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Schutz bei Invalidität: Private Unfallversicherungen


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Was Unfälle angeht, sind viele Deutsche schlicht falsch oder überversichert. Dabei ist eine gute Unfallversicherung schon ab 100 Euro im Jahr zu haben. Doch wer sich optimal versichern will, muss wissen, welche Leistungen für wen wichtig sind – und welche Extras verzichtbar.


Hier schreibt für Sie:

 

Simone JansonSimone Janson, Auftritte in der ARD, gelegentlich Artikel für WELT, ZEIT, WIWO, t3n, W&V, macht Best of HR – Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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Dieser Beiträg enthält Inhalte und Angaben, die möglicherweise nicht mehr aktuell sind, z.B. aufgrund gesetzlicher oder statistischer Veränderungen. Weil er dennoch hilfreich sein kann, einen Überblick zum Thema zu bekommen, stellen wir ihn Ihnen weiterhin zur Verfügung.

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Alle sechs Sekunden passiert ein Unfall

„Etwa alle sechs Sekunden ereignet sich in Deutschland zu Hause und in der Freizeit ein Unfall“ – mit diesem Zitat der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitmedizin werben Versicherungen häufig für die Notwendigkeit von Unfallversicherungen. Was dabei gerne verschwiegen wird:

Nur 2,6 Prozent Schwerbehinderte haben Ihre Behinderung überhaupt durch einen Unfall erlitten, die Hälfte davon durch einen Arbeitsunfall. Tatsächlich sind die Risiken eines Unfalls in Heim und Freizeit mit schweren bleibenden Schäden statistisch gesehen gar nicht so hoch.

Unfallversicherung – ist Sie sinnvoll?

Dennoch kann eine Unfallversicherung sinnvoll sein: Die Berufsgenossenschaften, in denen Arbeitnehmer versichert sind, treten nur für die Folgen von Unfällen bei der Arbeit, auf dem Arbeitsweg sowie für die Folgen von Berufskrankheiten ein. Nur eine private Unfallversicherung zahlt darüber hinaus auch für körperliche Schäden, die durch Unfälle in Privatleben und Freizeit entstehen – und zwar nicht nur in Deutschland, sondern überall in der Welt und zu jeder Zeit.

Dabei ist es egal, ob der Unfall bei einer Wanderung im Urlaub, beim Sonntagsspaziergang, beim Sport oder beim Putzen passiert. Auch für Selbständige, die nicht in einer Berufsgenossenschaft sind und für alle, die keinen Berufsunfähigkeitsschutz bekommen, ist ein Unfallversicherung eine lohnende Alternative: Mit dem Geld der Versicherung können Unfallopfer dann zum Beispiel die Wohnung umbauen, eine Haushaltshilfe bezahlen oder Behandlungen durchführen lassen.

Versichert – aber richtig!

Doch wer nach Unfällen das Geld von der Versicherung auch wirklich bekommen will, muss richtig und hoch genug versichert sein. Das ist nicht immer der Fall: Viele sind über eine Kredit- oder Kundenkarte, einen Verein oder eine Reiseversicherung irgendwie, aber leider oft unzulänglich versichert.

Und nicht wenige der abgeschlossene Unfallversicherungen sind schlicht unrentabel: Entweder gelten Sie nur für bestimmte Lebensbereiche (nur im Inland, nur in der Freizeit, nur beim Sport), nur für bestimmte Personen (Kinder sind z.B. nicht eingeschlossen) die Bedingungen sind nicht kundenfreundlich oder die Leistungen im Schadensfall sind einfach zu niedrig.

Die Versicherungsgesellschaften machen es Ihren Kunden allerdings auch nicht gerade leicht, den Überblick zu behalten: Statt die wichtigen Kernleistungen und Preise klar herauszustellen, werben sie mit unnötigen Extras oder bietet einen regelrechten Dschnungel an Tarifvarianten mit unterschiedlichen Bedingungen, Versicherungssummen und Progressionsvarianten an, die beliebig untereinander kombinierbar sind. Diese Unübersichtlichkeit kann die Auswahl der richtigen Versicherung enorm erschweren.

Was leistet eine private Unfallversicherung?

