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Besser Arbeiten, Infos nach Wunsch: Wir geben Ihnen Informationen, die Sie wirklich brauchen und engagieren uns für eine bessere und ökologische Arbeitswelt. Als Verlag Best of HR – Berufebilder.de® mit einzigartigem Buchkonzept und eKursen bieten wir über 20 Jahre Erfahrung im Corporate Publishing – mit Kunden wie Samsung, Otto, staatlichen Institutionen. Verlegerin Simone Janson leitet auch das Institut Berufebilder Yourweb, das u.a. Stipendien vergibt, und gehört zu den 10 wichtigsten deutschen Bloggerinnen, referenziert in ARD, FAZ, ZEIT, WELT, Wikipedia.

Offenlegung & Bildrechte: Die Heimatzeit-Hotels haben meine Recherche durch kostenlose Übernachtungen unterstützt. 

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Simone Janson ist VerlegerinBeraterin und eine der 10 wichtigsten deutschen Bloggerinnen laut Blogger-Relevanz-Index. Sie ist außerdem Leiterin des Instituts Berufebilder Yourweb, mit dem sie Geld für nachhaltige Projekte stiftet. Laut ZEIT gehört ihr als Marke eingetragenes Blog Best of HR – Berufebilder.de® zu den wichtigsten Blogs für Karriere, Berufs- und Arbeitswelt. Mehr zu ihr im Werdegang.

MEINUNG | Investor und Unternehmer Jan Bolland: “In der Krise hilft ein tolles Team”

Investor Jan Bolland hat mitten in der Corona-Krise in Bingen mit dem Papa Rhein ein ehrgeiziges Hotelprojekt eröffnet und dafür bereits Preise gewonnen. Ein Interview über Pioniergeist, Mut und Zusammenhalt.

Jan Bolland stammt aus einer Hoteliersfamilie und führt die seit 1907 bestehende Tradition in vierter Generation weiter. Nach dem Abitur absolvierte er zunächst eine Ausbildung zum Koch und studierte Hospitality Management an der Internationalen Fachhochschule Bad Honnef sowie an der University of Brighton folgen. Dannach war er u.a. Geschäftsführer des Hotels Kloster Marienhöh Hideaway & Spa bei Idar-Oberstein. Für sein Hotel “Papa Rhein” in Bingen wurde er mit dem Innovationspreis des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Bolland ist außerdem Mitglied der “Jeunes Restaurateurs d’Europe” in Deutschland und besitzt eine Ausbildung zum Qualitätscoach nach den Richtlinien der Service-Qualitäts-Initiative I + II.

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Was ist das Konzept bzw. die Grundidee von Papa Rhein und was hat Sie bewogen, das Hotel ausgerechnet in Bingen zu bauen?

Bingen gilt als Tor zum Mittelrheintal und wir sind sozusagen die „Basisstation“ für viele erlebnisreiche Ausflüge in einer Region, die unglaublich viel zu bieten hat:

65 Burgen und Schlösser – so viel wie nirgendwo anders auf der Welt auf so engem Raum, tolle Wander- und Fahrradwege, wunderschöne Orte zum Entdecken und Genießen.

Wie sieht Ihre ideale Zielgruppe, Ihre Wunschgäste sozusagen, aus? Und wie wird das Hotel von den Gästen angenommen?

Wir richten uns besonders an Familien und junge Paare, die ein paar Tage ausspannen wollen. Und das wird super angenommen.

Ein so erfrischendes Hotelkonzept im ländlichen Raum gibt es nunmal auch im ganzen Rhein-Main-Gebiet noch gar nicht, da sind wir Pioniere.

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Welche Rolle spielt die Umgebung in Bingen für Ihr Erfolgskonzept? Wie sieht der Austausch mit Partnern aus? Und wie wird das Hotel von den Menschen vor Ort angenommen?

Das UNESCO Welterbe Mittelrheintal ist unser größtes Zugpferd. Viele Menschen kamen ja auch vorher schon hierher, um Ihre Freizeit zu verbringen. Und jetzt kann man das auch mit einer Übernachtung in hippem Interior verbinden.

