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Produktivitätsfalle Internet – 2/4: Was bringt Ihnen Social Media wirklich?



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Bildrechte: Bildmaterial im Rahmen einer Kooperation kostenlos zur Verfügung gestellt von Shutterstock.

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich mit diesem Text unbeliebt mache, behaupte ich: Der Großteil der Zeit, die wir mit Social Media verbringen, ist reine Zeitverschwendung.

Produktivitätsfalle Internet – 2/4: Was bringt Ihnen Social Media wirklich? time-management


Hier schreibt für Sie: Martin Geiger ist Produktivitätsexperte, Keynote-Speaker, Vortragsredner und Coach. Profil

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Die große Illusion

Die Idee, dass Social Media uns produktiver macht, ist eine riesengroße Illusion. Nach mehreren Jahren höchst intensiver Recherche durch exzessive eigene Nutzung habe ich ein ernüchterndes Resümee gezogen.

Es bedarf einer schonungslosen Abrechnung mit dem Märchen vom Mehrwert von Social Media. Machen Sie sich klar: Ihre Effektivität wird nicht durch die Anzahl Ihrer Facebook-Freunde bestimmt.

Ihre Produktivität hängt nicht von der Menge Ihrer Fans ab

Ihre Produktivität hängt nicht von der Menge Ihrer Follower auf Twitter ab. Und Ihre Lebensqualität wird nicht in der Anzahl Ihrer Eventeinladungen auf Xing gemessen.

Social Media birgt nicht nur ein hohes Suchtpotenzial, es bringt auch kaum nennenswerte oder gar messbare Vorteile.

Befriedigen Sie nur Ihren Voyeurismus?

Abgesehen vielleicht von der Befriedigung des Voyeurismus, wenn man die belanglosen Statusmeldungen anderer Leute liest oder der Illusion von Bedeutung, wenn die eigenen Kommentare mit „Gefällt mir“ versehen werden.

Natürlich wird es Stimmen geben, die dem laut widersprechen. Doch hierbei handelt es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um Unternehmer, deren Geschäftszweck meist mit irgendeiner Form von Social-Media-Nutzung mittelbar oder unmittelbar zusammenhängt und deren Umsatz somit mit jedem Social-Media-Verfechter und -User steigt.

Facebook-Fans bringen keinen zusätzlichen Umsatz

Facebook-Fans bringen den meisten Unternehmen keinen zusätzlichen Umsatz Dies dürfte für rund 95 Prozent aller Unternehmer jedoch nie der Fall sein.

Nach Empfehlung der US-amerikanischen Autorin Beth Kanter und verschiedener deutscher Social-Media-Experten sollte jeder von Unternehmer zwischen zehn und 20 Stunden pro Woche für Social Media aufbringen.

Likes ohne nennenswerte Relevanz

Was das effektiv bringen soll, bleibt allerdings offen. Denn ob die Leute tatsächlich auf „Gefällt mir“ klicken oder nicht, wird für einen Großteil der Unternehmer etwa in Bezug auf den Umsatz keine nennenswerte Relevanz besitzen.

Laut einer 2012 veröffentlichten Studie von Forrester Research beeinflusst Social Media weniger als ein Prozent der Kaufentscheidungen im Internet.

Für den Wert eines Facebook-Fans fehlt jeglicher Beleg

Für den Wert eines Facebook-Fans fehlt bislang jeglicher Beleg. Gleiches gilt für Xing, Linkedin, Twitter oder Google+. Die Masse der Nutzer, die sich dort Kommentar befinden, werden für Unternehmer nur marginal zu deren Ergebnis beitragen.

Wenn es Sie also nicht bei der Kundengewinnung unterstützt: Welches Argument bleibt Ihnen dann noch, das es rechtfertigen würde, als Unternehmer täglich drei Stunden auf Facebook zu verbringen?

Was sind Ihre wichtigsten Unternehmensziele?

Dass Imagekampagnen von Großkonzernen wie McDonalds & Co. ein völlig anderes Ziel verfolgen, steht außer Frage. Aber die Strategie für Mittel- und Kleinunternehmer muss es sein, sich über die wichtigsten eigenen Ziele klar zu werden.

Um sich dann kritisch mit der Frage auseinanderzusetzen, inwiefern man in der Zeit, die man online in sozialen Netzwerken verbringt, sich von diesen eher entfernt, anstatt ihnen näher zu kommen.