Eine Unfallversicherung sichert dauerhafte körperliche oder geistige Beeinträchtigungen, die so genannte Invalidität, infolge eine Unfalls ab. Einige Versicherungen bieten auch einen erweiterten Versicherungsschutz, z.B. für Verletzungen von Gliedmaßen oder der Wirbelsäule (Verrenkungen oder Riss von Muskeln, Sehnen, Kapseln oder Bändern), auch wenn der Schaden nur durch übermäßige Kraftanstrengung ohne Auswirkung von außen eintritt (beispielsweise wenn Sie ein schweres Möbelstück heben). Auch Zeckenbisse und sogar einige frauentypische Krebserkrankungen werden von manchen Versicherungen als Unfall behandelt. Fragen lohnt sich!

Wann zahlt die Versicherung nicht?

Wenn eine Krankheit oder ein bestehendes Gebrechen den Unfall ausgelöst hat, wird dies bei der Versicherungszahlung durch einen entsprechenden Abzug berücksichtigt. Unfälle, die durch besondere Gefahren im Berufs- oder Privatleben z.B. durch Extremsportarten verursacht werden, sind vom Versicherungsschutz ausgeschlossen, können aber mit Aufpreis zusätzlich versichert werden.

Generell ausgeschlossen sind außerdem Unfälle, die sich bei der Ausführung bzw. dem Versuch einer Straftat ereignen, sowie Unfälle durch Kriegs- oder Bürgerkriegsereignisse, innere Unruhen oder Kernenergie. Ebenfalls nicht gezahlt wird bei Unfällen durch Trunkenheit, Geistes- und Bewusstseinsstörungen sowie Schlaganfällen oder andere Krampfanfälle. Nicht gedeckt sind auch Unfälle bei der Benutzung von Luftfahrzeugen.

Wie zahlt eine Unfallversicherung?

Die Versicherungsleistung wird je nach Vertrag als einmalige Kapitalauszahlung (sinnvoll, wenn zum Beispiel Umbauten durchgeführt werden müssen) oder als Rentenleistung gezahlt. Bei einer Einmalzahlung sollte zusätzlich noch eine monatliche Zusatzrente vereinbart werden, die in der Regel bei einer vom Arzt zu bescheinigenden Invalidität von 50 Prozent gezahlt wird.

Das kostet zwar mehr, gewährleiste aber bis ins hohe Alter den Unterhalt. In der Regel zahlt die Versicherung Leistungen wegen Invalidität erst zwölf Monate nach dem Unfall. Bis dahin kann eine zusätzliche Übergangsleistung vereinbart werden. Wer außerdem Hinterbliebene absichert, sollte einen festen Kapitalbetrag für den Fall des Unfalltodes vereinbaren.

Wie viel zahlt eine Unfallversicherung?

Die Höhe der Leistung hängt von der Versicherungssumme (empfehlenswert sind mindestens 100.000 Euro) und vom Invaliditätsgrad ab, der durch die Gliedertaxe bestimmt wird; das ist eine Tabelle, nach der die Versicherung den Grad der Invalidität im Falle vollständigen Verlustes oder vollständiger Gebrauchsunfähigkeit bestimmter Gliedmaßen oder Sinnessorgane festlegen. Nach den Musterbedingungen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft beginnt die Invalidität für ein einzelne Gliedmaßen oder Sinnesorgane bei zwei Prozent (für den Verlust einer Zehe) und reicht bis höchstens 70 Prozent (Verlust eines Armes).

Die Gliedertaxe sollte auf keinen Fall niedriger ist als in diesen Bedingungen, können aber bei guten Versicherungen günstiger sein. Einige Versicherer bieten außerdem spezielle Policen, die für Berufsgruppen wie Ärzte oder Musiker einzelne berufswichtige Körperteile zu besonderen Kondititonen versichern. Wichtig ist außerdem, dass die Versicherung für Unfälle weltweit zahlt!

Mehr Leistung vereinbaren

Wem die Leistung der Versicherung zu wenig ist, kann eine progressive Invaliditätsstaffel vereinbaren. Das heißt, ab einer Invalidität von 25 Prozent wird der Prozentsatz verdoppelt, ab 50 Prozent verdreifacht usw. Dafür fallen natürlich auch höhere Prämien an. Dennoch bieten diese Tarife in der Regel ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis.

