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Junge Führungskräfte zwischen Empathie & Kontrolle: Wie viel „Nein“ muss sein?


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Montagmorgen und der erste Satz, den ich an diesem Tag hörte, war „Henryk, wir haben ein kleines Problem!“. Zwei meiner Mitarbeiterinnen hatten, ohne sich abzustimmen, zur gleichen Zeit Urlaub gebucht. Wie in dieser Situation richtig reagieren?

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Hier schreibt für Sie:

 

luederitzHenryk Lüderitz war u.a. junge Führungskraft bei Vodafone und ist heute selbständiger Trainer.

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Urlaubsplanung nach Gusto? – „Nicht mit mir!“

Meine beiden Mitarbeiterinnen standen sichtlich aufgewühlt in meiner Bürotür. An sich wäre die Situation vollkommen unproblematisch gewesen, wären die beiden nicht die Vertretung der jeweils anderen gewesen. Ein absolutes No-Go! Jetzt war guter Rat teuer.

Als Führungskraft ist eine ausgewogene Kombination von Vertrauen und Empathie auf der einen und Ellbogeneinsatz und Kontrolle auf der anderen Seite wichtig. Gerade sensible Themen wie die Urlaubsplanung sind meist kein entspannter Selbstläufer, sondern können zum ernstzunehmenden Problem werden.

Nein-Sagen zeigt Profil

Es liegt in der Natur des Menschen, Grenzen ständig auszutesten. Gut zu beobachten ist das zum Beispiel bei Kindern: sie reizen Grenzen so lange aus bis Eltern reagieren.

Was also in einem solchen Fall als Vorgesetzter tun? Gibt es klare Regeln zur Urlaubsplanung, ist es an der Führungskraft, diese auch durchzusetzen. Natürlich wäre es die einfachere Lösung, beiden Mitarbeiterinnen den Urlaub zu gewähren und für Ersatz zu sorgen.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Doch gerade in einer solchen Situation ist es wichtig, „Nein“ zu sagen und Profil zu zeigen. Nur so werden Vorgesetzte ernst genommen.

Selbstverständlich gilt es für Führungskräfte in Einzelfällen abzuwägen, ob sie einem Urlaubsantrag nicht doch stattgeben. Überschneidet sich der Urlaub beispielsweise nur um einen Tag oder gibt es einen unerwarteten Vorfall in der Familie, ist Empathie sicherlich das Mittel der Wahl.

Konsequenz ist eine notwendige Grundlage

Werden Grenzen und Regeln aber bewusst missachtet, ist Durchsetzungsvermögen gefragt. Folgendes Vorgehen hat sich in der Praxis bewährt:

  1. Sorgen Sie dafür, dass die betroffenen Mitarbeiter selbst für eine Lösung suchen – nicht Sie als Vorgesetzter. Selbst verursachte und selbst lösbare Probleme sind nicht Ihre Aufgabe!
  2. Fragen Sie in einem späteren Einzelgespräch nach, wie es zu dem Fauxpas kommen konnte. Als Führungskraft ist es wichtig, nachzuhaken, ob es nur ein dummer Zufall war oder größere Spannungen zwischen den Mitarbeitern bestehen.
  3. Sprechen Sie den Vorfall im Teammeeting kurz an und erkundigen Sie sich, ob alle mit der bestehenden Regelung einverstanden sind. Wenn Uneinigkeit besteht, ist es an Ihnen, zu reagieren.
  4. Haben Sie Mut zu delegieren! Lassen Sie die Mitarbeiter einen gemeinsamen Urlaubsplan erstellen, auf den jeder zugreifen kann. Besonders sinnvoll ist ein solches Vorgehen, wenn das Team sehr groß oder über mehrere Standorte verteilt ist.
  5. Egal, welche Regeln für Urlaub und Vertretung gelten, Sie als Führungskraft legen die Rahmenbedingungen fest und begründen sie auch. Innerhalb dieses Rahmens können die Mitarbeiter dann selbst Regeln erarbeiten und Ihnen vorschlagen – Mitwirkung und eigene Ideen erhöhen die Akzeptanz.

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