M-PESA – Kenias Vorreiter-Rolle beim mobile Payment: Kenia vs. Deutschland



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Offenlegung & Bildrechte:  Die Fluglinie Condor ist unser regemäßiger Kooperationspartner für diverse Recherche-Reisen. Das Kenian Tourist Board hat die Kosten für Unterkunft und Verpflegung bei einer Recherchereise nach Kenia übernommen. Bildmaterial erstellt mit einer kostenlos zur Verfügung gestellten Kamera unseres Sponsors Olympus. Bildmaterial erstellt mit einer kostenlos zur Verfügung gestellten Kamera unseres Sponsors Olympus. . Bild-Location: Mbirikani, Makutano, Kenia.

Wer wie ich nach Kenia fährt, merkt schnell, wie omnipräsent mobiles Bezahlen mit dem Handy ist. Anders als in Deutschland, wo die Einführung entsprechender Funktionen schon seit Jahren heftig umstritten ist. Verpasst Deutschland einen Trend, der in Kenia zu einem kleinen Wirtschaftswunder führte?

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Hier schreibt für Sie: Simone Janson ist Verlegerin, deutsche Top20 Bloggerin und Beraterin für HR-Kommunikation. Profil

SMS-Bezahlen vs. NFC-Chip

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Das kenianische Mobile-Payment-Modell ist denkbar einfach, es funktioniert mit SMS und damit mit jedem auch noch so einfachen Handy. Teuere Smartphones brauchen die Nutzer nicht.

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In Deutschland setzt die Branche hingegen auf die NFC-Technologie, mit der allerdings noch viel zu wenige Handys ausgerüstet sind. Auch Apples aktuelles iPhone hat noch keinen NFC-Chip. Die Schmerzgrenze für den Handel zu Einführung der notwendigen Infrastruktur liegt bei lächerlichen 5 % NFC-fähigen Handy. Und diese Schwelle ist noch nichtmal erreicht.

Deutschland: Zu viele Möglichkeiten

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Die Zahl im direkten Vergleich zu Kenia zeigt, wie sehr die Unternehmen hierzulande ihre Erwartungen herunterschrauben müssen – und wo der Hase im Pfeffer liegt: Es gibt zu viele konkurrierende Bezahlsysteme, unter denen die Kunden wählen können.

Das macht es den Unternehmen schwierig, einen Standard zu etablieren und infolgedessen ist keiner bereit, in die entsprechende Infrastruktur zu investieren.

Die Skepsis ist Groß

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Dazu kommt die große Skepsis, mit der dem Thema hierzulande begegnet wird: Wie ich auf der Omnicard gerade erleben durfte, sehen viele Unternehmen im Mobile Payment keine Zukunft; und wozu auch, wenn der Kunde ohnehin lieber die Plastikkarten hat.

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Vorneweg bei den Unkenrufen sind übrigens die Banken, vielleicht auch, weil sie um ihr Geschäft fürchten – selbst wenn die Sparkasse gerade ein Pilotprojekt für mobiles Bezahlen gestartet hat.

Keine Angst vor Datenklau

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Auf Kundenseite stehen hingegen die Sicherheitsbedenken, die bekannte German Angst: Wer möchte in Deutschland schon sein ganzes Leben einem Smartphone anvertrauen? Um ehrlich zu sein bin ich da auch skeptisch.

Die Kenianer, mit denen ich gesprochen habe, machen sich allerdings über dieses Thema keine Gedanken – und das obwohl Vodafone in der Vergangenheit auch mal durch eine etwas merkwürdige Auffassung vom Datenschutz aufgefallen ist und sich auch beim Thema Netzneutralität weit vorwagt.

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Das Dilemma der gesättigten Märkte

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Insgesamt zeigt sich am Beispiel Mobile Payment sehr deutlich das Dilemma eines gesättigten Marktes in den Industrienationen: Die Diskussion über mobile Bezahverfahren wird auf der Omnicard und anderswo bereits seit 10 Jahren geführt, kommt aber nur viel zu kleine Schritte voran.

Denn weil es bereits eine gute Infrastruktur an Finanzdienstleistungen gibt, besteht auch keine Notwendigkeit neue Bezahlverfahren einzuführen. Denn der Kunde wählt immer die Bezahlvariante, die ihm am praktischsten scheint.

Vor allem die Banken sperren sich

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Mobile Bezahlvarianten sind das aufgrund des damit verbundenen hohen technischen Aufwandes in Deutschland eher nicht. Daher fehlt die Nachfrage und im Gegenteil, in Anbetracht der Konkurrenz besteht noch die Gefahr einer Verzettlung. Daher bewegen sich die Unternehmen auch nicht und alles bleibt beim Alten.

Wie sich auch auf der Omnicard zeigt, sind es vor allem die Banken, die sich sperren. Auch wenn die Sparkassen gerade ein Pilotprojekt gestartet haben, mit dem sie Mobile Payment flächendeckend implementieren wollen – man könnte vermuten, sie haben Angst, ihre Marktführerschaft in Geldverwaltung an die Mobilfunkanbieter azugeben, wie es in Kenia der Fall ist.

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Kenia: Die pure Notwendigkeit als Innovationstreiber

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In Kenia mit seiner viel schlechteren Infrastruktur ist die Bereitschaft der Kunden, die Innovationen anzunehmen, sehr viel höher. Gleichzeitig waren die Betreiber gezwungen, eine einfach Lösung wie Bezahlen via SMS zu finden, weil komplexere System gar nicht funktioniert hätten: Die Leute haben einfach kein Geld für teuere Smartphones.

Die Mobile-Payment-Idee fiel daher auf fruchtbaren Boden und gedieh prächtig. So wird, wie so oft, die pure wirtschaftliche Notwendigkeit zum Innovationstreiber, während die gesättigten Märkte aufpassen müssen, dass sie nicht abgehängt werden.

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  1. Taxforce

    Dass dieser Artikel noch nicht kommentiert wurde, zeigt deutlich, dass in Deutschland viel zu viel als alternativlos akzeptiert ist. Zu Wenige denken über neue Wege nach. Hier könnten Finanzdienstleister getroffen werden, in dem starke Konkurrenz erwächst.

    • Simone Janson

      Hallo Taxforce,
      genau das ist ja der Punkt, dass hier die Banken ihre Pfründe sichern wollen. Aber auch die Bedenken der Kunden und z.B. des Einzelhandels sind groß: In vielen Restaurants und sogar im Supermarkt kann man unter 5 oder 10 Euro nicht mit Karte zahlen, weil dem Unternehmen die Kosten zu hoch sind.

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