Wer hingegen Dynamik festlegt, erhöht seine Versicherungssumme dynamisch nach einem vereinbarten festen Prozentsatz pro Jahr. Entsprechend erhöhen sich natürlich auch die Prämien. Diese Modell mit steigenden Beiträgen kann zum Beispiel für Berufseinsteiger sinnvoll sein, die noch nicht so viel Geld haben. Allerdings steht im Bedarfsfall nur eine geringe Versicherungssumme zur Verfügung. Gerade bei jungen Leuten, die häufig aktiver und damit verletzungsanfälliger, sind, kann das zum Problem werden: Sie sollten deshalb lieber gleich eine ausreichend hohe Versicherung abschließen.

Bei Mehrleistungstarifen steigt die Leistung in Stufen. Dadurch kann ein Unfallopfer zum Beispiel bei 50 Prozent Invalidität gegenüber 49 Prozent die doppelte oder sogar dreifache Entschädigung erhalten. In Grenzfällen droht allerdings Streit mit der Versicherung, daher ist dieser Tarif nicht optimal.

Meldefristen beachten!

Wer einen Unfall hatte, sollte sofort zum Arzt gehen und den Unfall unverzüglich der Versicherung melden. Einen Unfall mit Todesfolge muss sogar innerhalb von 48 Stunden gemeldet werden. Die vom Versicherer übersandte Unfallanzeige muss wahrheitsgemäß ausgefüllt werden, auch alle ärztlichen Anordnungen müssen befolgt werden. Bei Zuwiederhandlungen kann die Versicherung die Leistung verweigern.

Allerdings kann der Arzt die Invalidität ja häufig nicht sofort feststellen, denn oft zeigt sich erst nach längerer Zeit, ob überhaupt eine bleibende Invalidität besteht. In der Regel gilt daher, dass die Invalidität innerhalb eines Jahres nach dem Unfall eingetreten und innerhalb von 15 Monaten nach dem Unfall vom Arzt schriftlich festgestellt und bei der Versicherung gemeldet worden sein muss.

Lohnen sich Spezialversicherungen?

Spezialversicherungen wie zum Beispiel eine Insassen-Unfallversicherung für Mitfahrer im Pkw bieten nur für bestimmte, klar definierte Unfälle Versicherungsschutz. Die Risiken solcher Zusatzversicherung werden jedoch zum Teil auch durch die Krankenversicherung oder die Kfz-Haftpflichtversicherung abgedeckt.

Daher lohnen solche Ausschnittsversicherungen oft nicht, da sie eben nur sehr spezielle Risiken abdecken. Auch wenn die Beiträge auf den ersten Blick niedrig erscheinen, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis in der Regel schlecht.

Lohnen sich Extras?

Unfallversicherungen werben auch gerne mit Extraleistungen – natürlich nur gegen Aufpreis. Beispiele hierfür sind ein Krankenhaustagegeld oder, nach der Entlassung aus dem Krankenhaus, Genesungsgeld oder aber ein Unfalltagegeld, das nach dem Grad der Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit geleistet wird.

Einige Versicherungen bieten außerdem an, bei bestimmten schweren Verletzungen feste Kapitalbeträge (Sofortleistungen) oder ein Schmerzensgeld zu zahlen. Als weitere Leistungen sind Zahlungen für kosmetische Operationen bei Entstellungen möglich. Außerdem werden bestimmte Betreuungs-Serviceleistungen angeboten wie Einkaufen und Hausputz.

Keine Krankheiten versichert!

Aber: Doch der entsprechende Versicherungsschutz greift immer nur bei Unfällen, nicht bei Krankheiten. Viele dieser Leistungen werden auch über Krankenversicherungen abgedeckt. Eine entsprechende Zusatzleistung zu vereinbaren, lohnt sich in der Regel nur für Selbständige, die bei Ihrer Krankenkasse einen Tarif ohne Krankengeld oder Krankentagegeld vereinbart haben.

