Mitarbeiter-Illoyalität: Treue & Vertrauen zählen

Von Anne M. Schüller (Mehr) • Zuletzt IT-aktualisiert am • Zuerst veröffentlicht am 11.02.2015 • Bisher 4823 Leser, 2374 Social-Media-Shares Likes & Reviews (5/5) • Kommentare lesen & schreiben • Offenlegung & Urheberrechte: Bildmaterial erstellt im Rahmen einer kostenlosen Kooperation mit Shutterstock. 

Wer seine individuellen Werte am Arbeitsplatz aufgeben muss und wer sich ständig verbiegen soll, kann keine Loyalität entwickeln. Loyalität zeigt sich am ehesten, wenn die Werte eines Unternehmens und die persönlichen Werte seiner Mitarbeiter ein hohes Maß an Übereinstimmung zeigen. Insgesamt fünf Loyalitäten spielen dabei eine Rolle.

Mitarbeiterloyalität

Vier Grundformen der Mitarbeiterloyalität

Sich voll und ganz mit einem Unternehmen identifizieren zu können heißt auch, sich selbst treu zu sein. So gibt es die Loyalität gegenüber sich selbst, also nach innen, und die Loyalität gegenüber anderen, also nach außen. Im Detail lassen sich auf den ersten Blick vier Außen-Loyalitäten erkennen:

  • Die Loyalität zum Unternehmen als solchem
  • Die Loyalität zur direkten Führungskraft
  • Die Loyalität zu Kollegen und Ansprechpartnern
  • Die Loyalität zur eigenen Arbeit

Das Karriereportal Monster hat dazu vor einiger Zeit eine Online-Umfrage gemacht, an der knapp 25.000 europäische Arbeitnehmer teilgenommen haben. Die Frage „Wem gegenüber sind Sie bei der Arbeit am loyalsten?“ erbrachte folgende Antworten:

  • Mir selbst 33%
  • Meinem Team 32%
  • Meinem Unternehmen 19%
  • Meinem Chef 10%
  • Niemandem 6%

Vor allem die deutschen Arbeitnehmer zeigten einen auffallenden Mangel an Loyalität gegenüber ihren Vorgesetzten. Mit sieben Prozent kommen sie auf den niedrigsten Wert in Europa. Das ist dramatisch, denn neuerdings kommt eine weitere Loyalität hinzu: die Loyalität zu den eigenen Netzwerken.

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Ein neues Phänomen: die fünfte Loyalität

In sehr vielen Menschen steckt der Wunsch nach Abwechslung und der unbändige Drang, zu neuen Ufern aufzubrechen. Und die heutige Arbeitswelt macht für viele das nomadische Jobben unumgänglich. Doch gleichzeitig hegen wir auch das tiefe Bedürfnis nach Zugehörigkeit zu einer Gruppe Gleichgesinnter.

Die Netzwerkbildung im Web ist ein sichtbares Zeichen dafür. Auch im Online-Gaming setzt sich dies fort. Die populärsten Spiele sind Gemeinschaftsspiele. Und meist geht es nicht nur darum, Badges und höhere Level zu erreichen, es gilt auch, in renommierte Gemeinschaften und Gilden aufgenommen zu werden, um gemeinsam zu siegen.

Soziale Netzwerke sind nichts anderes als neue Zufluchtsorte und moderne Formen des Herdentriebs. „Social Media ist nur die digitale Entsprechung eines fundamentalen menschlichen Bedürfnisses. Wir möchten verbunden sein, einen Unterschied machen, Einfluss haben, vermisst werden“, sagt der Online-Experte Seth Godin.

Soziale Netzwerke sind Verbundenheitskatalysatoren

In Zeiten der Vereinzelung, der schleichenden Vereinsamung und des sozialen Autismus können kollaborative Unternehmen den Menschen eine Heimat geben. Gerade die junge Generation, in der es so viele Schlüssel- und Patchworkkinder gibt, sucht nach neuen Formen des Miteinanders. Und in digitalen Netzwerken werden diese gefunden.

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Die Verbundenheit zu solchen „Wahlverwandten“ stellen Millennials über andere Werte. Mit ihnen fühlen sie sich über gleiche Lebenseinstellungen, ähnliche Weltanschauungen und gemeinsame Erfahrungen verbunden.

In seinen Peer-Groups hilft man einander mit guten Ratschlägen und steht füreinander ein. Man beeinflusst sich bei Lebensentscheidungen und tut die gleichen Dinge. Status ergibt sich aus dem, was man für die anderen tut, und nicht aus dem, wer man ist.

Horizontale Loyalitäten sind wichtiger als vertikale

Frühere Loyalitäten waren vertikaler Natur. Man war zum Beispiel ein eingefleischter Siemensianer – ein Mitarbeiter der Firma Siemens also – und dem Unternehmen ein Leben lang treu. Solche Topdown-Loyalitäten erodieren derzeit massiv.

Die bedingungslose Obrigkeitsloyalität von einstmals gibt es nicht mehr. Horizontale Loyalitäten sind an ihre Stelle getreten. Netzwerke haben die Hierarchie als Ordnungsprinzip abgelöst. Und sie werden überall da zum Sicherheitsnetz, wo herkömmliche Sicherheitsnetze versagen.

Denn die sogenannten „strong ties“, zu denen traditionelle Familienverbünde und lebenslange Anstellungen gehörten, sind vom Aussterben bedroht. An ihre Stelle sind die „weak ties“, die lockeren Bande getreten.

Alle fünf Loyalitäten müssen entwickelt werden

Die Loyalität der jungen Generation gehört den Gleichrangigen, dem Freundeskreis, den lockeren Beziehungen im beruflichen und privaten Bereich. Ihnen gegenüber sind sie verbundenheitssüchtig.

Insgesamt müssen alle fünf Loyalitäten entwickelt werden. Bleibt eine auf der Strecke, dann wirkt sich dies auf das Treueverhalten der Mitarbeitenden nachteilig aus. Welche der fünf im Vordergrund steht, das ist von Mensch zu Mensch verschieden.

Während zum Beispiel die Loyalität der „Analog Senior“ vor allem der Firma gehört, gehört die Loyalität der „Digital Natives“ ihrem Netzwerk. Für sie ist der eigene Arbeitgeber nichts anderes als eines von mehreren Netzwerken, in denen man sich parallel bewegt.

Firmen, die in der Lage sind, netzwerkartige Strukturen nachzubilden, sind für sie einen längeren Aufenthalt wert. Organisationen hingegen, die ihnen verbieten, ihre Netzwerk-Loyalitäten zu leben, kommen für Digital Natives nicht in Betracht.

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3 Kommentare zu „Mitarbeiter-Illoyalität: Treue & Vertrauen zählen“

  1. Ursula Rosengart

    Die 5. Loyalität – Spannender BeitragG58rV1GyFh

  2. Stefan Döring

    Loyalität im Unternehmen – Spannender Beitrago0S86mFeIJ

  3. Anne M. Schüller

    Kennen Sie die 5. Loyalität? Hier steht, worum es dabei geht – Spannender BeitragJLKcrdr7ED

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