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Wie Clarence Birdseye die Tiefkühlkost erfand – Gründerreport: Mit sieben Dollar zum Erfolg


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Viele gute Erfindungen wären ohne einfallsreiche Existenzgründer nicht denkbar – z.B. die Tiefkühlkost, die uns heute den stressigen Alltag erleichtert. Erfunden wurde das Verfahren von Clarence Birdseye – mit sieben Dollar, Eis, Salz und einem Ventilator mit Elektroantrieb.#

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Simone JansonSimone Janson, Auftritte in der ARD, gelegentlich Artikel für WELT, ZEIT, WIWO, t3n, W&V, macht Best of HR – Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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Von den Inuit abgeschaut

Der amerikanische Meeresbiologe Clarence Birdseye erlebte auf seinen Forschungsreisen in den Jahren 1915 bis 1922 nach Labrador in Neufundland immer wieder mit wie Inuit die Kälte und ihren eisigen Lebensraum nutzten, um ihr Hauptnahrungsmittel – den Fisch – lange haltbar zu machen: Sie froren ihn ein.

Dazu hängten sie ihren frischen Fang oder die gerade erlegte Beute in den eisigen, bis zu minus 45 Grad Celsius kalten Wind. Binnen kürzester Zeit waren Fisch und Fleisch tiefgefroren. Die so haltbar gemachten Lebensmittel hielten den ganzen Winter über und schmeckten nach dem Auftauen auch nach Wochen und Monaten noch genauso frisch wie gerade gefangen oder erlegt.

Wenig Geld und viel Einfallsreichtum

Die Idee, Lebensmittel ohne großen Geschmacks- oder Qualitätsverlust für einen längeren Zeitraum schonend zu konservieren faszinierte Birdseye sehr. Nun galt es eine Möglichkeit zu entwickeln, künstliche Kälte zu erzeugen, die – genau wie die natürliche, arktische Kälte in der kanadischen Provinz Neufundland – Lebensmittel schnell tiefkühlt.

Der Meeresbiologe fand heraus, dass sich die Lebensmittel, wenn sie erst einmal tiefgekühlt waren, bestens bei einer Temperatur von 0 Grad Fahrenheit aufbewahren ließen. Ab 0 Grad Fahrenheit kommen die Zellaktivitäten komplett zum Stillstand, die sonst zum Verderb führen würden.

Das ihm dazu zur Verfügung stehende Equipment war mehr als dürftig und bestand aus sieben Dollar, Eis, Salz und einem Ventilator mit Elektroantrieb. Aber der Erfindungsreichtum des Naturwissenschaftlers Birdseye kannte keine Grenzen und so entwickelte er die erste Schockgefrieranlage, die es ihm ermöglichte, erstmals ganze Fische, Fischfilets, Gemüse, Fleisch und andere Lebensmittel innerhalb kürzester Zeit gleichzeitig und schonend tiefzukühlen.

Eine Idee schreibt Geschichte

Aber Birdseye war auch Geschäftsmann; Er sorgte dafür, dass die neue Angebotsform über den Lebensmittelhandel in die Hände der Verbraucher gelangte.

Am Donnerstag, den 6. März 1930 konnten die Bewohner der Kleinstadt Springfield im US-amerikanischen Bundesstaat Massachusetts zum ersten Mal verpackte Lebensmittel in tiefgekühlter Form kaufen – die Geburtsstunde der Tiefkühlkost. Angeboten wurden Gemüse, Obst und Fisch.

Erfolg auch in Deutschland

Und auch das war einfallsreich: Da es damals noch keine klassischen Tiefkühltruhen oder -schränke gab, bediente man sich den bereits vorhandenen Eiskremtruhen und nutzte sie im Handel als Verkaufsgeräte.

Anlässlich der ANUGA 1955, der Allgemeinen Nahrungs- und Genussmittel-Ausstellung in Köln, fiel der Startschuss für die Tiefkühlkost in Deutschland. Dort stellten sechs Tiefkühlkostproduzenten ihre Produkte in Haushaltspackungen den Vertretern des Handels vor.

Bereits ein Jahr später startete im Rheinland der so genannte „Köln-Bonner-Truhentest“. In der Rhein-Region wurden 400 Truhen aufgestellt, in denen mutige Lebensmittelhändler ihren Kunden erstmals tiefgekühlte Waren anbieten konnten – mit durchschlagendem Erfolg.

Lag der Pro-Kopf-Verbrauch 1960 noch bei durchschnittlich 400 Gramm, so hat sich die Lust auf das Lebensmittelangebot aus der Kälte fast verhundertfacht: Der aktuelle Pro-Kopf-Verbrauch der Deutschen an Tiefkühlkost liegt bei sage und schreibe 39 Kilogramm (2008).

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