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Jobhunting – Was Recruiter nicht erzählen – Teil 2: Cultural Fit



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Auch ein Wechsel aus einem mittelständischen Unternehmen in einen Konzern und umgekehrt stellt eine große Schwierigkeit dar. Die unterschiedlichen Strukturen, Vorgehensweisen, Entscheidungswege und Hierarchien werden meist als Ablehnungsgründe genannt. Allerdings nicht Ihnen gegenüber.


Hier schreibt für Sie:

 

Diplom Ökonomin Petra Barsch ist Beraterin & Expertin für zukünftige Arbeitswelten.

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Neue Ziele, neue Karriere

Christine arbeitete zehn Jahre in einem Konzern der Nahrungsmittelindustrie in der Einkaufsabteilung. Als ich sie kennenlernte, konnte sie die Gepflogenheiten nicht mehr ertragen. Ihr schauerte vor den nächsten Verhandlungen und es fiel ihr immer schwerer, die Produkte zu vermarkten. Nicht weil sie schlecht waren, sondern weil sich ihr Leben geändert hatte, weil sie gesundheitsbewusst und sportlich aktiv war.

Ihr Wunsch war es, Ihre Fähigkeiten im Verhandeln, im Kundenkontakt und der Beratung mit Produkten zu verbinden, die ihr näherlagen. Sportprodukte oder Outdoor waren ihre Favoriten. Es gelang ihr über einen Zwischenschritt bei einem sehr großen Sportartikelhersteller schließlich, in einem mittelständischen Unternehmen für Outdoor-ausrüstungen Fuß zu fassen. Dort ist sie heute noch und sehr zufrieden.

Wechsel zwischen sozialer Organisation & Wirtschaftsbetrieb

Die dritte schwierige Wechseloption ist die aus einer sozialen Organisation in einen Wirtschaftsbetrieb, aber auch in umgekehrter Richtung. Viele Personaler haben über Non-Profit-Organisationen im Kopf, dass in festen Strukturen gearbeitet wird und dass gewohnte Arbeitsweisen festgefahren sind und nicht gern umgestellt werden.

Das lässt ein Bild von Unflexibilität und Langsamkeit beim Arbeiten entstehen. Auf der anderen Seite herrscht das Bild vor, dass in der Wirtschaft immer Druck herrsche, dass tough sein und Ellenbogenmentalität zu den hervorstechendsten Eigenschaften gehörten.

Cultural fit

… nennen das die Organisationen und meinen, dass die kulturelle Passung der Kandidaten stimmen müsse. Das liegt daran, dass Fähigkeiten trainiert und relativ zeitnah aufgebaut werden können, kulturelle Verbundenheit eher nicht. Im Fall einer guten Passung des Kandidaten wird von einer hohen Leistungsbereitschaft und -fähigkeit ausgegangen.

Daher steigt die Bedeutung der kulturellen Passung tendenziell an. Eine wesentliche Voraussetzung wäre aber, dass Unternehmen ein realistisches Bild ihrer Kultur aufzeigen. Das ist jedoch in den seltensten Fällen so, Hochglanzbroschüren und durchgestylte Internetauftritte zeichnen nicht immer ein wahres Bild des Inneren eines Unternehmens.

Brüche als Handicap

Zudem ist fraglich, ob in einem Vorstellungsgespräch die kulturelle Passung ermittelt werden kann. Sie auszuloten dauert eher einige Wochen. Aus meiner Sicht ist das eine weitere Hürde, die Unternehmen für Sie als Quereinsteiger, als Andersdenkenden aufbauen.

Brüche im Lebenslauf sind immer noch ein Handicap. Karrieren gehen bei uns immer steil gerade aus und für Brüche ist da kein Platz. Zu viel Zickzack zeigt zu wenig Zielstrebigkeit. Studienabbruch, zu lange Ausbildungszeiten, Beendigung des Arbeitsverhältnisses während der Probezeit, eine Fehlentscheidung bei der Jobsuche oder eine Auszeit (Sabbatical) werden mit Fragezeichen versehen.

Bewerbung auf einen hierachisch niedrigeren Job

Unverständnis wird auch hervorgerufen, wenn Sie sich auf einen hierarchisch niedrigeren Job bewerben, zum Beispiel ohne Führungsverantwortung, nachdem Sie bereits geführt haben. Die Interpretationen lauten bei nicht belegten Zeiträumen von mehr als drei Monaten:

Da kann doch was nicht stimmen, wahrscheinlich Burn-out. Bei kurzen Zeiträumen: Na, das hat wohl nicht geklappt. Sie sehen, für Personaler gibt es offenbar keine positiven Erläuterungen. So sage mir eins ein Human-Resources-Verantwortlicher: »Wann immer es ein Fragezeichen gibt, beantworten wir es eher negativ.«

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