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Kommunikations-Analyse zur Bundestagswahl 2017: Floskeln & Schönfärberei


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Mit einem wenig überraschenden Ausgang hat die Bundestagswahl am Sonntagabend ein Ende gefunden. Nicht jede Partei ist jedoch mit dem Ergebnis zufrieden. Die ersten Worte danach sind zumindest aus kommunikativer Perspektive vielsagend.


Hier schreibt für Sie:

 

Stefan Häseli Portrait 1_quadrStefan Häseli ist Berater für Organisationsentwicklung.

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Klare Resultate – klarere Kommunikation

Wie bei jedem Wahlkampf treten Sieger und Verlierer hervor. Dieses Mal so deutlich wie schon lange nicht mehr.

Rein rechnerisch eine enorme Verschiebung des Ergebnisses. Fernab der Politik gilt: Mit solch klaren Resultaten geht meist auch eine noch klarere Kommunikation einher. Aus kommunikativonsperspektivischer Sicht also durchaus sehr spannend.

Die erste Ernüchterung

Selten gibt eine Partei ihren Verlust so offen zu wie an diesem Abend die SPD. Die Parteivertreter reden nicht um den heißen Brei und sprechen von einer klaren Niederlage – wohingegen die meisten Parteien Schönfärberei schon im ersten Schritt betreiben.

Eigentlich oft verwendete Floskeln wie „wir haben es offensichtlich nicht geschafft, den Wähler zu überzeugen“ kamen überraschend wenig. Es musste schlichtweg aber auch einfach nicht mehr ausgesprochen werden.

Taktik: Ablenkung

Ist der erste Schock verdaut, so bricht auch wieder in den SPD-Vertretern das Politik-Gen durch. Krampfhaft wird versucht, auf die nächste Wahl 2021 zu lenken.

„Nach der Wahl ist vor der Wahl, wir gehen in die Opposition und werden …“. Zumindest macht die Partei deutlich, worüber man nicht mit ihr reden darf und hat die Koalitionsverhandlungen im Keim ersticken lassen.

Sieg und doch Niederlage

Weitaus weniger glänzte, aus kommunikativer Sicht, die zweite ehemals große Partei – die CDU. Der Gewinn, die Kanzlerin stellen zu dürfen, wiegt den massiven Verlust der Partei wohl nicht auf.

Sie greifen auf das Kommunikationsverdikt zurück: die allbekannten Floskeln. „Wir akzeptieren und nehmen den Wählerauftrag ernst und sind in der Verantwortung, alle jene anzusprechen, bei denen es uns diesmal nicht gelungen ist“. Als wäre der Wahlkampf noch im Gange.

Leere Floskeln

Nicht nur die CDU ist groß in Floskeln, auch die AfD spricht noch im Wahlkampfmodus von „jetzt muss… “ und „jetzt wird… “. Von Journalisten konkret darauf angesprochen, bleibt die Schallplatte allerdings bei „Wir werden eine knallharte Opposition sein. “ hängen.

Hier beginnt kommunikativ schon der Anfang vom Ende. Die Ähnlichkeit zu etablierten Parteien wird doch immer größer. Viel reden kann jeder, nur muss es letztendlich auch in die Tat umgesetzt werden, um am Ende nicht als Verlierer dazustehen.

Ein geschickter Wahlkampf

Freuen dufte sich ganz klar die FDP. Ein durchweg geschickter Wahlkampf zeigt sich jetzt auch in ihren Zahlen. Nicht nur die 5 %-Hürde erklommen, sondern sogar wieder über 10 %.

Zum Ende der Gespräche dann aber doch wieder vermeintlich tugendhafte Bescheidenheit: „Wir sind bereit, Verantwortung zu übernehmen“. Mit einem „wir würden gerne …“ könnte man der Aussage fast noch etwas mehr Glauben schenken.

Glänzen mit Konstanz

Ganz und gar gewöhnlich lief der Wahlabend bei den Grünen und der Linken ab. Es gab zu vorherigen Wahlen kaum Unterschiede.

Ob das Programm während des Wahlkampfs, die Resultate an sich oder die Kommentare danach. Alles zwar wenig innovativ, aber eine angenehme Konstante des Abends.

Die Wähler zurück gewinnen

Ich als alter Demokrat rate, der AfD jetzt wirklich mit Ernst entgegen zu treten, damit der Wunsch der meisten Parteien in Erfüllung geht, diese im Schach zu halten.

Unbestritten ist nämlich, dass sie vor allem deshalb punkten konnte, weil mehrere hunderttausende Menschen von den leeren Versprechen der restlichen Parteien die Nase voll haben. Der Weg zurück zu den Menschen führt über Handlungen.

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