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Situationsbezogen führen – 1/3: 5 Tipps für die Führung der Generation Y



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Situationen, in denen Führungskräfte richtig handeln und entscheiden sollen, sind so vielfältig wie die davon betroffenen Mitarbeiter. Neben den Rahmenbedingungen des Unternehmens ist der zwischenmenschliche Aspekt ein entscheidender Faktor.

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Stefan Häseli Portrait 1_quadrStefan Häseli ist Berater für Organisationsentwicklung.

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Generation Y!

Dem X folgt das Y – nicht nur im Alphabet. Auch in der Generationenfolge. Emanzipation, wachsender Wohlstand, Ersetzbarkeit des Einzelnen formten die Babyboomer (geboren 1950 bis 1965). Bei Generation X (1965 bis 1980) dominierten Umbruch, fehlende Sicherheit und wachsende Individualität.

Optimismus und Selbstbewusstsein prägen die Generation Y (1980 bis 1995). Die Millennials definieren Führung neu. In den Unternehmen halten sich die Vorurteile mit den Herausforderungen und Chancen die Waage. Sowohl die vorausgehende als auch die nachfolgende Generation sollte sich damit auseinanderzusetzen.

Keine Selbstverständlichkeit

Das Y steht für (WH)Y, für WARUM – das Hinterfragen von Althergebrachtem. Damit fordert die Generation Y nicht nur die Arbeitswelt, sondern vor allem die FührungsWelt ihrer Vorgesetzten heraus.

Die oft andere Vorstellung von dem, was Arbeit ausmacht (Spaß contra Pflicht) und wie Arbeit abläuft (selbstbestimmt statt Stechuhr) führt zu Konflikten – im Team und in der Führung.

Vielfältige Vorurteile

Verwöhnt, selbstgefällig und viel zu hohe Ansprüche – so die Aussagen älterer Mitarbeitern, wenn es um die Generation Y geht. Umgekehrt hält diese die Generation X für nicht flexibel, nicht belastbar und unfähig, das Leben zu genießen.

Dem Wunsch, sich eigenverantwortlich einzubringen und sich selbst zu verwirklichen, stehen formeller Umgang, geringe Kommunikation und für sich behaltenes Wissen gegenüber.

Grenzen einreißen

Offenes und faires Miteinander ist wichtig, um allen die Grenzen im Kopf einzureißen und nach gangbaren Wegen in der täglichen gemeinsamen Arbeit zu suchen. Schließlich müssen die Millennials bald die Lücken schließen, wenn die letzten Babyboomer in Rente gehen.

Das Y-Lebensbild

Die heimlichen Revolutionäre wissen, dass sie als Fachkräfte ein knappes Gut und deshalb heiß begehrt sind. Durchaus Ich-bezogen oder zu selbstbewusst können Millennials vor allem mit Unsicherheiten gut umgehen.

Als Improvisationskünstler sind sie für jedes Unternehmen wertvoll. Vorausgesetzt dieses bietet ihnen Optionen und die Unabhängigkeit, die sie brauchen, um Spaß zu haben und glücklich zu sein. Von dieser Work-Life-Balance können, vom Burnout bedrohte, ältere Führungskräfte lernen.

Das war schon immer so

Auf Aussagen wie „hier macht man…“ reagieren junge Mitarbeiter misstrauisch. Kritisch betrachten sie hierarchische Strukturen. „Ich bin hier der Chef!“ ist eher kontraproduktiv.

Die bedingungslose Hingabe für den Beruf der Generation X ist ihnen ebenso fremd, wie demütiges Arbeiten nach Vertrag, Überstunden zu schieben und Arbeitsbedingungen zu akzeptieren, die nicht passen.

Fünf Tipps für die Führung der Generation Y

  1. Regelmäßiges Feedback (like/dis-like): Die Trennung on-/offline existiert für Millennials nicht. So wie jede Facebook-Nachricht innerhalb von Minuten kommentiert wird, erwarten sie permanentes Feedback. Geben Sie es gleich – nicht erst beim Jahresgespräch.
  2. Sinn und Lebensqualität: Der Beruf steht nicht über allem. Engagement setzt voraus, den Sinn der Arbeit zu erkennen. Auch für die Familie soll Zeit sein. Verweigern Sie diese Balance nicht, nur weil Sie sie selbst nicht hatten.
  3. Die etwas andere Karriere: Nicht immer ist die große Karriere direkt nach oben das Ziel. Aber Karriere im Sinne von verschiedenen Arbeitsbereichen ist durchaus gefragt. Eine „Seitwärtskarriere“ ist für viele in gewissen Phasen sehr erstrebenswert.
  4. Freiraum lassen: Ganz entscheidend ist, dass Sie den jungen Mitarbeitern Freiraum in der detaillierten Ausgestaltung der eigenen Arbeit lassen. Die Generation Y mag klare Ziele, fühlt sich aber erst gefordert und glücklich, wenn sie den Weg dazu selbst bestimmen kann.
  5. Gar nicht so anders: Die Generation Y ist im Endeffekt „gar nicht so anders“ als wir es waren oder gerne gewesen wären. Mit dem Unterschied, dass sie es konsequenter einfordern. Darum der Tipp an Führungskräfte: Bleiben Sie sich selbst treu, verdrehen Sie sich nicht und machen Sie das, was allen Mitarbeitern gut tut. Schenken Sie aufrichtige Wertschätzung, ehrliches Feedback und genau die Menge an Freiraum, den jeder Einzelne – unabhängig seiner Generation – braucht!

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