Die entsprechenden Tarife der Krankenversicherungen sind in der Regel allerdings günstiger, weil es dort auch Geld bei krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit gibt. Viele Zusatzleistungen sind daher überflüssig und erhöhen nur unnötig die Prämie. Besser ist eine möglichst kompletten Versicherung, die wahrscheinliche Risiken, aber nicht die unwahrscheinlichen Extras übernimmt.

Wie viel kostet eine gute Unfallversicherung?

Die Versicherungsbeiträge richten sich nach der vereinbarten Leistung und der Gefahrengruppe, in die man von der Versicherung eingeordnet wird. Gefahrengruppe A umfasst in der Regel Berufe mit nicht körperlicher Tätigkeit, etwa Bürotätigkeit.

Kaufmännische Angestellte im Innendienst beispielsweise werden in diese Gefahrengruppe eingeordnet. Gefahrengruppe B umfasst Berufe mit körperlicher und gefährlicher Tätigkeit. Hierunter fallen etwa Kraftfahrer oder Handwerker. Die Tarife sind entsprechend teuerer: Je nach Angebot kann die Prämie in Gruppe B mehr als doppelt so hoch sein als in Gruppe A.

Wann ist die Versicherung gut?

Als Richtwert für eine gute Unfallversicherung gilt: Bei einer Versicherungssumme von 100.000 Euro und einer Progression von 350 Prozent sollte eine Frau oder ein Mann der Gefahrengruppe A nicht mehr als 180 im Jahr Zahlen. Und wer als Mann in Gefahrengruppe B mehr als 300 Euro zahlen soll, zahlt zu viel.

Die so genannte Beitragsrückgewähr, mit der einige Versicherungen werben, lohnt sich nicht! Denn hierbei zahlt man deutlich höhere Beiträge, von man später einen Teil mit ca. vier Prozent verzinst und abzüglich diverser Bearbeitungsgebühren zurückerhält. Anders als der Name glauben machen will, werden die eigentliche Versicherungsprämien für den Unfallschutz also nicht zurückgezahlt, sondern man kombiniert die Versicherung lediglich mit einem Sparvertrag bzw. einer Kapitallebensversicherung mit geringer Rendite und oft hohen und undurchsichtigen Bearbeitungsgebühren. Besser: Das Sparguthaben separat anlegen!

Wer sollte sich wie versichern?

Empfehlenswert ist es, mit 30 Jahren das sechsfache, mit 40 Jahren das fünffache und mit 50 Jahren das vierfache Ihres monatlichen Einkommens als Versicherungssumme zu vereinbaren. Kinder sind häufig schon im Kindergarten oder in der Schule versichert oder in der Police der Eltern bereits enthalten.

Daher sind die Beiträge für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren deutlich niedriger als für Erwachsene. Mehr als 100 Euro für eine Kinder-Unfallversicherung ist zu viel. Bei vielen Versicherungen gibt es Rabatt, wenn Policen für die ganze Familie abgeschlossen werden sollen – bis zu 30 Prozent. Auch über Vereine angebotene Gruppenversicherungsverträge sind oft günstig, aber nicht immer umfassend!

Keine Unfallversicherung für bestimmte Gruppen

Manche Versicherungen schließen riskante Berufe, etwa Dachdecker oder Gerüstebauer, Sprengmeister oder Zirkusartisten einfach ganz von der Versicherung aus oder gewähren ihnen nur eine Freizeit-Unfallversicherung. Andere Gesellschaften erheben deutlich höhere Beiträge. Einige Versicherungen verlangen bei bestimmten Hobbys wie Motorradfahrern, Bergsteigen, Tauchen, Fliegen und Reiten Risikozuschläge. Andere Versicherungen kürzen bei Unfällen, die durch solche Hobbys verursacht werden, die Leistungen.

Im Gegensatz dazu zahlen Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst oft einen geringeren Beitrag. Generell nicht versicherbar sind Menschen, die bereits schwerbehindert oder pflegebedürftig sind. Auch Menschen mit geistiger Behinderung können sich normalerweise nicht versichern. Nachteile haben auch Menschen mit Vorerkrankungen und Senioren ab dem 66. Lebensjahr, die gerne mit speziellen, allerdings schlechteren Seniorentarifen versichert werden.

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