Multitasking schadet uns: 5 Tipps für gesuenderes Arbeiten


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Die Versuchung des Multitaskings lauert überall: Der Posteingang blinkt, die Social-Media-Kanäle wollen beobachtet werden und alles ist spannender als der Report, an dem wir gerade schreiben. So springen wir von einer Aufgabe zur anderen und haben am Abend doch nur alles halb erledigt – weil wir mit dem IQ eines 8-Jährigen unterwegs waren.Gesundheitsrisiko_Multitasking

Die Nachteile sind gravierend

Multitasking heißt nicht unbedingt nur, dass man die Dinge gleichzeitig erledigt, auch wenn man sie schnell nacheinander oder durcheinander angeht, zeigen sich negative Auswirkungen. Beim Autofahren ist es augenblicklich spürbar, dass unsere Konzentration sinkt, wenn wir fahren, telefonieren und parallel nach der Wasserflasche greifen.

Ähnlich ergeht es unserem Gehirn, wenn wir im Meeting eine eMail schreiben oder ständig unseren Posteingang kontrollieren, während wir an einer Präsentation arbeiten. Wie gravierend die Auswirkungen des täglichen gedanklichen Spagats sind, belegen zwei Studien:

  1. Eine Studie der University of London hat gezeigt, dass Multitasking im Büro ähnliche Auswirkungen auf die Konzentration hat, wie Marihuana zu rauchen oder eine Nacht nicht zu schlafen. Besonders bei Männern senkt Multitasking den IQ um bis zu 15 Punkte – das entspricht in etwa der geistigen Leistungsfähigkeit eines 8-Jährigen.
  2. Untersuchungen von Dr. David Meyer haben ergeben, dass es uns bis zu 40% unserer produktiven Zeit kostet, wenn wir von Aufgabe zu Aufgabe springen, anstatt sie nacheinander anzugehen.

Unser Gehirn – Nicht für Multitasking gemacht

Allerdings wird in unserer Gesellschaft Multitasking zu wenig hinterfragt. Neurowissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass der menschliche Geist nicht für Multitasking gemacht ist. Er verträgt es nicht, viele Dinge parallel zu erledigen. Multitasking vermindert definitiv die Leistungsfähigkeit.

Fatal ist zudem, dass sich das Gehirn an den permanenten Stress, der mit der Erledigung unterschiedlicher Aufgaben zur selben Zeit verbunden ist, gewöhnt. Ist das Multitasking zur Gewohnheit geworden, ist es ganz schwer, wieder in einen Ruhezustand umzuschalten.

Warum sind wir dennoch süchtig nach Multitasking?

Ganz einfach: weil es sich gut anfühlt, neuen Reizen nachzugehen. Unser Gehirn freut sich über Ablenkung und neue Eindrücke. Oft geben uns diese Ablenkungen ein schnelles Glücksgefühl: eine eMail im Posteingang vermittelt uns, wichtig zu sein; wenn wir den anstehenden Rückruf sofort tätigen, haben wir in Minuten einen Punkt abgehakt, den wir von unserer To-Do-Liste streichen können.

Glücksgefühl! Da kann die langwierige Präsentation für die Geschäftsführung nicht mithalten. Multitasking umgibt uns zudem mit einer Aura von Stress und Geschäftigkeit. Das mag von außen auf Kollegen beeindruckender wirken als ruhig eine Aufgabe nach der anderen anzugehen.

5 Tipps: Dem Multitasking ein Schnippchen schlagen

  1. Wer sich bewusst ist, in welchen Situationen er oder sie sich leicht ablenken lässt, kann die negativen Auswirkungen des Multitaskings eindämmen. Zum Beispiel indem man sich feste Termine setzt, zu denen man Ablenkungen bewusst zulässt, während man zu anderen Zeitfenstern den Posteingang fest verschlossen hält.
  2. Man sollte sich auch fragen, wofür brauche ich diese Emailflut und warum muss ich mich ständig in den Social Media – Plattformen bewegen? Fühle ich mich allein, wenn ich nicht im Netz interagiere und keine Mails oder SMS erhalte? Schon ein Tag ohne Internet kann bei vielen Menschen zu sozialen Entzugserscheinungen führen.
  3. Wichtig ist es selbst Prioritäten zu setzen bei seiner Tätigkeit, und auszuwählen, was nehme ich auf und was nicht. Das ist so, wie in einer Zeitschrift zu blättern, jeden Artikel kurz zu überfliegen und dann bewusst entscheiden, was man lesen möchte.
  4. Machen Sie eine Bestandsaufnahme! Welche Kommunikationswege nutze ich – Telefon, Email, Twitter, Facebook? Wie kann ich die Informationsflut, die auf mich einstürzt, intelligent filtern? Individuelles Informationsmanagement ist heutzutage im Arbeitsprozess sehr wichtig geworden – es geht darum, den medialen Mix, der bei jedem unterschiedlich ist, zu steuern und sich nicht überfluten zu lassen, sondern gezielt die Informationen auszuwählen, die man benötigt.
  5. Schwierige Aufgaben sollte man bewusst mit hoher Konzentration erledigen. Die kleinen Freuden des Multitaskings gönnt man sich dann bei Routineaufgaben. Mit etwas Übung holt man sich so die 40 % seiner Zeit zurück, die man durch Multitasking verliert – und kann zudem mit voller geistiger Leistungsfähigkeit arbeiten, anstatt nur angestrengt zu wirken. Einfach ausprobieren!


Hier schreibt für Sie:

 

Guido da Silva ist Experte für Arbeitsmanagement-Prozesse beim Software-Unternehmen Wrike.

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Herausgegeben von:


©24.07.2021

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