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Mit Mediation günstig Konflikte beilegen & Gerichtsverfahren vermeiden – 1/4: Was ist Mediation?



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Mehr und mehr in den Focus der Öffentlichkeit rückt die Mediation. Eine Ursache liegt im aktuellen Gesetzgebungsverfahren. Die Wurzeln der Methode gehen bereits auf die alten Griechen zurück.Antike


Hier schreibt für Sie: Reinhard Schinkel ist laut Handelsblatt einer von Deutschlands besten Steuerberatern und Fachautor für Steuerrecht. Profil

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Mediation wird an Gewicht zunehmen

Die Mediation wird zukünftig auch an Gewicht zunehmen, weil viele Rechtschutzversicherungen in Ihren Klauseln aufnahmen bzw. aufnehmen werden, dass vor dem gefürchteten Apfelbaumstreit mit dem Nachbarn ein Mediationsverfahren durchgeführt wird.

Das bedeutet, dass vor vielen Zivilprozessen eine Vorinstanz - die Mediation - geschalten wird. Das geschieht einfach vor dem Hintergrund, die Gerichte zu entlasten und natürlich um Kosten zu sparen (für die Versicherungen).

Unternehmen: Runder Tisch statt Richter-Tisch

Auch namhafte Unternehmen der deutschen Wirtschaft (z.B. Deutsche Bahn, SAP, EON) haben die Kraft, den Sinn und Nutzen von Mediationsverfahren erkannt - aber natürlich auch deren Einsparpotentiale, die helfen, teuere, langwierige Gerichtsverfahren zu vermeiden.

Bereits 2008 haben Entscheidungsträger führender deutscher Unternehmen unter wissenschaftlicher Begleitung der Europa-Universität Viadrina einen "Runden Tisch für Konfliktmanagement und Mediation" etabliert.

Was ist denn Mediation überhaupt?

Hier treffen sich die verschiedensten Unternehmen zu einem Erfahrungsaustausch über neue Konfliktstrategien und vor allem Lösungsstrategien. Dieser Runde Tisch wird vom Institut für Konfliktmanagement an der Juristischen Fakultät der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder wissenschaftlich begleitet.

Doch was bedeutet es eigentlich, ein Mediationsverfahren einzuleiten? Und was gehört dazu?

Mehr als neumodischer Firlefanz

Die kurze Serie möchte sich mit der Mediation im Allgemeinen und besonderen beschäftigen. Es werden die Grundprinzipien der Mediation beleuchtet, der Ablauf eines Mediationsverfahrens geschildert und das neue Mediationsgesetz vorgestellt.

Die Mediation ist kein neumodischer Firlefanz, der aus Amerika übergeschwappt ist. Im Gegenteil, die Wurzeln der Mediation liegen bereits einige tausend Jahre zurück und sind weltweit verbreitet. Und dafür gibt es zahlreiche, historisch belegte Beispiele.

Schon die alten Griechen...

Bereits der Grieche Platon beschäftigte sich mit der Konfliktlösung. In Afrika sind Mediationsverfahren bei den Stämmen nachweisbar. Das war lebensnotwendig, weil keine Gerichtsbarkeit existierte.

Und die Menschen im konfuzianisch geprägten China, verwendeten die Mediation um Streitigkeiten vor einem Gerichtsprozess beizulegen. Der Streit vor Gericht wird dort als Schande empfunden.

Ein Mediator beendet den dreißigjährigen Krieg

Ein namentlich bekannter Mediator aus der frühen Neuzeit war Alvise Contarini. Berühmt wurde er für seine Vermittlungstätigkeiten während des Dreißigjährigen Krieges.

Dieser, von allen feindlichen Lagern geachtete, Vermittler, musste mehr als tausend nachgewiesene Unterredungen führen, bis seine Bemühungen von Erfolg gekrönt waren und im Westfälischen Frieden mündete.

Für ihre Dienste wurden die Mediatoren beschimpft und verspottet

Glauben Sie aber bitte nicht, dass dem Mediatoren Dankbarkeit gezeigt wurde und zum Teil wird. Nein, die Mediatoren wurden beschimpft verspottet, verdächtig für den Feind zu kooperieren und die eigentliche Rolle des Mediators wurde überhaupt nicht wahrgenommen.

Wie war das zum Beispiel mit Sokrates? Auch er galt aufgrund seiner Fragetechnik nicht nur als großer Philosoph, sondern als Mediator. Diese als „sokratischer Dialog“ bekannte Frageform, war den damaligen Herrschern ein Dorn im Auge.

Werden Sie kein Mediator!

Diese Fragetechnik erzog den Gefragten zum autonomen Denken. Das Ende vom Lied? Sokrates musste den Schierlingsbecher trinken, weil er seinen Überzeugungen treu blieb.

Haben Sie vor, eine Vermittlerlaufbahn einzuschlagen? Möchten Sie bei Verhandlungen als der strahlende, rettende Held dastehen? Denken Sie an Sokrates Werden Sie kein Mediator- Vergessen Sie es!

Die Aufgabe des Mediators ist es unauffällig zu bleiben, zu steuern und den Konfliktparteien, so eine Lösung des Konflikts zu ermöglichen.

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