Geld verdienen mit Bloggen: Öffentliche Förderung Paywall und Micropayment


Gut arbeiten, 500 Bäume pflanzen! Wir machen die Arbeitswelt menschlicher wie ökologischer und spenden – urkundlich belegt – Einnahmen für Aufforstung. Als Verlag Best of HR – Berufebilder.de® mit einzigartigem Buchkonzept, on-Demand eKursen und News-Dienst geben wir über 15 Jahre Erfahrung an unsere Kunden (u.a. Samsung, Otto, staatliche Institutionen) weiter. Von der Top20-Bloggerin Simone Janson, referenziert in ARD, ZEIT, WELT, Wikipedia.
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Neben diversen mehr oder weniger seriösen Werbeformen gibt es noch die Möglichkeit, durch Werbung Geld zu verdienen – durch öffentliche Förderung oder eine Paywall. Lohnt sich das?


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Hier schreibt für Sie:

 

Simone Janson Simone JansonSimone Janson ist Verlegerindeutsche Top20 Bloggerin und Beraterin für HR-Kommunikation.

  Profil

Offentliche Förderung als Finanzierungsform für Blogger

Eine Finanzierungsform, die ich selbst bislang noch nicht ausprobiert habe, weil ich gar nicht daran gedacht hatte: Öffentliche Mittel. Dafür muss der Blogs natürlich auch im öffentlichen Interesse liegen. Der Journalist Matthias Spielkamp hat es vorgemacht und dankenswerterweise eine Präsentation dazu veröffentlicht. Anlass für Spielkamps Präsentation war der Zukunftskongress der Journalisten-Vereinigung Freischreiber.

Hier sprach Spielkamp im Workshop “Spaß kann man nicht essen – Geld und Geschäftsmodelle” über Journalisten als Unternehmer. Nachdem die anschließende Podiumsdiskussion von Zuhörer Felix Schwenzel kritisiert worden war, widmete sich Spielkamp in seinem Immateriblog noch einmal ausführlicher dem Thema, weil er die Diskussion unbefriedigend fand. In der Präsentatiopn beschreibt er, wie er seine Plattform irights.info zum Thema Urheberrecht in der digitalen Welt aufgebaut hat. Von 2004 bis 2006 wurde er 18 Monate lang vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft gefördert.

Trotz Grimme-Online Arward und zahlreicher Projektanträge gab es jedoch erst 2008 wieder eine neue Förderung durch das Bundesforschungsministerium und die Kulturstiftung des Bundes. Spielkamp resümiert: Es ist unmöglich, eine Anschlussförderung zu bekommen, egal wie erfolgreich das Projekt ist. Und: Der Aufwand, für kleinere Projekte Anträge zu stellen, ist zu groß!

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Alternative Paid Content

Vor einigen Wochen noch habe ich ein (zunächst) lukrative scheinendes Angebot von 500 Euro monatlich abgelehnt, weil der Vermarkter sich ständig widersprechende Angaben machte, mich mit fadenscheinigen Argumenten zu überzeugen versuchte und letztendlich ausgesprochen unseriös wirkte. Traurig sowas.

Wie aber sehen die Alternativen aus? Flattr beispielsweise ist theoretisch eine schöne Sache: Leser bezahlen freiwillig mit einer Art Micropayment-System, wenn ihnen ein Beitrag gefällt – und zwar in kleinen Cent-Beträgen. In der Praxis funktioniert es aber nicht auf jedem Blog. Und am meisten verdient Flattr selbst.

Micropaymentdienst Flattr

Der eine oder andere hat es schon gesehen: Auf meinem Blog gibt es nun auch den grün-weiß-orangenen Flattr-Button, mit dem Leser per Micropayment kleine Summen Geld spenden können, wenn ihnen ein Artikel gefällt. Um ehrlich zu sein war – und bin ich noch – ich skeptisch, ob das auf meinem Blog zu einem nennenswerten Ergebnis führt.

Flattr ist ein Wortschöpfung aus “to flatter” (jemandem schmeicheln) und “flat fee” (Pauschalpreis). Die Frage ist jedoch: Ist Flattr wirklich ein langfristiges Geschäftsmodell – oder nicht viel mehr als ein Grashalm im Wind? Es funktioniert jedenfalls so: Wer sich bei flattr anmeldet, kann einen monatlichen Betrag zwischen 2 und 100 Euro per Klick auf den Button an Webseiten seiner Wahl verteilen – vorausgesetzt der Blogger oder Webseitenbetreiber hat die Seite bei flattr angemeldet und den Button installiert. Eine sehr gute Erklärung findet man bei Selbständig im Netz!

