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Meine „Märchenprinzstrategie“ für Frauen in MINT-Fächer: Emanzipation durch die Hintertür?


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Manchmal bekommt man über Twitter lustige Anregungen, die zu dem passen, was man sonst schon geschrieben hat. Und daraus formt man dann neue Ideen. So wie diese hier.


Hier schreibt für Sie:

 

Simone JansonSimone Janson, Auftritte in der ARD, gelegentlich Artikel für WELT, ZEIT, WIWO, t3n, W&V, macht Best of HR – Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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Sexy Berufe?

In der vergangenen Woche habe ich, übrigens nicht ganz Ironiefrei, einen Beitrag über die Umfrage einer Partneragentur gepostet; kurz gesagt ging es darum, wie sich der Beruf auf die sexuelle Attraktivität auswirkt.

Dazu gab es vor allem via Twitter einige Reaktionen – u.a. von meiner Kollegin Meike Nordmeyer, die als Kommentar dazu twitterte:

„guck an, guck an…. wenn man mir nun auch noch die entsprechende Verehrung zuteil kommen ließe – das wär‘ was. ;-)“ (siehe:

Technische Fachkräfte fehlen – was tun?

Genau diese Entgegnung hat mich dazu gebracht, das Thema etwas weiter zu denken: Denn nach besagter Umfrage rangieren IT-Berufe ganz hinten auf der Rangliste der attraktivsten Berufe. Genau das aber ist wirtschaftlich gesehen ein Problem: Denn in Deutschland fehlen die Fachkräfte. Daher sollen auch verstärkt Frauen davon überzeugt werden, einen technischen Beruf zu ergreifen, wie dieser Beitrag zeigt.

Tüftlerfächer sind nicht Sexy…

Da gibt es allerdings ein Dilemma: Die Mädels wollen nicht so richtig. Sie studieren nach wie vor lieber irgendwas mit Medien, aber nicht technisches – denn die Tüftlerfächer gelten einfach als unsexy, wie auch der Spiegel in einer Absolventenbefragung feststellte: . Der Mangel an MINT-Studentinnen  – ein reines Imageproblem also? (MINT ist übrigens die abkürzung für Mathe-Informatik-Naturwissenschaften-Technik)

Wenn das so ist, dann wäre es zu lösen. Inititativen, die Frauen von der Qualität technischer Fächer überzeugen sollen wie gibt es ja bereit. Jetzt müssten die nur noch Ihre Taktik ändern:

Bislang versuchte man nämlich immer, die Mädels mit Geld, Karrierechancen und vielleicht noch dem Spaßfaktor zu ködern. Völlig falsche Strategie: Man muss den Mädels erzählen, dass ihre Chancen, einen Kerl abzukriegen, in technischen Fächern viel höher liegen als in Fächern wie Germanistik und Kunstgeschichte und in Berufen, die „irgendwas mit Medien“ zu tun haben.

…aber es gibt mehr Märchenprinzen!

Denn mit einem Argument, auf das mich Frau Nordmeyer mit ihrem Kommentar gebracht hat, relativiert sich die oben erwähnte Umfrage recht schnell: Der Männerüberhang ist in technischen Berufen einfach so groß, dass auf jede Frau im Schnitt geschätzte 5-10 Verehrer kommen. Wohingegen in anderen Berufen die Verehrer schon aufgrund der hohen Konkurrenz ausbleiben…

Wie wäre es also, wenn man einfach mal dieses Argument in den Vordergrund stellt, um Frauen für technische Berufe zu gewinnen? Statt „Ihr verdient fett Kohle“ also „Ihr findet bestimmt Euren Märchenprinzen“?

Emanzipation durch die Hintertür?

Naürlich mag der eine oder andere jetzt einwenden, dass junge Frauen ja heutzutage emanzipiert sind und man ihnen mit diesem Argument nicht kommen kann – aber sieht die Realität wirklich so aus?

Diverse Medienberichte legen nahe, dass die Kombination „Frau & Geld“ mit Hinblick auf die Partnerwahl kein sehr positives Image hat ), ja dass es im Gegenteil für die Beziehunge sogar ein Problem darstellt, wenn Frauen viel verdienen: http://www.zeit.de/gesellschaft/2009-10/leserdebatte-sie-verdient-mehr

Wer kann in Anbetracht solcher Artikel und des dahinterstehenden Frauenbildes ernsthaft erwarten, dass junge Frauen ihre Berufswahl nach den Karriere- und Verdienstoptionen ausrichten? Und bietet bei diesem Problem nicht genau die „Märchenprinzstrategie“ eine Lösung – sozusagen als Emanzipation durch die Hintertür?

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Meistdiskutiert letzter Monat:

  1. Olaf Töpfer

    Vlt wäre es wirtschaftlicher die Jungs entsprechend zu fördern um den Fachkräftemangel entgegen zu wirken. Denn so wie es nun mal aussieht wollen die Damen einfach nicht. Außerdem ist es einfach nicht nachvollziehbar inwiefern ein erwünschter Anteil von je 50% bezogen auf die Absolventen ein Maß für eine ausgewogene Förderung beider(!) Geschlechter sein soll.
    Meines Erachtens sollte man sein Studium, bzw seinen Berufswunsch auf eigenen Interessen begründen und nicht auf dem Wunsch der Menschheit die Fähigkeit(en) des eigenen Geschlechts zu demonstrieren. Jeder tut gut daran für sich selbst zu wählen und nur weil einigen nicht gefällt, dass Frauen andere Prioritäten bei der Berufswahl zu setzen scheinen als Männer bedeutet das keineswegs automatisch ein unfaires System, welches massiver einseitiger Fördermaßnahmen bedarf.

    • Simone Janson

      Hallo Herr Töpfer,
      Andersrum wird ein Schuh draus: Ich habe ausführlich zu dem Thema Frauen in Mint-Fächern recherchiert und das Ergebnis zeigt, dass Frauen auch deshalb solche Berufe nicht ergreifen, weil ihnen zum Beispiel Rollenvorbilder fehlen, ihnen in Schule und Elternhaus nicht genug Mut dazu gemacht wird usw. Statt also jetzt Rückschrittlich zu argumentieren nach dem Motto „Dann lassen wir die Förderung nun ganz sein“ würde ich eher ein noch progressiveres Vorgehen empfehlen. Da muss sich gesellschaftlich noch ganz viel tun, damit eine völlige Gleichberechtigung erzielt wird. Auf halbem Weg aufhören, ist keine Lösung!

  2. Simone Janson

    Inspiriert v. @MeikeNordmeyer: #Emanzipation durch d.Hintertür?Meine Märchenprinzstrategie f."Frauen-in-#MINT-Fächer" #fb

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