Facebook Datenschutz & Privatsphäre: Wie Facebook böse wurde!



Voriger TeilNächster Teil



Best of HR – Berufebilder.de® – Verlag, eingetragene Marke, eLearning on Demand Plattform, News-Dienst der deutschen Top20-Bloggerin & Beraterin Simone Janson, referenziert in ARD, ZEIT, Wikipedia.
Bildrechte: Bildmaterial vom Ersteller des Videos.

In den letzten Jahren hat ein Wandel im Gebrauch durch die Facebook-Nutzer und in der Architektur des heutigen Facebook stattgefunden. Das aktuelle Facebook zielt mit seiner Struktur genau auf Funktionen, wie Teilen von Informationen, erleichterte Suche nach Menschen mit gleichen Interessen und auf die Selbstdarstellung der Nutzer ab.


Mehr Wissen - PDF-Download, eKurse oder persönliche Beratung


Hier schreibt für Sie: Jeannine Koch (geb. Bahrke) ist diplomierte Medienberaterin. Profil


Mehr Wissen? Diesen Text herunterladen oder eKurs zum Thema buchen. Insider-News per Newsletter oder für Mitglieder!

Can I be your friend?

Zur Übersicht

Bei Facebook stellen wir ständig wildfremden Menschen Freundschaftsanfragen, zeigen anderen Leuten unser Fotoalbum oder "liken" irgendwas. Wenn man sich das genau betrachtet, sind das alles Dinge, die wir im normalen Leben vermutlich niemals  tun würden, weil sie uns viel zu absurd vorkämen. Dieses lustige Video hat den Facebook-Wahnsinn auf die Schippe genommen, indem es Facebook wörtlich nimmt:

"Ever thought how odd your online life is? Ever thought what could go wrong? This film looks forward to ENO's production of Nico Muhly's new opera 'Two Boys'. A new opera that lifts the lid on the dangers of living our lives online."

Warum teilen Nutzer Informationen

Zur Übersicht

Doch dieses lustige Sache hat einen ernsten Hintergrund: Sie macht die Relevanz der Kontrolle über die Freigabe persönlicher Daten deutlich.

Die Wissenschaftlerin Danah Boyd benennt in ihrer Eröffnungsrede zur SXSW 2010 einen weiteren entscheidenden Faktor für den Antrieb zur Veröffentlichung von „PII- Personally Identifiable Information“ (persönliche identifizierbare Informationen):


Tipp: Text als PDF - bitte vorab! Anleitung genau lesen - oder eKurs zum Thema herunterladen. Regelmäßige Sonderaktionen oder Insider-News gibts per Newsletter!

Daten freigeben, um gefunden zu werden?

Zur Übersicht

Nämlich die Hoffnung darauf, dadurch von Freunden im Internet ausfindig gemacht zu werden. Allerdings fügt Boyd einschränkend hinzu, dass es sich hierbei nicht um sogenannte „PEI- Personally Embarrissing Information“ (also „persönlich beschämende Informationen“) handelt, die der Nutzer in der Regel freiwillig öffentlich macht.

Denn in diesem Fall wären dies Informationen, die einen erheblichen Reputationsschaden anrichten könnten - vorausgesetzt jedoch, diese Daten würden überhaupt von der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Boyd betont, dass nur, weil etwas verfügbar ist, es nicht bedeutet, dass es auch abgerufen wird.

"Ich hab ja nichts zu verlieren"

Zur Übersicht

Sie hebt zudem hervor, dass die Nutzer aufgrund der Annahme, es sei nicht viel zu verlieren, private Daten der Öffentlichkeit zugänglich machen. Handelt es sich hierbei um ungünstig getroffene Partybilder, ist dies zwar ärgerlich, hat aber im Zweifelsfall keine weiteren Konsequenzen.

Oftmals unbeachtet bleibt hierbei jedoch die Tatsache, dass Informationen, die einmal im Internet veröffentlicht wurden, meist dauerhaft auffindbar bleiben. Eine andere Situation entsteht, wenn, wie Boyd beschreibt, ein Kind, welches mit seiner Mutter das Bundesland anonymisiert verlassen musste, um vor dem gewalttätigen Vater des Kindes zu flüchten, ein Konto bei Facebook eröffnet.

Facebook ändert plötzlich den Datenschutz

Zur Übersicht

Ohne vorherige Ankündigung verändert Facebook im Dezember 2009 die Voreinstellung von „privat“ auf „öffentlich“ und setzt somit die Mutter und das Kind der ungewollten Auffindung durch den Vater aus. Boyd betont, dass der größte Unsicherheitsfaktor im Internet darin besteht, dass Nutzer nicht wissen, wie sie mit Veränderungen des Systems umzugehen haben:

„one of the most destabilizing issues online is that people aren't good at managing how the system might change the rules on them.“


Tipp: Text als PDF - bitte vorab! Anleitung genau lesen - oder eKurs zum Thema herunterladen. Regelmäßige Sonderaktionen oder Insider-News gibts per Newsletter!

Facebook - früher ein Hort für Datenschützer?

Zur Übersicht

Denn erstaunlicherweise wurde Facebook früher als ein Netzwerk wahrgenommen, in dem die Privatsphäre einen besonderen Schutz genoss. Im Februar 2009 schrieb Zuckerberg auf The Facebook Blog:

Our philosophy is that people own their information and control who they share it with. The trust you place in us as a safe place to share information is the most important part of what makes Facebook work.