Was Flattr wirklich bringt

Das im Web bereits vieldiskutierte Problem bei Flattr ist allerdings: Man kann nur spenden, wenn man sich vorher einloggt. Und genau die Motivation, sich bei Flattr überhaupt einen Account anzulegen, bringen in der Regel nur Menschen mit, die ohnehin in der Blog- und Web 2.0-Sphäre unterwegs sind – und zwar auf Seiten, die sich auch genau mit diesen Themen beschäftigen.

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Das sorgte für kräftig Diskussionsstoff – und viele Erfahrungsberichte zu dem Thema gibt es bereits: Etwa bei Daniel Fiene. Felix Schwenzel oder Stephan Niggemeier. Auch kritische Stimmen sind zu hören, etwa auf Netzpanorama, von Don Alphonso oder Sascha Lobo. Eine monatliche Übersicht über die meistgeflatterten deutschen Beiträge bietet Carta.

Auf die Zielgruppe kommt es an

Wenn Leser bezahlen sollen, kommt es außerdem auf die richtige Zielgruppe an: Auf Best of HR – Berufebilder.de® geht es hingegen klassische Karrierethemen: Dementsprechen breit ist meine Leserschaft. Und deswegen finden sich darunter viele, die mit dem Flattr-Button gar nichts anzufangen wissen, einfach weil sie von der Diskussion um Flattr gar nichts mitbekommen haben.

Denn wie wenig der normale Internetnutzer den Slang der Nerds versteht, merke ich schon daran, wie selten, der “Gefällt-mir-Button” gecklickt wird oder welche Kommentare ich zur Navigation auf der Seite erhalte. Daran sieht man, wie Dinge, die für mich völlig logisch sind, auf manche User wirken- und dass man sich als Blogger darauf einstellen muss, was ein fortwährender Optimierungsprozess ist.

Sind Leser bereit, für Inhalte zu bezahlen? Achtung Publikumsbeschimpfung!

Aber es gibt noch einen anderen Grund: Ich bin auch nach wie vor skeptisch, dass Internetnutzer überhaupt bereits sind, für Inhalte im Netz zu zahlen. Die Mitnahmementalität ist doch recht groß – die Gratiskultur auch!

Wenn, dann überhaupt nur ein kleiner Teil davon, der versteht, dass man die ganze Arbeit nicht umsonst leisten kann und dass es manchmal für Blogger schön ist, auch ein wenig Anerkennung zu bekommen. Insofern freue ich mich im Zuge des Flattr-Experiments über jede positive Überraschung!

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Erfahrungen mit Flattr

Bisher hatee ich daher vor allem auf Werbung gesetzt, um Geld zu verdienen – und bin auch nach wie vor der Ansicht, dass man hier mehr Geld zusammenbekommt. Dass ich dennoch auch Flattr eingebaut habe, hat mehrere Gründe. Zum einen gab es einige Leser-Beschwerden über die störende Werbung. Ich selbst fand auch, dass unter der zeitweise zu viel vorhandenen Werbung Benutzerfreundlichkeit und Design stark gelitten haben. Schließlich finde noch einen anderen Aspekt wichtig: Sie gegenseitig unterstützen und vernetzen – und gleichzeitig die eigene Arbeit transparent mache. Und auch dazu trägt flattr bei.

Am Ende habe ich den Flattr-Button dann wieder ausgebaut. Mein Testmonat hat nun gezeigt, dass meine Skepsis berechtigt war: Ganze 74 Cent habe ich über flattre eingenommen. Ich war von Anfang an skeptisch, ob das Prinzip funktionieren würde: Um als Leser überhaupt Flattren zu können, muss man 1,8 Prozent des gewählten Betrages + 35 Cent pro Überweisung an Paypal abtreten. Und auch Flattr nimmt 10 Prozent der Gebühren. Heißt im Klartext: Um 2 Euro im Monat zu flattren muss ich mal mindestens drei Euro einzahlen. Ich finde das, ehrlich gesagt, ein bisschen krass: kein Wunder, dass Flattr sich bislang nur bei denjenigen durchgesetzt hat, die selbst von dem Bezahlsystem profitieren. Was dabei dann herauskommt, ist das was Sascha Lobo und viele anderen Prophezeiten: Ein System, in der sich die Blogger selbst das Geld hin und herschieben und dafür noch Gebühren zahlen.

