Sozialversicherungsbetrug für den guten Zweck: Welthungerhilfe sucht Scheinselbständige!


Uns bewegt, die Arbeitswelt menschlicher zu gestalten – ohne ständigen Effizienzdruck, Stress und Angst. Als Verlag Best of HR – Berufebilder.de® mit Podcast, eLearning-on-Demand-Angebot und News-Dienst geben wir über 15 Jahre Erfahrung an unsere Kunden (u.a. Samsung, Otto, staatliche Institutionen) weiter. Von der Top20-Bloggerin und Beraterin Simone Janson, referenziert in ARD, ZEIT, Wikipedia.
Bildmaterial erstellt von Simone Janson | Best of HR - Berufebilder.de®

Werbung, PR, Journalismus, Weiterbildung: Scheinselbständige Arbeitnehmer sind in vielen Branchen recht und billig. Die müssen zwar mit festen Arbeitszeiten im Büro des Unternehmens arbeiten, sich aber bitte selbst versichern. Dass das nun auch die Welthungerhilfe macht, zieht mir doch die Schuhe aus.

Sozialversicherungsbetrug für den guten Zweck: Welthungerhilfe sucht Scheinselbständige! Sozialversicherungsbetrug für den guten Zweck: Welthungerhilfe sucht Scheinselbständige!

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Hier schreibt für Sie: Simone Janson ist Verlegerin, deutsche Top20 Bloggerin und Beraterin für HR-Kommunikation. Profil

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Wichtiger Hinweis

Dieser Beiträg enthält Inhalte und Angaben, die möglicherweise nicht mehr aktuell sind, z.B. aufgrund gesetzlicher oder statistischer Veränderungen. Weil er dennoch hilfreich sein kann, einen Überblick zum Thema zu bekommen, können Sie ihn weiterhin hier finden.

Das Stellengesuch

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Andre Paetzel hat mich netterweise via Twitter auf diese Ausschreibung aufmerksam gemacht, mit der Welthungerhilfe einen Mitarbeiter bzw. eine Mitarbeiterin mit Beginn ab 15.12.2010 sucht – und zwar freiberuflich.

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Was gesucht wird, klingt zunächst einmal völlig normal – nur die letzten Punkte lassen mich stutzen:

    • mehrjährige Erfahrung als Online-RedakteurIn
    • Sehr gute Kenntnisse in Typo3 und Photoshop (erforderlich) und in HTML (vorteilhaft)
    • Erfahrung mit Social Media Aktivitäten in Organisationen (erforderlich) sowie bei der Entwicklung von Social Media Strategien und Kampagnen (wünschenswert)
    • Erfahrung im Suchmaschinenoptimierung, Onlinemarketing ist kein Fremdwort
    • hohe Affinität zu Themen und Entwicklungen rund um Internet und Multimedia
    • Affinität zu entwicklungspolitischen Themen und zu Fundraisung
    • Muttersprache deutsch und gute Englischkenntnisse
    • starke Eigeninitiative und Einsatzbereitschaft

Bis hierhin alles ganz normal, aber dann steht da:

    • wohnhaft im Köln-Bonner-Raum

Der Zeitaufwand zur Bewältigung der Aufgaben beträgt schätzungsweise 30 Stunden / Woche.

Verkappte Scheinselbständigkeit

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Was für mich ganz stark darauf hindeutet, dass eigentlich jemand gesucht wird, der 30 Stunden in der Woche vor Ort arbeitet, weil es ja sonst völlig egal ist, wo der Mitarbeiter wohnt. Und unter einer selbständigen Tätigkeit stelle ich mir auch etwas anderes vor, als dass mir mein Auftraggeber die Arbeitszeit auch schon vorgibt.

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Für mich klingt das glatt nach einer verkappten Form von Scheinselbständigkeit, Motto: Eigentlich möchten wir jemanden einstellen, wollen aber die Sozialversicherung sparen. Das mit den Praktikanten hat bisher nicht so geklappt. Also suchen wir nach einem freien Mitarbeiter, Problem gelöst.

Sozialversicherungsbetrug als Normalzustand?

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Wie gesagt, von Verlagen, in der Werbung oder in der PR kennt man das Problem schon längt. Im Gegenteil, die Art und Weise, wie dort Arbeits- und Sozialrecht ausgehölt werden, scheint keinem mehr groß aufzufallen. Dabei handelt es sich bei derartigen Arbeitsverhältnissen, ganz schlicht ausgedrückt, um Sozialversicherungsbetrug.

Von der Deutschen Welthungerhilfe e.V., die sich selbst mit den Worten "eine der großen und angesehenen privaten Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit und Humanitären Hilfe in Deutschland. Gemeinnützig... für eine gerechtere Zusammenarbeit mit den Entwicklungsländern" beschreibt, hätte ich da erwartet, dass sie bei den eigenen Mitarbeitern anfängt und sich zumindest gesetzeskonform verhält.

Auf einer Augenhöhe

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Und nein, ich habe nichts gegen Freiberufler – aber wohl was gegen diese Form der Selbständigen-Ausnutzerei: Denen sollte man dann aber auf einer Augenhöhe begegnen und ihnen nicht Arbeitsort  und Zeit aufzwingen. Wer in seinem Job gut ist, wird das ohnehin nicht mit sich machen lassen.

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  1. Michael W. Felser

    Scheinselbständigkeit ist leider auch bei sozialen Organisationen verbreitet. Und im öffentlichen Dienst ("Honorarkräfte"). Der Staat beteiligt sich auch gerne daran, Sozialversicherungsbeiträge zu sparen.

    Michael W. Felser

    • Simone Janson

      Danke für den Hinweis. Ja das ist leider traurig, dass sich das System an der Stelle selbst pervertiert.

  2. Simone Janson

    Zu dem Thema hatte ich grade kürzlich ein schönes beispiel @SvenjaHofert @dastutmannicht #welthungerhilfe #mitarbeiter

  3. KompetenzPartner

    Sozialversicherungsbetrug für den guten Zweck? Welthungerhilfe sucht Scheinselbständige!: Werbun...

  4. Simone Janson

    Frisch gebloggt: Sozialversicherungsbetrug für den guten Zweck? Welthungerhilfe sucht…

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