Zuckerberg spricht hier von der Philosophie seines Unternehmens, die besagt, dass die Nutzer im Besitz ihrer eigenen Informationen sind und zudem kontrollieren können mit wem sie sie teilen möchten. Er bezeichnet in dieser Aussage das Vertrauen, welches die Nutzer in Facebook als einen sicheren Ort zum Teilen von Informationen setzen, als Grundlage für die Funktionstüchtigkeit von Facebook.

Eine neue Wahrnehmung

Zur Übersicht

Die Veränderungen der Privatsphäreneinstellungen im Dezember 2009 brachen jedoch grundlegend mit dieser Wahrnehmung. Facebook hat sich damit selbst dekonstruiert. Da per Voreinstellung nun alle persönlichen Informationen für „jedermann“ sichtbar waren, es sei denn, man hatte sich per „Opt-out“ dagegen entschieden, wurden mit dieser Veränderung 65% aller Nutzerprofile der Öffentlichkeit zugänglich.

Zuckerberg verwies schon Anfang 2009 im oben genannten Blogpost darauf, dass der Nutzer jederzeit die Möglichkeit hätte, den Zugang zu den privaten Daten durch Dritte zu begrenzen.

„People want full ownership and control of their information so they can turn off access to it at any time.”


Tipp: Text als PDF - bitte vorab! Anleitung genau lesen - oder eKurs zum Thema herunterladen. Regelmäßige Sonderaktionen oder Insider-News gibts per Newsletter!

Datenschutz dem Mammon geopfert?

Zur Übersicht

Eine der größten Kritiken, die in diesem Zusammenhang aufkam, war die Frage, warum man sich nicht per „Opt-in“ bewusst für die Freigabe der persönlichen Daten entscheiden konnte, anstatt, dass Facebook im Vorhinein die Annahme tätigt, dass alle Nutzer mit dieser Freizügigkeit einverstanden wären.

Eine grundlegende Erklärung liefert Boyd in ihrer Rede, indem sie darauf hinweist, dass für Facebook erst durch dieses Verfahren eine große Viralität3 entstanden ist und damit verbunden das Netzwerk erstmals monetarisierbar wurde.

Mehr Wissen - PDF-Download, eKurse oder persönliche Beratung

Zur Übersicht

Offline-Download - Anleitung unbedingt Lesen! Diesen Text 24 Stunden lang als PDF herunterladen oder ausdrucken - nur Leserecht, keine Weitergabe oder Nutzung! Dazu beim Kauf unter "Interessen" unbedingt den Titel eintragen und nach dem Kauf hier klicken. Möglich sind auch mehrere Texte in einem PDF - dazu mehrfach buchen und uns nach dem Kauf per eMail die genauen Titel mitteilen. Oder als Premium-Mitglied 1 Jahr lang alle Texte & eKurse gratis herunterladen.

2,39 Jetzt buchen



Ihr eKurs on Demand: Wählen Sie Ihren persönlichen eKurs zu diesem oder einem anderen Wunschthema. Als PDF-Download. Bis zu 30 Lektionen mit je 4 Lernaufgaben + Abschlusslektion. Bitte unter "Interessen" den Titel eintragen. Alternativ stellen wir gerne Ihren Kurs für Sie zusammen oder bieten Ihnen einen persönlichen regelmäßigen eMail-Kurs inklusive Betreuung & Zertifikat - alle weiteren Informationen!

16,20 Jetzt buchen



Berater-Pakete: Sie wollen Ihre Reichweite erhöhen oder als Arbeitgber Bewerber ansprechen? Für diese und weitere Themen bieten wir spezielle Berater-Pakete (Übersicht) - zum Beispiel ein persönliches Telefonat (Preis gilt pro Stunde).

149,99 Jetzt buchen

berufebilder

Sie wollen hier kommentieren? Bitte die Debatten-Regeln einhalten, Beiträge müssen freigeschaltet werden. Ihre eMail-Adresse bleibt geheim. Mehr Informationen zur Verwendung Ihrer Daten und wie Sie dieser widersprechen können, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

  1. Debatte zu diesem Beitrag folgen
  2. Allen Debatten folgen
  3. Debatten per eMail abonnieren (Link hier eintragen!)
  1. BEGIS GmbH

    Facebook Datenschutz & Privatsphäre – 3/5: Wie Facebook böse wurde! via @berufebilder - Empfehlenswerter Beitrag CxIQWLPup9

  2. Thomas Eggert

    Facebook Datenschutz & Privatsphäre – 3/5: Wie Facebook böse wurde! via @berufebilder - Empfehlenswerter Beitrag ksoetNUdPB

  3. Pingback: punktefrau » Blog Archive » Perlen der Woche – 10.11.2011 » punktefrau

  4. Simone Janson

    #Blogpost Serie – das Ende der Privatsphäre auf Facebook: Wie Facebook plötzlich böse wurde!

  5. Dorothee Rothfuß

    Serie – das Ende der Privatsphäre auf Facebook: Wie Facebook plötzlich böse wurde! »

  6. KompetenzPartner

    Serie – das Ende der Privatsphäre auf Facebook: Wie Facebook plötzlich böse wurde!: In den letzt...

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ja, ich möchte regelmäßig über die neusten Aktionen & Angebote per Newsletter informiert werden.

Hiermit akzeptiere ich die Debatten-Regeln und die Datenschutzbedingungen mit der Möglichkeit, der Verwendung meiner Daten jederzeit zu widersprechen.