Es sind schon viele Dinge zur Frage des Social Media Managers gesagt worden. Bislang wurde diese Diskussion jedoch immer auf einen Umstand reduziert: Die Frage nach seiner Ausbildung. Was ist mit Spezialisierung?

Warum die Social-Media-Branche sich spezialisieren muss: Keiner kann alles!

Eierlegende Wollmilchsau war gestern

Die Art und Qualität der Ausbildung wurde bislang genauso diskutiert, wie die Frage der Professionalität einiger Anbieter. Im Kern haben viele Social Media Manager ein relativ breites Portfolio. Hier soll es jetzt aber um die Aufgaben und Tätigkeiten als Teil einer möglichen Spezialisierung gehen.

Eine Spezialisierung im engeren Sinne kann bzw. konnte bislang nicht erfolgen, da der Anspruch vor allem darin bestand, den Kunden ganzheitlich zu beraten. Die Komplexität der Plattformen und die unterschiedlichen Ausrichtungen zeigen jedoch in vielen Fallbeispielen, dass die reine Kenntnis und tägliche Nutzung nicht für eine professionelle Umsetzung unt. Projekte ausreicht.

Guter Rat kann in Krisen teuer werden

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Erst jüngst zeigte das Beispiel eines Gewinnspiels, dass guter Rat oft sehr teuer werden kann, wenn dabei Richtlinien von sozialen Netzwerken ausser Acht gelassen werden.

Im vorliegenden Beispiel hat Romy Mlinzk im Rahmen eines Blogbeitrags eine sehr gute Aufarbeitung des Problems inkl. der Perspektive des Ausbildungsunternehmens vorgenommen. Im Kern zeigt sich also, dass es nicht unbedingt von der Qualität der Ausbildung abhängt, ob jemand in seinem Beruf gute oder schlechte Arbeit leistet. Die Konsequenz aus solchen Beispielen kann also lediglich sein, dass man sich spezialisiert.

Facebook 1, Rest nicht vorhanden?

Das meint jedoch nicht, die anderen Plattformen ausser Acht zu lassen, sondern sich in den Netzwerken, die einem besonders liegen und in Kombination ein gutes Gesamtbild abgeben, verstärkt zu engagieren und Kunden hauptsächlich in diesem Segment zu beraten.

Wobei fraglich ist, ob es z.B. klug ist, nur in Bild- und Videonetzwerken einen Schwerpunkt zu setzen.

Glaubwürdig und verlässlich

Für den Kunden – und um nicht weniger geht es hierbei – birgt dieses Vorgehen den Vorteil, dass er sich auf den Anbieter verlassen kann, da er die Kompetenz in allen Bereichen voraussetzen kann und dies eine Steigerung der Glaubwürdigkeit der gesamten Branche beinhaltet.

Dies eröffnet für die vielen Social Media Manager neue Perspektiven, da sich die Spezialisierung durchaus unterschiedlich auswirken kann und somit neue Geschäftspotenziale entstehen.

Die Qualität der Arbeitsleistung steigt

Die Qualität der Arbeitsleistung steigt indes weiter, da die Konzentration auf bestimmte Aufgaben die effektivere Nutzung vorhandener Ressourcen zulässt: Wer z.B. bislang Facebook, Twitter und Google + betreuen musste, hatte vielleicht weniger Zeit sich um Entwicklungen auf Twitter zu kümmern.

Ganz zu schweigen davon, Dinge wie Vine zu nutzen. Fällt nun etwa Google+ weg, weil dort nicht die Kernkompetenz liegt, dann eröffnet dies weitere Möglichkeiten in der Intensität der Betreuung der anderen Kanäle.

Arbeitsaufwand steigt täglich mit der Veränderung der Userbedürfnisse

Viele Unternehmen haben noch nicht verstanden, dass Social Media keine Geschäftszeiten hat. Insofern passiert es – je nach zu betreuendem Kanal – nicht selten, dass auch ausserhalb der Arbeitszeiten Anfragen oder Interaktionen erfolgen.

Gerade bei dringenden Anliegen zB nach 18 Uhr, schickt es sich nicht unbedingt erst am kommenden Morgen ab 10 Uhr zu antworten. Insofern schafft eine Spezialisierung auch Ressourcen, um derlei Probleme angehen zu können.

Nachteil: Unternehmen können mit der Professionalisierung kaum Schritt halten

Der wirkliche Nachteil liegt bei den Unternehmen, deren finanzielle Mittel kaum dazu ausreichen einen Social Media Manager zu beschäftigen. Denn diese können bei der andauernden Professionalisierung kaum Schritt halten.

So wird es – ähnlich wie in der klassischen Werbung – zu einem Kurswechsel kommen: Wem die Mittel zum Schritt halten fehlen, der muss damit leben, dass er ein latentes Risiko miteinkauft.

Der Mehrwert geht verloren

Zudem geht der eigentliche Mehrwert – die Wertschöpfungskette des Unternehmens – bei der Betreuung (zu) vieler Kanäle verloren: Der Dialog mit dem Kunden, die Einbeziehung in Entwicklungen und Aktionen zur Steigerung von Reichweite und Kommunikation werden häufig mit Gewinnspielen künstlich zu pushen versucht.

Dabei nimmt jedoch nicht immer der Kunde teil, der das Produkt mitunter Jahre schon nutzt, sondern viele Menschen fühlen sich durch den reinen Gewinn zur Teilnahme aufgefordert.

Resourcen müssen überschaubar bleiben

Damit die Qualität des Kundendialogs und der Interaktion mit dem Unternehmen wieder ansteigen kann, ist es wichtig, dass die Ressourcen überschaubar bleiben. Im Kern steht die Aufgabe des Social Media Managers als (Ver)Mittler zwischen Unternehmen und Kunden.

Die vielen Anforderungen, welche seitens der Plattform in der vergangenen Zeit auf ihn einprasseln, nimmt jedoch Vielen die Zeit, sich mit den Beiträgen intensiv zu befassen und die damit verbundene Wertschöpfung vollends auszunutzen.

Zu viele Köche verderben den Brei – das wissen wir alle

Wenn man all diese Argumente zusammenfasst, dann zeigt sich vor allem eins: Die Professionalisierung des Social Media Managers hängt keinesfalls von seiner Ausbildung ab, sondern viel eher von der Frage des Umgangs mit dem Erlernten.

Ein Wirtschaftswissenschaftler wird auch eher in seinem Schwerpunkt zB Marketing eingestellt als in seiner Profession als Wirtschaftswissenschaftler. Diesen Schritt müssen Social Media Manager endlich vollziehen.

Viele sind einfach überfordert

Wenn man die Diskussionen um Ausbildungsqualität nämlich auf dieses Niveau hebt, dann zeigt sich schnell, dass Viele einfach überfordert damit sind, sich gleichermassen auf dem Laufenden zu halten, wodurch Fehler entstehen, die allen Seiten schaden.

Dieser Schritt braucht Mut, denn er geht mit einem klaren Bekenntnis, das nicht selbstverständlich ist, einher: Dem Bekenntnis nicht alles können zu wollen, sondern in den Bereichen, die einem liegen, besonders stark zu sein. Das ist nicht jedermanns Sache, aber wollen wir alle warten bis zu viele Fehler passiert sind und die Branche ihren Ruf weg hat?

Wohl kaum.


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