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Normen und Wissensaustausch – 3/3: Sprache Wissen Sprachrelativismus



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Bei der Definition von Wissensintegration hatte ich darauf gedeutet, dass es darum geht den „Beipackzettel“ zum Verständnis des kommunizierten Wissens mitzuliefern. Ich gehe davon aus, dass Wissen über Sprache kommuniziert werden kann. Ob es implizite und explizites Wissen gibt, und wie beide Arten eventuell weitergegeben werden, ist für mich hier nicht von Interesse.

Sprache Lernen Sprachreise


Hier schreibt für Sie:

 

Dr. Oliver Krone, MBA in International Business Management, ist internationaler Experte für Wissensintegration.

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Sprache, die die Welt beschreibt

Wenn davon ausgegangen wird, dass Sprache – ohne über Grammatik nachzudenken – die Welt beschreibt in der Jekyll und Hyde leben, dann sind Wörter größtenteils Beschreibung von „Realität“. In der Schule, in der Familie, und unter Freunden werden Kinder dazu erzogen einen allgemeinen Sprachgebrauch zu trainieren und Sprache entsprechend zu verwenden.

Dabei werden Wörter und Sätze gemäß der „allgemeinen Konvention“ benutzt. Somit hat Sprache auch einen kulturellen-/institutionellen Charakter. Es werden Ideen und Motive über Generationen hinweg kommuniziert, sowie zwischen verschiedenen Gruppen die andere Sprache sprechen. Aber was bleibt ist, dass die Sprache eine Welt beschreibt die von vielen doch recht gleichförmig erlebt wird.

Was ist dann Wissen?

Aus einem konstruktionistischen –sozial interaktionsitischen- Wissensverständnis kann gesagt werden, dass Wissen eine Übereinkunft zwischen Jekylls ist. Danach verhält sich dieser oder jene Sachverhalt so und nicht anders.

Wissen ist eine Beschreibung von Realität und wie sie nach der oben angesprochenen Lebenserfahrung die Dinge so ergeben. Wissen ist eine Konvention die das Leben darstellt wie es von einer bestimmten Gruppe wahrgenommen wird. Wissen stellt dann etwas Statistisches dar, und repräsentiert eine bestimmte Lebenserfahrung. Es wird deutlich, dass Sprache und Wissen miteinander verschwimmen.

Wie entsteht Fachschinesisch?

Wenn sich Jekyll im Laufe seiner Berufserfahrung mehr und mehr in einen bestimmten Bereich einarbeitet, und darin fortbildet, bleibt es nicht aus, dass damit auch eine sprachliche und kulturelle Einfärbung seines Wissens einhergeht.

Eben das tritt ein, was andere später zu einem Stereotyp machen: Es bildet sich im Lauf der Zeit der in der vorigen Folge beschriebene Fachchinesich sprechende Hyde heraus. Er hat eine ganz bestimmte Sicht auf die Welt. Diese entsteht aus seinem Wissen, und der von ihm genutzte Sprache. Beides wird von ihm auf eine individuelle, und doch auch Gruppenspezifische, Art und Weise in seinem Denken kombiniert. Sie fragen sich nun, ob das so überhaupt zutrifft, oder eine Beschreibung ist die vollkommen aus der Welt ist?

Psycholinguistik

Die Antwort gibt die moderne Psycholinguistik. Sie hat festgestellt, dass Sprache und denken einander beeinflussen. Dabei werden zumindest Teile der Erfahrungen die Menschen machen daran gebunden welche Sprache sie sprechen. Damit wird definiert welche Auslassungen in der Beschreibung (s)einer Realität und der Berichterstattung darüber erlaubt sind und welche nicht. Und wie hängt das wiederum mit Wisse zusammen?

Wenn Wissen in einem westlichen Kontext definiert ist, dann erkennen wir dass für Jekyll – und Hyde- durch Sprache und Wissen die Art und Weise beeinflusst wird wie Informationen verarbeitet werden sollen. Je nachdem was Jekyll gelernt hat, und wo er somit einen festen Wissenskern hat, werden die Auslassungen unterschiedlich sein. Oder einfacher: Über sein Wissen lernt Jekyll- wie auch Hyde, und der noch viel mehr- was er in seiner Welt sehen muss, und worüber er hinwegschauen kann.

Wissen wird kommunizierbar

Damit wird Hyde auch dazu gebracht, dass sich sein denken nur mit der Sprache beschäftigen und über sein Wissen auseinandersetzen kann die er nutzt. Es kommt zu einem Dreischritt, in dem Sprache mit ihren Begriffen das vorprägt worüber Jekyll und Hyde wissen haben können. Das Wissen welches Jekyll und Hyde haben sind Ausdruck ihrer Erfahrungen in der Welt die bedingt sind von der Sprache die sich sprechen. Damit wird Wissen für viele kommunizierbar.

Bleiben wir bei Jekyll geht damit einher die Nutzung einer Sprache, mit einer bestimmten Bedeutung der Wörter die spezifisch ist für die Gruppe/Gemeinschaft in der er sich bewegt. Und somit kommen wir über Wissensintegration genau zurück zum generellen Sprachgebrauch in der Gesellschaft in der sich Jekyll die meiste Zeit bewegt: die nicht Berufsspezfische Welt. Somit steht Jekyll eine Sprache zur Verfügung die er von Kind an gelernt hat, und die es ihm zumindest prinzipiell ermöglicht sich mit Menschen zu unterhalten die ihm so täglich begegnen.

Erkenntnis-Interdisziplinarität

Die generelle Lebenserfahrung erlaubt es also Jekyll sich über Wissensintegration einer Methode zu bedienen die es ihm ermöglicht eine „Erkenntnis-Interdisziplinarität“ (cognitive Interdisciplinarity von Rainer Bromme) zu erlangen, und sich dabei eines „gemeinsamen Grundes“ (common ground von Herbert H. Clarke) zu bedienen um sicherzustellen, dass er mit seinen Gesprächspartnern auf einer Wissens- und Verhaltensebene ist.

Und so schließt sich der Kreis dieser kleinen Serie die mit der Entstehung von Projektinstitutionen begann, und die die Grundlagen zum Wissensaustausch setzten.

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