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Serie – junge Berufseinsteiger weltweit: Das Leben ist eine Reise – Teil 2



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Bildrechte: Bildmaterial von Anke Ernst.

Weltreisende Anke Ernst schreibt, mittlerweile wieder in Deutschland, zum Abschluss über den Texaner Kris. Der scheint ihr der Inbegriff des American Way of Life: Vom Tellerwäscher zum Millionär, um dann doch mit viel Optimismus freiwillig immer wieder neue Ziele zu suchen. Dinge am Wegesrand übersehen


Hier schreibt für Sie: Anke Ernst ist Chefredakteurin des Düsseldorfer Kunstmagazins INDEX und freiberufliche Journalistin für Reise, Kunst und Kultur. Profil

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Auf Umwegen zum Ziel: Freiwillig neu anfangen

Mit 29 Jahren merkte Kris allerdings, dass er trotz vieler Reisen und eines spannenden Lebenswandels noch einmal von vorne anfangen wollte. Für ein ruhiges Leben als Familienvater war er noch nicht bereit. Er kündigte seine Arbeitsstelle, vermietete sein Haus und übergab die Leitung seiner Organisation an einen Nachfolger.

Dann nahm er eine Stelle in Portland an.

Ein Jahr später erwischte die Finanzkrise seinen neuen Arbeitgeber und Kris ging freiwillig, um die Stelle eines Familienvaters zu sichern. Ein mutiger Entschluss, denn auch seine Ersparnisse waren beträchtlich durch die Krise geschrumpft.

Anderen helfen, ihren Weg zu finden

Jetzt studiert Kris wieder und arbeitet gleichzeitig im Vertrieb einer als besonders arbeitgeberfreundlich ausgezeichneten amerikanischen Versandhauskette. Mit dem Bachelor für Finanzwirtschaft will er sicherstellen, dass er seinen Job solange behält, bis er genug Lebenserfahrung gesammelt hat, um Life Coach zu werden. Er möchte anderen dabei helfen, ihren Weg zu finden.

Hat er jetzt schon einen Tipp für Arbeitssuchende? „Es ist nie zu spät, um einen neuen Weg zu gehen, am besten einen eigenen, der noch nicht begangen wurde. Lies mal Ralph Waldo Emerson und David Thoreau wenn Du es noch nicht getan hast.“

 

Tipps fürs Vorstellungsgespräch

Und wie verhalte ich mich am besten beim Vorstellungsgespräch? „Meinen Job habe ich bekommen, weil ich, statt mich auf mich selbst zu konzentrieren, im Vorstellungsgespräch dargelegt habe, was ich dem Unternehmen bieten kann und welche konkreten Vorteile sie von meiner Einstellung haben werden," rät Kris.

Das Leben voll Ausschöpfen

Die beruflichen Ziele von Kris sind ebenso wandelbar wie seine sonstige Zukunftspläne.

Im Moment freut er sich am meisten darauf, zu heiraten und eine Familie zu gründen. Mit ihr möchte er für mindestens ein Jahr in einem Land außerhalb der USA wohnen und auch sonst viel reisen und Erinnerungen sammeln, von denen er auch im Alter zehren kann.

Zukunftspläne

Außerdem möchte er weiter Kampfkunst betreiben, ein Sport, den er seit seiner Jugend ausübt, ein Buch schreiben, in einer Serie oder einem Film mitspielen und herausfinden, warum er auf dieser Erde ist.

Kurz: Kris will das Leben völlig ausschöpfen und möglichst viele unbekannte Wege beschreiten.

American Dream

Kris Geschichte klingt für mich wie der berühmte American Dream. Einige Male schafft er es fast vom Tellerwäscher bis zum Millionär und beginnt, oft freiwillig, wieder von vorne. Seinen Optimismus und sein Vertrauen in die Welt verliert er dabei nicht. Genau deshalb klingt seine Art zu leben überzeugend.

Kris rät unserer Generation: „Belügt Euch nicht selbst und konzentriert Euch auf die Reise statt auf das Ergebnis. Das Leben ist wie ein Tanz, den man währenddessen lernt. Macht Euch keine Sorgen, wenn Ihr Fehler macht.“

Serie – junge Berufseinsteiger weltweit: Das Leben ist eine Reise – Teil 2

Lebe den Augenblick

Für Deutsche mag dies sehr pathetisch und amerikanisch klingen, aber mir gefällt gerade die Idee, nicht zielorientiert zu leben, sondern das Leben genau im gegenwärtigen Moment wahrzunehmen.

Diese Lektion ist eine der Wichtigsten, die ich während meiner Reise gelernt habe. Wenn man zu viel in die Zukunft schaut, verpasst man zu viele Dinge am Wegesrand.

 

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