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Was hilft gegen Social-Media-Sucht?

Social-Media-Junkies verlieren im Lauf der Zeit außerdem die Fähigkeit, sich auf das Wesentliche fokussieren zu können. Man kämpft – always online und simultan, auf verschiedenen Kanälen mit einer modernen Form von ADS (Aufmerksamkeits-Defizits-Syndrom).

Kindern werden in solchen Fällen gerne Psychopharmaka verordnet, erwachsene Unternehmer bezahlen dafür „nur“ mit sinkender Arbeitsleistung. Der Prozess vollzieht sich dabei schleichend und bleibt somit meist lange unbemerkt.

Hier mal eben bei Facebook die Mails der virtuellen Freunde gelesen, da mal kurz in Xing nach ein paar Kontakten gestöbert, dann nur schnell bei Youtube nach einem Video gesucht und dabei noch eben über zwei besonders gut gemachte Clips gestolpert, die man rasch an Freunde versendet.

Social Media als Ersatz für den Gang zur Kaffeeküche

Das alles natürlich unter dem Deckmantel der Entspannung. Social Media als Ersatz für den Gang zur Kaffeeküche. Nur weit zeitraubender.

Aus dem einen und anderen kurzen Viertelstündchen summieren sich im Laufe der Arbeitswoche leicht mehrere Stunden.

25 Minuten konzentriert arbeiten

Wir scheinen die Ablenkung zu brauchen, weil wir nicht mehr in der Lage sind, über einen längeren Zeitraum, und seien es auch nur 25 Minuten am Stück, konzentriert zu arbeiten.

Mit diesem Wissen lässt sich unsere Aufmerksamkeit gerade im Internet wunderbar steuern.

Zeitverschwender im Überfluss

Was für das Fernsehen die Werbepause leistet, ist im Netz längst dauerhaft präsent. Hier ein blinkendes Banner, dort ein Link. Schnell ist eine Stunde vergangen.

Eine Stunde, in der wir unserem Ziel nicht näher gekommen sind, sondern von dem wir uns – im Gegenteil – immer weiter entfernt haben.

Schalten Sie die Ablenkung aus

Eine Website, die ich Ihnen wärmstens ans Herz legen möchte, wenn Sie von dem geschilderten Problem betroffen sind, weil Sie sich genau damit auseinandersetzt, lautet: http://www.nowdothis.com.

Dort finden Sie nach Eingabe der zu erledigen Aufgaben einen leeren Bildschirm, auf dem sich nichts anderes befindet als ebendiese Aufgabe. Jedwede Ablenkung ist ausgeschaltet. Noch nicht einmal blinkende Banner können Sie jetzt noch aufhalten.

Sie sind davon nicht betroffen? Mhh? Haben Sie Mitarbeiter? Mehr als zwei und davon einer unter 60 Jahren? Herzlichen Glückwunsch. Sie sind betroffen!

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  1. Arne-P. Berg

    Der Großteil der Zeit, die wir mit Social Media verbringen, ist reine Zeitverschwendung? | via berufebilder.de

  2. Martin Geiger

    Es ist allerdings auch kein Artikel von Uwe, sondern von Martin Geiger, der da nicht Ihre Meinung widerspiegelt, liebe Frau Janson ;-)

    • Simone Janson

      Hallo Herr Geiger,
      das original dieses Kommentars findet sich bei Facebook, dort hatte ich das auch postwendend verbessert.
      Ist leider ein wenig das Problem, dass die Bearbeitungen dann nicht mitupgedatet werden.

  3. Mats

    Was bringt #socialmedia wirklich? Ein kritischer Blick von @effizienter
    @SimoneJanson

  4. Simone Janson

    Nein, nicht ich, unser Gastautor Martin Geiger. Bitte Beitrag im Blog lesen. Ich bin anderer Meinung, aber wir wollen ja kontrovers diskutieren.

  5. Helge Weinberg

    Gute Frage > Was bringt Ihnen Social Media wirklich? via @SimoneJanson

  6. Helge Weinberg

    Gute Frage > Was bringt Ihnen Social Media wirklich? via @SimoneJanson

  7. Steffen Schoch

    Das ist ja cool! Eine online Bloggerin sagt: alles Zeitverschwendung ;-)

  8. KompetenzPartner

    Produktivitätsfalle Internet – Teil 3: Was bringt Ihnen Social Media wirklich?: Auch auf die G... #Beruf #Bildung

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