Probleme lösen dank Wartezeit: 6 Tipps um tote Zeit effektiver zu nutzen


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Wir alle tun es täglich und ärgern uns ständig darüber: warten. Auf irgendwas oder irgendjemanden. Wie kann man solche toten Zeiten überbrücken? Oder: Ist das vielleicht gar nicht sinnvoll?


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Simone Janson Simone JansonSimone Janson ist Verlegerindeutsche Top20 Bloggerin und Beraterin für HR-Kommunikation.

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Ein Drittel des Lebens geht fürs Warten drauf

Ich habe schon öfters gehört oder gelesen, dass man offenbar ein Drittel seines Lebens mit Warten verbringt: Z.B. mit Warten auf den Bus, Zug, das Flugzeug, an der Kasse.

Dass solche Wartezeiten auch positive Effekte haben, erkennt man spätestens dann, wenn man sich damit beschäftigt, wie eigentlich Probleme gelöst werden. Denn dann wird schnell klar: Viel hilft nicht immer viel. Will heißen: Beim Problemlösen lohnt es sich, ab und zu durchzuatmen und einfach mal abzuschalten.

Probleme lösen sich nicht durch Nachdenken

Vor sich hindösen, sich mit etwas anderem beschäftigen, was Schönes machen. Denn erstaunlicherweise haben Wissenschaftler nicht nur herausgefunden, dass sich Probleme manchmal von selbst lösen, weil das Gehirn die Informationen verarbeitet.

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Sondern auch: Je mehr wir nachdenken, desto müder wird unser Gehirn – und je größer wird das gedachte Problem. Und das passiert das, was das Video oben so schön beschreibt: Wir hören gar nicht mehr auf, über etwas nachzudenken, drehen uns völlig irrational im Kreis – selbst wenn wir das eigentlich gar nicht wollen. Daher ist es ausgesprochen sinnvoll, öfter mal abschalten!

6 Tipps für nützliches Überbrücken der Wartezeiten

Der technologische Fortschritt erlaubt uns allerdings, diese eigentlich nützlichen Wartezeiten mehr oder minder sinnvoll zu nutzen. Für alle, die nicht abschalten wollen, also eine Übersicht der praktischsten Wartezeiten-Überbrücker:

  1. Im Flugzeug: Fliegen ist mein Zeitverschwender Nr. 1. Nicht wegen der Wartezeit an sich, sondern wegen der zahlreichen Arbeitsunterbrechungen. Da wären: 40 Minuten Fahrt zum Flughafen. Arbeitsunterbrechung wegen Check-in und Security. Dann in der Regel wieder ca. 1 Stunde Arbeiten. Arbeitsunterbrechung wegen Boarding und Start, während derer man Computer und sonstige Geräte ausgeschaltet lassen muss. Ich habe mir angewöhnt, in dieser Zeit Zeitung zu lesen. Es gibt im Flieger dann weitere Unterbrechungen, während Essen und Getränke verteilt werden, aber auch durch die Enge im Flieger, von nicht vorhandenen Steckdosen und Internet ganz zu schweigen. Gut ein Drittel der Arbeitzeit verliert man auf diese Weise, je nach Dauer des Flugs. Den Rest der Flugzeit nutze ich allerdings in der Regel, um Texte zu tippen, für die ich kein Internet brauche. Zum Glück fliegt man nicht so oft.
  2. Im Zug: Die Sales-Direktorin von Google Irland hat es schon im Interview gesagt: Sie checkt jeden Morgen auf der einstündigen Zugfahrt zur Arbeit ihre eMails. Dafür kann sie schon um 16 oder 17 Uhr nach Hause gehen. Zugfahren eignet sich weitaus besser als Fliegen zum Arbeiten und damit zur Überbrückung von Wartezeiten. Es gibt Laptop-Arbeitsplätze, Steckdosen, manchmal auch Internet und Platz. Im Effizienz-Verhältnis liegt der Flieger daher für mich klar hinter dem Zug. Manchmal ist aber auch das zu anstrengend.
  3. Bus- und Bahnfahren: Das ist etwas, das ich jeden Tag sehe: Die Leute sind auf dem Bahnsteig, in den Bussen und den Bahnen permanent mit ihrem Handy beschäftigt. Vieles davon mag nicht sinnvoll sein, ich aber gebe zu: Auch ich finde es praktisch, meine eMails und auch die Social-Media-Kanäle unterwegs mal auf dem Handy zu checken und ggf. auch kurz zu beantworten. Mit einem guten Smartphone ist das auch kein Problem.
  4. Warten an der Kasse: Mir wäre es zu stressig, zwischen dem drängelnden Hintermann und der gestressten Kassiererin, der man die Sachen nicht schnell genug aufs Band legen kann, noch schnell irgendetwas zu erledigen. Manche Leute schaffen aber auch das: Sie verschicken SMS oder telefonieren, bis ihnen das Telefon beim Bezahlen im Weg ist. Auch eine Möglichkeit.
  5. Wartezeiten fürs Wissensmanagement nutzen: Immer gut informiert zu sein, ist für die Karriere wichtig. Daher wird viel über Wissensmanagement, das auffinden und verwalten von Informationen geredet. Doch im Gegensatzu zur landläufigen Meinung braucht es gar keine komplizierten Tools und Techniken, um Wissensmangement zu betreiben, denn das kann auch ganz simpel sein – indem man einfach mit den Leuten redet. Small Talk eben. So betrachtet hat das Small-Talken gleich zwei Vorteile: Man macht sich anderen Leuten bekannt und sammelt wichtige Informationen. Mein Beitrag bei Imgriff zeigt, wie es geht.
  6. Wartezeit als Pause willkommen heißen: Ich habe manchmal den Verdacht, dass genau dieser Stress, den wir uns damit machen, die scheinbar tote Wartezeit um jeden Preis sinnvoll und effektiv nutzen zu wollen, uns erst den Stress beschert, den wir eigentlich damit bekämpfen wollen. Und dass wir besser daran täten, im Zug aus dem Fenster zu schauen und im Bus mit unserem Nachbarn zu sprechen, weil wir genau diese Pausen als notwendige Regenerationsphasen brauchen.

Tote Wartezeiten sinnvoll nutzen oder nicht?

Ich gestehe, ich gehöre auch zu denjenigen, die in toten Wartezeiten gerne etwas sinnvolles machen. Mich persönlich “ent-stresst” es eher, wieder etwas erledigt zu haben. Da ist sicherlich jeder anders.


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