Manipulation durch Chefs erkennen: 7 Kommunikations-Tricks der Zeitfresser


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Den eigenen Tagesplan abzuarbeiten wäre oft einfach – wenn da nicht die lieben Kollegen und Chefs wären. Nicht immer haben sie besten Absichten.

Manipulation durch Chefs erkennen: 7 Kommunikations-Tricks der Zeitfresser Manipulation durch Chefs erkennen: 7 Kommunikations-Tricks der Zeitfresser

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Hier schreibt für Sie: Simone Janson ist Verlegerin, deutsche Top20 Bloggerin und Beraterin für HR-Kommunikation. Profil

Hierarchische Kommunikation: Das Problem bei Delegieren

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Auch wenn Führung für Einige als überholt gilt: In unserer meist hierachisch strukturierten Arbeitswelt müssen Aufgaben bislang noch organisiert, delegiert und verteilt werden. Doch manche Chefs haben einen Schönheitsfehler: Sie sind narzistisch, manipulativ und beuten unsere Arbeitskraft aus.

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Man sollte sich fragen, welche psychologischen Mechanismen hier wirksam werden.

  • Was bedeutet es genau, andere für sich arbeiten zu lassen?
  • Wie werden Menschen überzeugt, Dinge zu tun, die sie eigentlich nicht tun wollen?
  • Wie genau stellen sie es eigentlich an, uns mehr abzuverlangen, als wir zu geben bereit sind?
  • Wie lässt sich dagegen vorgehen?

Zeitfresser aus Fleisch und Blut

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Vor einiger Zeit habe ich über Digitale Wichtigmacher geschrieben, die unsere Zeit fressen, weil sie uns suggerieren, Dinge dringend erledigen zu müssen. Ohnehin ist es ja geradezu en Vogue, auf das Internet als Zeitfresser zu schimpfen.

Was dabei oft vergessen wird: Ob Internet oder nicht, die eigentlichen Zeitfresser sind die aus Fleisch und Blut, die uns mit allerlei Tricks dazu zwingen wollen, ihnen Aufmerksamkeit zu schenken. Und das mitunter kommunikativ sehr geschickt. Einige Beispiele:

1. Immer diese Wichtigtuer

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Der Chef, der hektisch und mit lauter Stimme um die Erledigung eines Gefallens bittet, nutzt solche Manipulations-Mittel, um Sie dazu zu bringen, etwas für ihn zu tun. Denn manche Dinge erscheinen nur deshalb besonders dringend, weil der andere sie wichtig erscheinen lassen will, damit Sie seinem Wunsch absolute Priorität einräumen.

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Eine andere Methode besteht darin, Mitarbeiter mit Schmeicheleien dazu zu überreden, ihren Vorgesetzten einen Gefallen zu tun: „Sie kennen sich so gut aus – würden Sie mir helfen diese Informationen zu recherchieren?“ Da es viele Menschen besonders freut, wenn sie für unersetzbar gehalten werden, helfen sie natürlich gern.

2. Versteckte Drohungen und andere Gemeinheiten

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Aber auch versteckte Drohungen gehören zum Repertoire solcher „Manipulatoren“, die genau wissen, wo sie treffen können. Aussagen wie „Geben Sie sich doch etwas mehr Mühe!“ oder „Sie haben mich tief enttäuscht!“ treffen wie die Faust aufs Auge, denn es wird nicht nur die sachliche Aussage („Sie haben einen Fehler gemacht.“) transportiert, sondern sie wird mit einer Wertung verknüpft.

Denn wenn Du nicht auf diese Kritik reagierst, hält der andere Dich, so lautet seine implizite Botschaft, automatisch für faul, unmoralisch oder einen schlechten Menschen. Manchmal werden Kritik und Forderungen auch in Sticheleien und kleine Gemeinheiten verpackt, um ihnen besonderen Nachdruck zu verleihen. „Ihr Verhalten ist doch nicht normal“, „Sie sind der Erste, der mit meiner Bitte ein Problem hat“ oder „Normalerweise macht man das aber anders“.

3. Implizite Vorwürfe

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Die Spitze steckt dabei in so unscheinbaren Worten wie „natürlich“, „normal“ oder „man“, wie etwa in der Aussage „Man kann das ja kaum glauben!“. Wichtiger ist jedoch das, was ungesagt bleibt, nämlich die implizite Meinung des Kollegen: „Nicht nur ich bin dieser Ansicht, sondern die Mehrheit – und wer die Ansicht nicht teilt, ist irgendwie komisch und hat unrecht.“

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Gerade Menschen, deren perfektionistisches Bestreben ohnehin darin besteht, Unannehmlichkeiten um jeden Preis zu vermeiden, trifft dieser implizite Vorwurf hart. Daher ist die Versuchung groß ist, sich der angeblichen Mehrheitsmeinung zu beugen, denn wer möchte schon gern als Sonderling gelten. Oft genug steht der soziale Konsens jedoch auf ziemlich wackeligen Beinen und es gehört nur etwas Mut dazu, die Aussage ganz trocken zu entkräften.

