Das Märchen vom todsicheren BWL-Studium: Guter Job? Träum weiter!


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Bildrechte: Bildmaterial erstellt von Simone Janson | Best of HR - Berufebilder.de®

Vor einiger Zeit versuchte ich an einer deutschen Hochschule Studenten die Vorteile von Jobsuche und Networking via Social Media nahe zu bringen. Nur diesmal waren nicht angehende Journalisten die Zuhörer, sondern Wirtschaftswissenschaftler. Auch eine Absolventengruppe, die demnächst vielleicht als Fahrradkurier anheuern kann?

Das Märchen vom todsicheren BWL-Studium: Guter Job? Träum weiter! Fahrradkurier in New York

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Hier schreibt für Sie: Simone Janson ist Verlegerin, deutsche Top20 Bloggerin und Beraterin für HR-Kommunikation. Profil

Wichtiger Hinweis

Dieser Beiträg enthält Inhalte und Angaben, die möglicherweise nicht mehr aktuell sind, z.B. aufgrund gesetzlicher oder statistischer Veränderungen. Weil er dennoch hilfreich sein kann, einen Überblick zum Thema zu bekommen, können Sie ihn weiterhin hier finden.

Die Begeisterung meiner Studenten zum Thema Social Media ließ, gelinde gesagt, zu wünschen übrig. Zu Facebook könne man sich gerade noch durchringen.Twitter fanden die meisten ganz interessant – mal gucken, so die einhellige Meinung. Aber zum Bloggen, so der Einwand, fehle einfach die Zeit. Und ohnehin sei das ja eher was für Journalisten.

Was mich aber wirklich von den Socken haute, war die einhellig durchscheindene Meinung: Wir studieren ja Wirtschaftswissenschaften. Da finden wir auf jeden Fall einen Job und brauchen so einen Kram nicht! Mag sein, dass man als Geisteswissenschaftler, dem sein ganzes Studium hindurch bewusst ist, dass es hinterher hart wird, von so einer Selbstsicherheit nur Träumen kann.

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Arroganz aus Unsicherheit?

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Oder sollte man doch lieber von unrealistischer Überheblichkeit sprechen? Denn nicht selten liegen ja Unsicherheit und Arroganz eng beieinander. Und tatsächlich zeigt sich, dass den Studenten durchaus bewusst ist, dass ihre Lage so toll vielleicht auch nicht ist:

Ich habe mal gefragt, wie sie denn an ihre bisherigen Jobs gekommen sind. Eine Teilnehmerin berichtete, es erst mit einer normalen Bewerbung versucht zu haben – und gescheitert zu sein. Erst im zweiten Versuch sei sie über Vitamin B zu ihrem Praktikum gekommen. Durchaus normal in diesem Unternehmen sagte sie resigniert.

Geisteswissenschaftler fahren Taxi, BWLer werden Fahrradkuriere?

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Geisteswissenschaftlern sagt man ja immer nach, sie könnten nur Taxifahrer werden. Vielleicht sagt man demnächst BWLern nach, sie werden Fahrradkuriere? Nunja, so schlimm muss es – in beiden Fällen – schon nicht werden.

Aber die  Erfahrung der Studentig deckt sich schon mit dem, was Svenja Hofert aktuell in ihrem Blog schreibt: Nämlich, dass BWL-Studenten die nächsten Opfer des Schweinezyklus werden. Ein Fach, das viele studierten, die nicht so blöd-prekär dastehen wollten wie Geisteswissenschaftler – und denen es am Ende vielleicht sogar noch schlechter geht. „Nicht wenige haben ein Jahr nach dem Abschluss immer noch keine feste Stelle. Viele, gerade Frauen, arbeiten auch als „Sekretärin plus“, also Assistentin. Dann wieder gibt es viel Zeitarbeit und Beschäftigungen auf Sachbearbeiterniveau.“

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Klassische BWL-Jobs fallen weg

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Auch die Gründe nennt Hofert: Es gibt kaum ältere Betriebswirte, die in den nächsten Jahren entlassen werden. Arbeitnehmer- und Studierendenzahlen steigen ständig weiter an – bei gleichbleibender bis sinkender Nachfrage.

Denn: klassische BWL-Bereiche wie Marketing oder auch Personalwesen ändern sich radikal, werden dank Social Media und Internet immer technischer: Daher suchen Unternehmen lieber nach Leuten, die die Technik und Wirtschaft als Zusatzqualifikation drauf haben statt nach BWLern.

Studenten: Unflexibel wie vor 10 Jahren

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Die Studenten aber seien, so schimpft Hofert, so unflexibel wie vor 10 Jahren und „streben z.B. nach den beliebten Produktmanagerstellen in Konzernen, in denen es immer weniger gibt – anstatt sich ein interessantes Fachprofil aufzubauen.“

Diese fehlende Flexibilität konnte ich übrigens auch beim meinen Studierenden feststellen: Man wollte lieber die Hände in den Schoß legen, als selbst aktiv werden. Denn: daran, dass potenzielle Arbeitgeber durch eine eigene Webpräsenz im Netz auf Jobsuchende aufmerksam werden könnten, glaubte sowieso keiner. Motto: „Bringt ja nichts, also lasse ich es lieber!“

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Sehr innovativ, die Studenten von heute.


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  1. Yorke Wiechert

    Erkenntnis! RT @SimoneJanson: Das Märchen vom todsicheren BWL-Studium:Guter Job?Träum weiter! #Initiative #Sichere-Jobs

  2. Alma Mater

    RT @SimoneJanson: Das Märchen vom todsicheren BWL-Studium: Guter Job? Träum weiter! #fb

  3. Elisabeth Penselin

    #Geisteswissenschaftler fahren Taxi, #BWLer werden Fahrradkuriere? Bei fehlendem Berufsprofil kann ein Coaching helfen.

  4. Simone Janson

    Hallo Herr Schröder,
    woraus ich schließen darf, das Sie Naturwissenschaftler sind?
    BWLer zählen m.E. zu den Sozialwissenschaftlern. Wobei die auch gerne mit den Gewis in einen Topf geworfen werden. Und Sie haben recht: Die dualen Ausbildungen hatte Frau Hofert in dem Ursprungstext auch noch als Argument erwähnt. Danke fürs Ergänzen.

  5. Norbert Schröder

    Ein weiterer Aspekt sind die sogenannten Berufsakademien mit ihrer zweigliedrigen Ausbildung, nämlich einerseits eine akademische andererseits aber bereits in einem Unternehmen zu arbeiten. Übrigens bin ich bisher davon ausgegangen, das auch BWLer Geisteswissenschaftler sind, Naturwissenschaftler jedenfalls nicht!

  6. Simone Janson

    Das Märchen vom todsicheren BWL-Studium

  7. Svenja Hofert

    RT @jobcollege @simonejanson: Das Märchen vom todsicheren BWL-Studium: danke fürs Aufgreifen: Träum

  8. KompetenzPartner

    Das Märchen vom todsicheren BWL-Studium: Guter Job? Träum weiter!: Vor einiger Zeit versuchte ic…

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