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Mit radikalem Verzicht zum Erfolg: Geschäftsmodell Wikinger-Küche


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Wer erfolgreich sein will, muss manchmal radikal reduzieren – vielleicht auch gerade am Geschmack der Kunden vorbei. Eine steile These? Vielleicht! Im dänischen Roskilde hat ein Restaurant eine mutige Entscheidung getroffen: Als einziges Restaurant weltweit hat es sich auf rein wikingerzeitliche Zutaten spezialisiert. Kann so ein Geschäfts-Konzept bei unseren Essgewohnheiten funktionieren?

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Hier schreibt für Sie:

 

Simone JansonSimone Janson, Auftritte in der ARD, gelegentlich Artikel für WELT, ZEIT, WIWO, t3n, W&V, macht Best of HR – Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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Mit radikalem Verzicht zum Erfolg

Noch vor anderthalb Jahren war das Snnekken im dänischen Roskilde ein ganz normales Bistro. Da es aber direkt neben einem Wikinger-Schiff-Museum steht, kamen die Innhaber auf die Idee, ein radikales Konzept auszuprobieren: Die radikale Spezialisierung rein auf auf Zutaten, die es in der Wikinger-Zeit gab. Das bedeutet Apfel statt Orangen, der Verzicht auf Nudeln, Tomaten und sogar Kartoffeln.

Am Anfang sei es schwer gewesen, erzählt Assistant-Manager Kennet: Die Leute mussten sich erst daran gewöhnen, was wir hier tun, berichtet er. Denn gerade die Dänen seien gewöhnt im Restaurant das zu essen, was auch zu Hause auf den Tisch kommt.

Lernen vom Museum

Doch auch für das Personal, die Küche und Kellner sei die Umstellung schwierig gewesen. Das Museum hat uns instruiert, welche Zutaten wir nehmen sollen berichtet Kennet, der als Kellner ausgebildet wurde und zuvor wenig mit Geschichte am Hut hatte: „Ich mag zwar kein Wasser, aber finde es gut, etwas Neues zu lernen“ berichtet er.

Gut ein Jahr hat es daher gedauert, bis die Idee sich herumgesprochen hatte. Seit etwa einem halben Jahr verzeichnet das Restaurant eine Zuwachsrate von etwa 40% – sagt Kennet. Die BBC sei gekommen und habe eine Sendung gemacht. „Wir schicken sogar Essen nach London“, so Kennet.

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Trend Öko-Food

Nun ist die Idee gewagt, aber nicht völlig verrückt. Zwar sind wir durch die Nahrungsmittelindustrie und unsere Essgewohnheiten verdorben. Allerdings liegt die Rückbesinnung auf natürliche, ökologische Lebensmittel gerade im Trend.

Dementsprechend ist die Spezialisierung auf Wikinger-Food auch nur eine weitere Spielart dieses Trends.

Wikinger im Aufwind

Denn auch das gleich nebenanliegende Wikinger-Schiff-Museum mit seinem Angebot an experimenteller Archäologie erfreut sich großer Aufmerksamkeit weltweit:

Als man 2007 ein nachgebautes Wikinger-Schiff von Dublin nach Roskilde schickte, folgten 1,5 Millionen Menschen der Schiffsroute im Internet sogar in Indien. Es gab 500 Zugrife pro Sekunde auf die Website und das Video wurde am Times-Square in New York gezeigt.

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Die Gäste sind noch nicht bereit

Dennoch ist die Sache mit dem Wikinger-Essen kein Selbstläufer: 70% unserer Gäste sind Touristen, die hier ein ganz normales Restaurant erwarten und nicht wissen, dass wir hier das Angebot des Museums abrunden erzählt Kennet.

Daher muss das Snekken auch einige Kompromisse machen: Kaffee, Tee und auch Getränke wie Cola und Fanta sind nach wie vor erhältlich. „Die Leute sind noch nicht bereit für rein wikinger-zeitliches Essen“ sagt Kennet.

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