Körpersprache: Abwehrmechanismen



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Unsere Schultern sind wichtige Bausteine unseres körperlichen Verteidigungswalls. Ziehen wir sie hoch, schützen wir damit unseren Hals, der ein äußerst verletzlicher Teil unseres Körpers ist. Hier fließt unsere Hauptlebensader durch, ein Angriff darauf kann tödlich sein.

Körpersprache: Abwehrmechanismen schildkröte


Hier schreibt für Sie: Dr. Gabriele Cerwinka ist Gesellschafterin der Schranz & Cerwinka OEG. Profil
Hier schreibt für Sie: Gabriele Schranz ist Gesellschafterin der Schranz & Cerwinka OEG; Wien – Zürich. Profil


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Wie eine Schildkröte

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Wer sich von einem Gespräch zurückziehen will, zieht unmerklich den Hals ein und die Schultern hoch. Der Hals wird möglichst kurz gemacht, um die Angriffsfläche zu verkleinern.

Wir versperren uns dadurch nicht nur vor Angriffen, sondern auch vor neuen, vielleicht bedrohlichen Ideen. Diese Haltung nennen wir auch die Schildkrötenhaltung.

Unangenehmes wegschieben

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Wollen wir eine unangenehme Situation von uns wegschieben, tun wir das oft nicht nur buchstäblich mit Händen und Füßen, sondern mit dem ganzen Körper.

Der Chef streckt im Gespräch mit seinem Mitarbeiter die Hände ab- wehrend nach vorne, richtet die Beine mit angehobenen Fußspitzen ebenfalls nach vorne und lehnt sich gleichzeitig soweit wie möglich in seinem Stuhl zurück.


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Wenn der Körper Abwehr signalisiert

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Der ganze Körper signalisiert Abwehr, egal, was seine Worte auch ausdrücken: „Das ist ein durchaus interessanter Vorschlag, Herr Meier!“ – Armer Herr Meier, sein Vorschlag wird wohl in der großen Ablage, genannt Abfallkorb, landen!

Unser Körper verfügt über eine ganze Reihe von Drohgebärden, die dazu dienen, den „Gesprächsgegner“ einzuschüchtern, wegzuschieben oder sich selbst zu schützen.

Die „zorngeschwellte“ Brust ist ein eindeutiges Zeichen: Wer sich aufplustert wie ein Kampfhahn, hat kein friedliches, harmonisches Gespräch im Sinn.

John-Wayne-Look

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Der klassische Revolverheld steht breitbeinig, die Hände jederzeit bereit und schon in „Schusshaltung“ – vorgestreckter Daumen – in Gürtelnähe, mit konzentriertem Blick und der untergehenden Sonne im Rücken auf der Dorfstraße von „Showdown-City“.

Sein ganzer Körper drückt höchste Spannung, jederzeitige Bereitschaft zum Angriff aus. Jeder Gegner deutet dieses körpersprachliche Signal richtig. Aber auch ohne Revolver im Halfter, ohne dramatische Hintergrundmusik und „John-Wayne-Look“:

Munition aus Worten & Blicken

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Diese Geste finden wir beim einen oder anderen Gesprächspartner wieder. Die leicht angewinkelten Arme mit den nach oben gerichteten, spitzen Ellenbogen und der mehr oder weniger schussbereiten Hand an der Seite wirken bedrohlich – auch wenn die Munition nur aus Worten und Blicken besteht!


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Aber nicht nur Drohgesten schaffen Barrieren in einem Gespräch. Auch Gesten offen zur Schau gestellter Überheblichkeit stören die Harmonie oft entscheidend.

Selbstsicher oder arrogant?

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Lehnt sich ein Teilnehmer bei einer Teamsitzung demonstrativ zurück und verschränkt dabei die Arme hinter dem Kopf, wirkt er auf den ersten Blick entspannt, lässig, selbstsicher.

Doch was sagt seine Geste wirklich aus? Er präsentiert offen und ohne Verteidigungsmöglichkeit (die Hände sind ja hinter dem Kopf „fixiert“) seine empfindlichen Weichteile, ja, er provoziert geradezu einen Angriff.

Distanzzonen - jeder empfindet unterschiedlich

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Wer dem anderen so deutlich zu verstehen gibt, dass er seinen Angriff weder fürchtet noch ernst nimmt, ist sich seiner Sache schon sehr sicher. „Was immer ihr jetzt noch an Argumenten bringt, meines ist doch das Beste, meine Position als Sieger ist absolut unangreifbar!“

Menschen empfinden körperliche Nähe unterschiedlich. Der eine tut sich schon schwer mit der allgemeinen Praxis der Begrüßungsküsschen, der andere kann gar nicht nah genug an seine Mitmenschen heran.

Woher kommen die Unterschiede?

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Diese Unterschiede entspringen einerseits unseren unterschiedlichen Wahrnehmungsformen – je nachdem, welche mehr ausgeprägt sind: Hören, Sehen oder Fühlen –, andererseits unseren bisherigen Erfahrungen.


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Unsere gesellschaftliche Distanz beginnt bei 1,50 Meter und reicht bis ca. zwei Meter. Hier haben all jene Platz, die wir im Berufsalltag treffen: Mit- arbeiter, Chefs, Kunden, Verkäufer etc. Ein ganz schön enger Raum für so viele Menschen!

Gesellschaftliche Mindestsdistanz

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Diese gesellschaftliche Mindestdistanz lässt sich auch nicht immer einhalten. Sehr oft müssen uns auch wildfremde Menschen wesentlich näher rücken. Denken Sie nur an die Situation in der überfüllten U-Bahn, im voll besetzten Lift, beim Zahnarzt oder beim Friseur.

Überall spüren wir die anderen hautnah. Wir verteidigen uns dabei unbewusst: manchmal mit dem einfachen Zur-Seite-Drehen – auch hier kommt wieder unsere Knochenseite zum Einsatz.

Wenn Nähe unvermeidbar wird

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Wir ziehen uns in uns zurück, unser Körper „ignoriert“ die Nähe, wir versuchen in solchen Situationen auch möglichst ein Gespräch zu vermeiden.

Beim Zahnarzt und beim Friseur können wir uns schwer zur Seite drehen, da müssen wir das Überschreiten der Distanzzone akzeptieren.


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