4. Moralische Erpressung

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Es gibt noch weitere, unfeine Methoden: die moralische Erpressung. Man versucht, Dich zu etwas zu überreden, weil es angeblich Usus sei. Ein Chef, der zum Beispiel sagt: „Bitte geben Sie Ihren Bericht heute noch ab – alle anderen haben das schon gemacht!“ lässt keine Chance mehr, Nein zu sagen. Denn Du willst ja nicht der Einzige sein, der aus der Reihe tanzt.

Das funktioniert hervorragend, um Kritik noch zu verstärken: „Alle finden, dass Sie dieser Aufgabe nicht gewachsen sind“ – Diese Aussage zieht einen angeblichen sozialen Konsens heran: Die Mehrheit hat immer recht – und wer bist Du denn, dass Du diese Meinung in Frage stellen könntest? Du kannst! Lass Dich nicht nötigen und gib den indirekten Vorwurf einfach zurück an den Absender:

  • „Geben Sie sich doch etwas mehr Mühe.“ – Mögliche Antwort: „Geben Sie sich etwas mehr Mühe, mich zu unterstützen.“
  • „Tun Sie es mir zuliebe.“ – Mögliche Antwort:“Verzichten Sie mir zuliebe auf Ihre Forderung.“
  • „Sie vertrauen mir wohl nicht.“ – Mögliche Antwort: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“
  • „Dazu haben Sie kein Recht!“ – Mögliche Antwort: „Manche Rechte muss man sich nehmen, sonst hat man sie nicht.“
  • „Sie haben mich sehr enttäuscht!“ – Mögliche Antwort: „Ich fürchte,ich habe unter Ihren Erwartungen gelegen.“

Wer ein hohes Gehalt bezahlt, darf auch viel von seinen Arbeitnehmern erwarten. Aber erstaunlicherweise ist es häufig meist umgekehrt: Je geringer das Gehalt, desto höher der „Ausnutzfaktor“. Es müssen also noch andere Faktoren wirksam werden.

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5. Der Trick mit der Unersetzbarkeit

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Eine andere Methode ist es, Mitarbeiter mit Schmeicheleien dazu zu überreden, mehr zu tun als sie eigentlich müssten. „Du kennst Dich so gut aus – würdest Du mir helfen, diese Informationen zu recherchieren?“ Da es viele Menschen besonders freut, wenn man sie für unersetzbar hält, helfen sie natürlich gern.

Was hilft: Mache das persönliche Problem eines anderen nicht zu Deinem eigenen, wenn Du um etwas gebeten wirst. Gib höchstens einige Ratschläge zur Selbsthilfe: „Ich habe genau zu diesem Thema kürzlich ein sehr interessantes Buch gelesen – das wäre bestimmt etwas für Dich!“

6. Manipulation durch Fragetechniken

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Eine geschickte Methode der Manipulation, die ihre subtile Wirkung selten verfehlt und viele Menschen unter Druck setzt und überrumpelt – und schon machst Du doch wieder Überstunden statt früh Feierabend.

Suggestivfragen sind solche, bei denen sich der Fragesteller selbst die Antwort gibt und Dich so von der Berechtigung seiner Aussage überzeugen will. „Bist Du nicht auch dieser Meinung?“ Was hilft: Einfach mutig mit „Nein“ antworten.

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7. Entscheidungsfragen

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In eine ganz ähnliche Richtung laufen Entscheidungsfragen – auch diese sind dazu gedacht, Menschen, die sich schnell überfordert fühlen, hilflos zu machen. Bei solchen Entscheidungsfragen hat man Dir nämlich die Entscheidung, ob Du eine Bitte erfüllen willst, schon längst abgenommen: „Wir haben für morgen ein Meeting der Arbeitsgruppe angesetzt. Willst Du über Dein Projekt sprechen?“ Und schon kannst Du Dir mit zusätzlicher Arbeit die Nacht um die Ohren schlagen.

Wenn Du jetzt nur die Frage beantwortest, hast Du die Forderung schon akzeptiert. Was hilft: Zunächst auf die Aussage eingehen, dann erst die Frage beantworten: „Ich habe morgen keine Zeit. Aber wenn wir das Meeting übermorgen abhalten, würde ich gerne auch über mein Projekt reden!“

Manipulation beenden: Was tun?

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Natürlich ist es keine Lösung, in einen direkten Konfrontationskurs mit dem manipulativen Chef zu gehen – zumindest wenn einem der Job lieb ist. Man wird wohl oder übel Kompromisse machen müssen, denn der Chef sitzt letztendlich am längeren Hebel. Wer sich jedoch die Manipulationstechniken bewusst macht, kann vielleicht in dem einen oder anderen Fall vorbeugen.

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