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Auf den richtigen Stress kommt es an – Teil 1: Von Boreout bis Burnout



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Wir träumen von einem Leben ohne Stress und mit viel Entspannung. Doch mal Hand aufs Herz: Wollen Sie das überhaupt? Stellen Sie sich mal ganz realistisch ein Leben ohne Stress vor – wäre das nicht gähnend langweilig? Auch aus psychologischer Sicht ist es sinnvoller, das Wörtchen „Stress“ einmal differenzierter zu betrachten, statt einfach nur rot zu sehen.

Rot-Sehen bei Stress


Hier schreibt für Sie:

 

82Dr. Martin Christian Morgenstern ist ein Verhaltensforscher und Evolutionspsychologe.

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Was ist Stress eigentlich?

Meine Kernthese kann ich in eine einfach Aussage packen: Zuviel Stress ist unangenehm, zu wenig auch. Ein mittleres Stressniveau ist perfekt! Doch was genau ist Stress eigentlich?

Betrachten wir Stress einfach mal näher: Stress kann nämlich in 3 Stufen unterteilt werden. Zu wenig Stress, konzentrierender Stress und zu viel Stress.

Unterforderung: Das Boreout-Syndrom

Zu wenig Stress haben wir dann, wenn wir entweder müde sind oder uns die Aufgabe langweilt, sprich unterfordert. Unterforderung entsteht klassisch bei Routineaufgaben, weil diese von unserem Unterbewusstsein quasi im Schlaf erledigt werden können.

Aber auch wenn Situationen für uns, im wahrsten Sinne des Wortes, reizlos sind, gehen wir in den Modus Unterforderung. Denken Sie in diesem Zusammenhang einmal an endlose Meetings, simple Routineaufgaben oder langweilige Vorträge.

Wir erkennen Unterforderung immer daran, wenn wir uns ziellos in Gedankenwolken aufhängen oder wir schlicht unkonzentriert sind. Diese Stressstufe macht keinen Spaß, wie unlängst auch eine neue Harvard Studie gezeigt hat.

Gut arbeiten können durch konzentrierenden Stress

Konzentrierenden Stress empfinden wir bei einer leichten Herausforderung. Dann haben wir unsere Handlung zwar noch im Griff, aber sie erfordert unsere volle Aufmerksamkeit, damit es klappt. In dieser Stufe sind wir voll bei der Sache und die Zeit vergeht wie im Flug.

Sie haben diesen Zustand häufig dann, wenn Sie Ihren Aufgaben mit Leidenschaft nachgehen. Um diese Stressstufe zu erkennen, fragen Sie sich einfach nur, ob Sie etwas gerade „machen wollen oder müssen?“ Ziel sollte es sein, möglichst häufig und möglichst lange auf dieser Stufe des „Wollens“ zu sein.

Kontrollverlust: Angst vor dem Burnout

Und zu guter Letzt gibt es noch den Stress, von dem wir sprechen, wenn wir sagen „das stresst mich!“ Ab diesem Punkt entzieht sich eine Situation immer mehr unserer Kontrolle. Kontrollentzug entsteht daneben auch immer dann, wenn wir eine Aufgabe „machen müssen“.

Typische Situationen für Kontrollverlust kennen Sie zum Beispiel, wenn Sie auf dem Weg zu einem wichtigen Termin plötzlich in einen längeren Stau geraten. Oder Sie merken, eine Deadline nicht einhalten zu können, haben einfach zu viele Aufgaben für ein Zeitfenster oder einfach keine Lust auf etwas.

Im zweiten Teil des Beitrags werde ich Ihnen 7 praktische Tipps geben, wie Sie am Arbeitsplatz ein gesundes Stresslevel erreichen.

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