Wo Flattr funktioniert und wo nicht

Um das aber klar zu sagen: Natürlich funktioniert Flattr für einige Blogs sehr gut. Nämlich genau für die bekannteren Blogs, die in der Blogger-Szene auch gelesen werden. Oder diejenigen, mit denen sich die Leser identifizieren, die also eine richtige Community haben. Auf meinem Blog ist das nicht der Fall, weil Karrierethemen einen anderen Leserkreis ansprechen. Einen, der häufig über Google kommt und nach schnell verwertbaren Informationen und Tipps für seinen Berufsalltag sucht.

Ich habe aber auch festgestellt, dass im gleichen Zeitraum vergleichsweise oft der Facebook-gefällt-mir-Button geklickt wurde – ein Indiz also, dass die Leser durchaus partizipieren – aber offenbar eben nur bis zu einer gewissen Grenze. Vielleicht sind aber auch die oben schon beschriebenen technischen Hindernisse ein so großes Problem, dass viele Leser zwar den “Gefällt-mir-Button” klicken, aber eben nicht Flattr? Eben weil man halt bei Facebook schon registriert ist? In dem Fall könnte, bei aller Kritik an Facebook, ein in das soziale Netzwerk integriertes Bezahlsystem für Blogs helfen. Oder ist es einfach doch, weil es halt nichts kostet, in Facebook den Gefällt-mir-Button zu klicken?

Technische Probleme

Flattr führt darüer hinaus zu weiteren technischen Problemen, mit dem ich so gar nicht gerechnet hatte: Der Flattr-Button machte als weiteres Java-Script mein Blog langsamer. Und zwar bedeutend langsamer: Bis zu einer halben Minute hat es dank Flattr-Button gedauert, bis die Site vollständig geladen war. Ein Unding! Also weg mit dem Ding und siehe da, die Site lädt wieder bedeutend schneller.

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Denn gute Idee hin oder her: Sicherlich kann man mal investieren und Flattr ausprobieren – schon alleine um die an sich gute Idee zu unterstützen. Wenn die Site aber dadurch langsamer wird, wodurch am Ende vermutlich auch die Zugriffszahlen sinken – dann bringt flattr nicht nur kein Geld ein, sondern schadet am Ende sogar.


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  1. Sascha Pallenberg

    Hallo Jannick,

    bzgl. der Tsunami-Ankuendigung bin ich mehrfach zurueckgerudert. Dennoch darf man nicht vergessen, dass eines der ehemals bekanntesten deutschen Blogs (aka Basicthinking)einzig und alleine aus dem Grund gekauft wurde, damit man dieses Netzwerk der Werbelinks aufbauen konnte. BT war der Tueroeffner fuer die Onlinekosten GmbH und das wird leider immer wieder gerne unter den Teppich gekehrt.

  2. Marketinger

    Heyhey, ganz nett bei Interesse kannst du auch mal bei meinem Blog vorbei schauen ;)

  3. Simone Janson

    Hallo Jannick,
    du hast recht, möglicherweise kommt der Verdacht auf, dass es sich auch bei Affiliate-Werbung um unlautere Werbung handelt. Wenn die Werbung klar als solche gekennzeichnet ist, ist das jedoch nicht der Fall.
    Ich persönlich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass Affiliate-Werbung nur dann etwas bringt, wenn man auch im Text direkt auf das beworbene Produkt verweist. Und genau da wird die Sache m.E. auch schon unlauter. Insofern ist das kein ganz einfaches Thema und mir ist klar, dass die meisten das laxer sehen als ich.
    Gruß
    Simone

  4. Holger Froese

    Serie – Geld verdienen mit Bloggen: Die Zukunft der Werbung #Business
    Kommentiert auf Twitter

  5. Politwirt

    Hallo,
    Was ich nicht ganz nachvollziehen kann, ist die Bezeichnung der Werbeformen SEO, SEM und Affiliate Marketing als “unschön”. Darauf wird zwar im folgenden Text eingegangen, aber es entsteht der Eindruck als ob bspw. Affiliate Marketing immer mit Methoden wie der Maskierung der Affiliate Links arbeiten würde. Gerade für Blogger kann dies eine sehr ertragreiche Einnahmequelle auch ohne zwielichtige Methoden sein, worauf ich auch in einem Artikel auf meinem Blog eingegangen bin:

    Bei den Reaktionen auf Bloggergate muss ich ihrer Ansicht vollkommen zustimmen. Es ist schade, dass solche Methoden mittlerweile als normal gelten, allerdings ist es auch ein offenes Geheimnis, weswegen die vorherige Ankündigung Pallenbergs eines “Tsunamis in der Blogosphäre” wohl doch übertrieben war.
    Gruß
    Jannick

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