EnglishGerman

Wie ein Märchen hilft, Wirtschafts-Systeme zu verstehen: Vom Entstehen der Finanz-Krise


Top100 & größtes englisches Blog zum deutschen Arbeitsmarkt (Quellen: DIE ZEIT, Wikipedia, Blogger-Relevanz-Index) mit News-Dienst Best of HR. Wir begleiten Kunden seit 15 Jahren im Wandel der Arbeitswelt - mit Beratung, Seminaren & passenden Locations.

Best of HR - Berufebilder

Das Buch, das ich heute vorstelle, handelt vom Entstehen der Finanzmärkte und der Wirtschaftskrise. In einer einfachen Fabel erzählen die Autoren, „wie eine Volkswirtschaft wächst und warum sie abstürzt“. Übrigens ein großer Erfolg in den USA: Im englischen Original wurde das Buch von ‚get abstract’ mit dem „International Book Award“ ausgezeichnet. Jetzt ist es druckfrisch auf dem deutschen Markt. Und auch ich finde: Ein ausgezeichnetes Buch!

Übrigens: Eine Übersicht über die wichtigsten Neuerscheinungen & Bücher im Bereich Karriere finden Sie in unserer Rubrik Business-Bestseller!


Hier schreibt für Sie:

 

38Wolfgang Hanfstein ist u.a. Mitbegründer und Chefredakteur von Managementbuch.de, der führenden Buchhandlung für Führungskräfte, Unternehmer und Selbständige.

Profil


Werbefreie Texte & weitere Mitglieds-Vorteile

Sie lesen unsere Texte lieber ohne Werbung & Popups, mögen Sonderaktionen & exklusive Previews? Werden Sie einfach & kostenlos Mitglied - hier gehts lang!

Wer den Finanzmarkt verstehen will, muss nur den Nebelwerfer ausschalten

Ein wichtiger Grund für die Finanzkrise war die Tatsache, dass viele sich aufgrund der scheinbaren Komplexität der Materie aufs Nichtverstehen verständigt haben. „Wird schon gut gehen“ war die Einstellung, mit der Volkswirtschaften, Unternehmen, Finanzprofis genau so wie kleine Privatanleger an die Wand gefahren sind.

Dabei hätten das Wissen und die Entschlossenheit der oft bemühten „schwäbischen Hausfrau“ genügt, die Krise abzuwenden. Denn wie man es dreht und wendet, man kann nicht mehr ausgeben, als man einnimmt. Um dieses grundlegende Wissen wieder sichtbar zu machen, blasen Peter und Andrew Schiff den Nebel weg, den die vermeintlichen Finanzexperten produzieren.

Nicht wir dienen dem Geld, sondern das Geld dient uns

Das Buch war ein enormer Erfolg in den USA, es wurde mit dem International Book-Award ausgezeichnet und liegt jetzt in deutscher Übersetzung vor. Die Geschichte beginnt mit drei Männern, die auf einer Insel davon leben, tagtäglich einen Fisch zu fangen.

Bis irgendwann einer anfängt ein Netz zu bauen. Nach und nach diversifiziert das kleine Inselvölkchen, entwickelt Kredite, gründet eine Bank, vergibt Darlehen und entschließt sich schließlich zur Einrichtung einer Gemeinverwaltung, also eines Staates.

Tolle Idee, wir drucken Geld!

Herrlich einfach skizzieren die beiden Brüder im ersten Teil die Entstehung, Funktion und Wirkung des Finanzsektors. Und zwar als Funktion der Wirtschaft und der Unternehmen (zur Bereitstellung von Krediten für Investitionen) und nicht umgekehrt! Im zweiten Teil beschreiben sie dann eine dramatische Talfahrt.

Denn inzwischen ist der Staat nicht mehr ausführendes Organ der Gesellschaft sondern selbst zum mächtigen Akteur geworden. Mit dem Monopol, Geld zu drucken, hat er sich ein mächtiges Instrument geschaffen. Ein Instrument allerdings, das er in keinster Weise mehr unter Kontrolle hat. Die Finanzkrise erscheint hier also nicht als „Schwarzer Schwan“ sondern als logische Folge der politischen Vereinnahmung des Tauschmittels Geld.

Schweigen über den Wahnsinn an den Finanzmärkten

Die beiden Autoren schweigen allerdings über den Wahnsinn, den auch der Markt hervorzubringen in der Lage ist – die Privatisierung von Gewinnen bei gleichzeitiger Sozialisierung der Verluste oder der zerstörerische Umgang mit Gemeingütern wie Luft und Wasser oder der noch heute zum Teil menschenverachtende Umgang mit der „Ware“ Arbeitskraft.

Das mag auch an innerfamilialer Solidarität liegen. Sitzt doch der Vater der Autoren Irwin Schiff, eine amerikanische Legende im Kampf gegen die Aufhebung des Goldstandards und damit verknüpft im Kampf gegen Steuern, mit 83 Jahren unbeugsam im Knast in Indiana.

Märchenbuch, um die Wahrheit zu sagen

Schnell wird klar, dass es sich hier um gestandene Anti-Keynesianer, um lupenreine Marktliberale handelt. Kein Wunder also, dass sie als Grund für die Finanzkrise den Staat mit seiner interventionistischen Politik verantwortlich machen.

Dennoch, das Buch ist ein Lesevergnügen ersten Ranges und dazu noch lehrreich! Mein Fazit: Bedenklich, dass die Brüder Schiff ein „Märchenbuch“ schreiben müssen, um solche Sätze sagen zu können wie „wir können nicht mehr konsumieren, als wir produzieren, wir können nicht mehr borgen, als wir sparen“. Aber umso wichtiger.

Mehr Informationen? Nutzen Sie unsere E-Kurse & persönliche Beratung


E-Kurse Beratungberufebilder

Der Debatten-Monitor bündelt das Feedback von 2 Mio. Nutzern auf 100 Social-Media-Kanälen (Übersicht) zu unseren Beiträgen. Sie wollen hier kommentieren? Bitte die Debatten-Regeln einhalten, Beiträge müssen freigeschaltet werden. Fotos sind via Gravatar möglich, Ihre eMail-Adresse bleibt geheim.

Feedback-Statistik:

  1. 32 Leser nach Google Analytics
  2. 4 mal Feedback insgesamt
  3. Debatte zu diesem Beitrag folgen
  4. Allen Debatten folgen
  5. Debatten per eMail abonnieren (Link hier eintragen!)

Meistdiskutiert letzter Monat:

  1. Andrea Korn

    RT @SimoneJanson: Wie ein Märchen hilft, Wirtschafts-Systeme zu verstehen: Vom Entstehen der Finanz-Krise

  2. Simone Janson

    Wie ein Märchen hilft, Wirtschafts-Systeme zu verstehen: Vom Entstehen der Finanz-Krise

  3. Nicole Rupp

    RT @Jobcollege: Wie ein Märchen hilft, Wirtschafts-Systeme zu verstehen: Vom Entstehen der Finanz-Krise: Vergröß… …

  4. KompetenzPartner

    Wie ein Märchen hilft, Wirtschafts-Systeme zu verstehen: Vom Entstehen der Finanz-Krise: Vergröß…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.