifischen Studieninhalte und Anforderungen eines Faches vermitteln kann. Dabei gibt es Unterschiede zu beachten, wie Studienberaterin Dr. Elke Mittag erläutert:

„Studentische Fachberatungen sind oft näher am Studiengeschehen dran als die Dozenten, beide haben jeweils eine spezifische Sichtweise über die Anforderungen. Aber auch sie kennen nicht immer den gesamten Studienablauf und wissen umfassend über die beruflichen Perspektiven Bescheid.“

Private Studienberatung

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Wenn sich Eva deshalb bei der Arbeitsagentur oder an der Hochschule nicht ausreichend beraten fühlt, könnte sie zusätzlich noch eine private Berufs- oder Studienberatung aufsuchen. Denn auch wenn die entsprechend teuer ist: Private Berater haben häufig weniger Klienten als die Berufsberater der Arbeitsagenturen und daher mehr Zeit, auf deren Wünsche auch individuell einzugehen. Außerdem sind private Berater in der Regel völlig unabhängig, während die kostenlosen Studienberatungen der Hochschulen meist nur speziell zum Angebot der eigenen Hochschulen Auskunft geben. Und kommerzielle Berater verstehen sich als Servicedienstleister, die ihre Kunden zufrieden zu stellen wollen: Das geht auch schon mal über die eigentliche Beratung hinaus, wie Malte Eilenstein von Plan Z erklärt.

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„Wenn sich jemand nicht mit den Studienempfehlungen anfreunden kann, suchen wir gemeinsam weiter nach passenden Studienmöglichkeiten, und zwar so lange, bis wir eine zufriedenstellende Lösung gefunden haben.“

Ob Arbeitsagentur, Hochschule oder private Beratung: In jedem Fall kommt es auf Qualität der Beratung an: Ein schlechtes Beratungsgespräch kann schnell zum frustrierenden Erlebnis werden und sogar eine abschreckende Wirkung haben. Außerdem gibt es unterschiedliche Beratungsmethoden, die nicht für jeden das richtige sind; so legen einige Berater mehr Gewicht auf psychologische Aspekte, andere vermitteln vor allem Informationen. Eva sollte sich daher vorab mit dem Berater genau absprechen, wie dieser vorgehen wird und vor allem klar machen, was sie von der Beratung erwartet. Nur auf diese Weise kann sie auch feststellen, ob die Chemie zwischen ihr und dem Berater überhaupt stimmt, denn das ist ebenfalls wichtig für den Beratungserfolg. Auch sollte sie sich nicht nur auf ein Beratungsgespräch beschränken, sondern je nach Wissens- und Erkenntnisstand die passenden Experten zu Rate ziehen.

Fazit

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In dem unüberschaubaren Angebot an Möglichkeiten ist es nicht einfach, das Richtige für sich herauszufinden. Auch wenn Eva bereits frühzeitig damit angefangen hat, sich über die Berufs- und Studienwahl Gedanken zu machen, stellt sie nun fest:

Es reicht eben nicht, nur ein paar Artikel zu lesen oder einen einzigen Online-Test zu machen, um zu wissen, was man will. Viel mehr ist die Wahl des richtigen Berufs ein komplizierter Prozess aus Selbstfindung und Informationssuche, der auch viel Zeit kostet. Eva hat dafür nun einige Anregungen bekommen, wie sie dabei systematisch vorgeht. In jedem Fall wird sie aber auch einen professionellen Berater aufsuchen, sei es bei der Arbeitsagentur, der Hochschule oder einer privaten Beratung.

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  1. Lara Hertle

    Ihr Beitrag gefällt mir sehr gut, viele nützliche Infos, da auch ich mich mit diesem leidigen Thema herumplage.

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