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Hier schreibt für Sie: Simone Janson ist Verlegerin, Beraterin und eine der 10 wichtigsten deutschen Bloggerinnen laut Blogger-Relevanz-Index. Sie ist außerdem Leiterin des Instituts Berufebilder Yourweb, mit dem sie Geld für nachhaltige Projekte stiftet. Laut ZEIT gehört ihr als Marke eingetragenes Blog Best of HR – Berufebilder.de® zu den wichtigsten Blogs für Karriere, Berufs- und Arbeitswelt. Mehr zu ihr im Werdegang. Alle Texte von Simone Janson.

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Junge Wissenschaftlerin in den USA: “Die Hochschulen sind besser ausgestattet”

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In Austin, Texas, findet jährlich das South by Southwest Festival (SXSW) statt, das Weltgrößte Digital-Treffen. Hier wurden Twitter und Foursequare geboren und auch deutsche Delegationen werben dort regelmäßig um amerikanische Startups. Eine junge Mathematikerin ist den umgekehrten Weg gegangen, sie lebt und forscht seit einiger Zeit in den USA. Wie sind Ihre Erfahrungen?

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40.000 Wissenschaftler und Fachkräfte verlassen Deutschland pro Jahr

Jährlich verlassen ungefähr 40.000 Wissenschaftler und hochqualifizierte Fachkräfte Deutschland, weil sie im Ausland bessere Arbeitsbedingungen vorfinden. Eine von Ihnen ist die Französin Marie-Amelie Lawn.

Marie-Amelie hat schon immer international gelebt: Ihr Vater ist Engländer, sie selbst hat an der Universität Bonn Mathematik und Physik studiert. Dannach promovierte sie als Mathematikerin in Bonn und im französischen Nancy.

Warum Austin?

Schließlich arbeitete mehrere Jahre in verschiedenen wissenschaftlichen Positionen in Frankreich, Luxembourg, der Schweiz und Deutschland. Sie kennt also verschiedene Hochschulsysteme näher und sich den Schritt über den großen Teich gut überlegt.

Dass es dabei Austin wurde, hat auch persönliche Gründe: “Die University of Texas ist die Größte und renommiertes Hochschule in Texas. Und sie hat auch einen sehr guten Ruf, gerade für Mathematik.”

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Universität als wichtiger Wirtschaftsfaktor der Stadt

Die Universität ist neben der IT- und Musikbranche ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Austin, die am schnellsten wachsende Stadt der USA: Sie hat über 50.000 Studenten und entsprechend viele Mitarbeiter. Damit ist sie einer der größten Arbeitgeber der Stadt.

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“In den USA habe ich vergleichsweise mehr Freiheiten”, erklärt sie. “Amerikanische Hochschulen haben zudem mehr Geld als in Europa, das verbessert die Forschungsbedingungen erheblich.”

Die Hochschulen sind besser ausgestattet als in Deutschland

Doch nicht nur das: “Auch die universitären Sportstätten oder die Musikschule ist sehr gut eingerichtet, viel besser als ich das aus Europa kenne,” berichtet die Wissenschaftlerin.

Dafür sind jedoch auch die Erwartungen an das Lehrpersonal sehr hoch: “Die Studierenden fordern eine optimale Betreuung regelrecht ein, weil sie bis zu 40.000 Dollar für ihr Studium bezahlen, wenn sie nicht aus Texas kommen”, erzählt die Wissenschaftlerin “Da kostet natürlich viel Zeit, aber ich möchte auch, dass meine Studenten wirklich etwas lernen!”

Wie schafft man den Sprung in die USA?

Um eine Stelle als Lecturer zu bekommen, hat sich Marie-Amelie auf eine reguläre Ausschreibung beworben und wurde angenommen. Viel komplizierter war, ein H – B1-Visum für die USA zu bekommen.

“Das hat vier Monate gedauert”, erzählt Marie-Amelie: “Ich hatte meinen Vertrag bereits letzten April unterschrieben, das Visum allerdings erst im August, das war sehr stressig.”

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Visum für Hochgebildete

Zwar bietet das Visum nicht die selbe Flexibilität wie eine Green Card, aber hat aber dennoch viele Vorteile: “H – B1 ist ein Visum für Hochgebildet mit einem Abschluss jenseits des Masters.

Ich habe es zunächst für drei Jahre bekommen und kann es noch einmal um drei Jahre verlängern”, berichtet sie. Natürlich hat die Hochschule sie bei der Beantragung des Visums unterstützt. Ein Manko gibt es: Wenn Marie-Amelie den Arbeitgeber wechseln will, erlischt das Visum.

Foreign Office als Drehscheibe und Anlaufpunkt

Mit dem Visum kann sie allerdings auch jederzeit in ein anderes Land reisen, ohne ihr Aufenthaltserlaubnis in den USA zu verlieren. Ein Nachteil sei allerding, dass sie bei jeder Auslandsreise nun immer ein H – B1-Formular mitnehmen und bei ihrer Rückkehr ins Foreign Office zurückbringen muss.

“Das kostet zusätzlich Zeit, hat aber auch Vorteile: Das Foreign Office hier in Austin unterstützt die ausländischen Wissenschaftler sehr engagiert und veranstaltet zum Beispiel auch Ausflüge. Ich habe hier sehr viele neue Freunde gewonnen”, berichtet die junge Mathematikerin.

Austin – die liberalste Stadt in Texas

Überhaupt gilt Austin als die texanische Stadt, in der man als Europäer noch am ehesten Leben kann: Die Stadt ist im konservativen Texas vergleichsweise liberal und schmückt sich auch mit dem Titel “welthauptstadt der Livemusik”.

An einem Wochende gibt es hier 60 bis 80 Konzerte in irgendwelchen Pubs, selbst unter der Woche sind es noch 30 bis 40. Und zweimal im Jahr gibt es große Musik-Festivals wie das South by Southwest und das Austin City Limits.

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Cowboys und Booles-Spiele

In Austin treffen allerdings auch viele verschiedene Kulturen aufeinander: An Samstagen geht Marie manchmal zum texanischen Tanzen im Whitehorse, wohin andere Gäste auch schonmal mit dem Pferd kommen.

Sonntags trifft man sich zum Boules-Spiel im French Legation Museum. Und Montags gibt es im Elephant-Room Jazz-Sessions mit Country-Elementen und Musikern aus Nashville und Michigan.

Waschmaschine im Garten

Überhaupt ticken hier die Uhren ein wenig anders als in Europa. Die Stimmung in Austin ist relaxt, das Wetter meist gut und die Waschmaschine steht im Garten, während die Häuser kaum gegen Kälte isoliert sind: “Dabei kann es auch mal richtig kalt werden – aber immer nur für ein paar Tage”, erzählt Marie-Amelie.

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Insgesamt findet Marie-Amelie ihr neues Leben in Austin sehr spannend und kann sich gut vorstellen, einige Jahre in Texas zu bleiben. Langfristig jedoch hofft sie, eine Stelle an der amerikanischen Ostküste oder in Kalifornien zu bekommen.


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Eine Antwort zu „Junge Wissenschaftlerin in den USA: “Die Hochschulen sind besser ausgestattet”“

  1. Irsinnig guter Beitrag! Genau so sieht es doch auch in der Hochschullandschaft.

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