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Namenswahl bei der Unternehmensgründung: Ungute Gefühle?


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Namen sind Schall & Rauch – heißt es. Bei Unternehmensgründungen trifft das leider nicht zu: Sie müssen eine Vielzahl von Kriterien erfüllen. Ein Überblick mit Beispiel.


Hier schreibt für Sie:

 

Simone JansonSimone Janson, Auftritte in der ARD, gelegentlich Artikel für WELT, ZEIT, WIWO, t3n, W&V, macht Best of HR – Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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Kriterien, die ein guter Firmenname erfüllen muss

Ein guter Unternehmensname ist schwer zu finden: So ein Name muss in Zeiten von Google nicht nur aussagekräftig, kurz, prägnant und dann auch noch per URL verfügbar sein – ohnehin schon eine wahre Kunst, die so manchen Gründer zu großen Verrenkungen verleitet.

Und hat der glückliche Gründer dann endlich einen passenden Namen gefunden, wird der freudestrahlend eingetragen. Nur über eines wird häufig nicht nachgedacht: Welche Gefühle weckt der Name bei potentiellen Kunden?

Gefühle bei der Namenswahl?

„Gefühle?“ – ich sehe Sie schon deutlich nach Luft schnappen. „Was haben denn Gefühle in meinem Firmennamen zu suchen?“ Sehr viel:

Denn wenn Menschen mit Ihrem Unternehmensnamen etwas Negatives verbinden, werden Sie nicht ihre Kunden. So einfach ist das. Und wenn Sie Pech haben, erfahren Sie nichtmal davon.

Das Beispiel mit der IchAG

Die ich AG ist mittlerweile ein alter Hut. Aber vor 15 Jahren war sie in aller Munde – und das nicht unbedingt positiv. Stand sie doch für Outsourcing & Selbständigkeit zu Dumpingpreisen – und für Arbeitslose, die zwar lieber einen festen Job gehabt hätten, aber sich nun bitte selbständig machen sollten. In dieser Eigenschaft hat es die IchAG seinerzeit sogar zum Unwort des Jahres 2002 geschafft.

Um so überraschter war ich, als mir vor einiger Zeit die „ichselbstag“ über den Weg lief. Bitte Nochmal lesen: ichselbstag.

Aha. Die Assoziation mit der unschönen IchAG ist sofort da.

Erst beim zweiten Hinsehen wird mir klarer: Das ganze hat nichts mit IchAG zu tun, sondern mit Selbstfindung. Das Angebot mag sicher sinnvoll sein oder auch nicht, darum geht es mir hier überhaupt nicht. Aber der Name weckt einfach zunächst ganz andere Konnotationen.

Bekanntes ist gut, aber…

Sicherlich eine gute Idee, den Namen an etwas anzulehnen, das schon alle kennen. Aber musste es ausgerechnet das Unwort des Jahres 2002 sein? Dabei denken auch heute noch viele Menschen  weniger an Selbstfindung, sondern eher an Hartz IV, Arbeitslosigkeit, Schikanen der Arbeitsagentur und und und.

Das weckt negative Emotionen. Die Idee, die hier beworben werden soll, verheißt dabei doch das genaue Gegenteil. Daher ein Beispiel dafür wie eine eigentlich gute Idee schlecht umgesetzt wurde – denn den Namen eines Produktes, das mit Selbstfindung und Wohlbefinden zu tun hat, sollten die Menschen doch eher mit etwas Positivem verbinden.

Fazit

Das Beispiel zeigt: Nicht einfach irgendeinen Namen wählen, der gut klingt und irgendwie passt. Machen Sich bei der Namenswahl ein paar mehr Gedanken, hohlen Sie Meinungen von anderen ein oder noch besser: Lassen Sie sich beraten.

Analysieren Sie versteckte oder zweideutige Wortbedeutungen. Und, was immer wichtiger wird, finden Sie einen Namen, der auch im (zumindest englischsprachigen) Ausland funktioniert und bei Kunden nicht zu ständigen Nachfragen führ.

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