Dazu arbeiten wir auch mit zahlreichen Partnern und haben z.B. coole Suiten eingerichtet mit unterschiedlichen Themen: Eine Teesuite von Samova, eine Ginsuite mit „Loredrygin“ oder unser Hilfsprojekt, eine Suite mit „Fly & Help“, bei der die Erlöse an diese Stiftung gehen. Unsere Idee ist „meet the locals“ – denn der Rheinhesse ist ein sehr fröhlicher Mensch. Daher sind wir sehr happy, dass insbesondere unsere Bars und Restaurants auch gern von regionalen Gästen besucht werden.

Wo liegen Ihrer Meinung die Besonderheiten und Chancen dieser Region – und worin liegen die Schwierigkeiten?

Die Schwierigkeit ist, dass wir es kaum noch erwarten können, bis die Bundesgartenschau 2029 im Mittelrheintal endlich losgeht. Aber man spürt die Aufbruchsstimmung der Menschen.

Überall bewegt sich was, viele neue Projekte zwischen Koblenz und Bingen entstehen, die Kulturregion am Rhein entwickelt sich mit großem Tempo weiter. Einige Gärten können schon jetzt besucht werden. Aber es mangelt natürlich nach wie vor an Übernachtungskapazitäten im Mittelrheintal, hier dürfte noch einiges passieren in der Zukunft.

Wie viel Geld haben Sie in das Projekt Papa Rhein investiert bzgl. wie hoch waren die Gesamtkosten?

Die Gesamtkosten betrugen final rund 22,5 Mio EUR. Das ist eine enorme Summe, aber dafür haben wir einen sehr hohen Ausstattungsstandard mit tollen Holzböden und wunderschönen Möbeln und Accessoires, den schönen Spa Bereich und die vielfältige Gastronomie.

Der „Bollands-Style“ eben, wie ihn unsere treuen Gäste aus unseren anderen Häusern eben auch schon kennen und schätzen.

Bei einem Projekt dieser Größenordnung gibt es sicherlich viel zu beachten: Worin lagen Ihre größten Herausforderungen?

Der Standort ist natürlich etwas ganz Außergewöhnliches: Direkt am Binger Kulturufer mit diesem sagenhaften Blick auf Denkmäler, Weinberge und über die Rheingauer Rheinauen, die fast wie ein großer See daherkommen. Da war zu erwarten, dass die Öffentlichkeit ganz besonders darauf achtet, was hier entsteht.

Entsprechend war aber auch die Medienpräsenz sehr groß und wir wurden von Anfang an sehr intensiv begleitet. So kam es, dass wir vom ersten Tag an schon die Hütte voll hatten und uns voll und ganz dem Gastgebertum und weniger der Werbung widmen durften. Das ist ja auch das, was uns am meisten Freude bereitet.

Sie haben 2020 quasi mitten in der Corona-Pandemie eröffnet. Wie hat sich die Situation auf Ihr Geschäftsmodell ausgewirkt und wie haben Sie die Krise überwunden?

Das konnte natürlich niemand voraussehen. Beim Richtfest im Januar 2020 witzelte ich noch, dass unser Porzellan aus China vielleicht etwas später kommen könnte wegen des Virus… Das Lachen ist uns dann schnell vergangen und wir wurden von einer neuen Realität brutal eingeholt. Glücklicherweise war unser Bau so weit fortgeschritten, dass es die Arbeiten kaum noch tangierte. Wir konnten planmäßig am 31.7.20 öffnen und hatten dann drei richtig gute Monate.

Die Coronapause nutzten wir intensiv, um an Service- und Ausstattungsdetails zu feilen und heute muss ich rückblickend sagen, dass wir das beste draus gemacht haben. Wir konnten am 1. Juni 2021 super aus dem Lockdown starten und haben wieder gut zu tun. Auch die staatliche Unterstützung muss man loben. Das ist in vielen Teilen der Welt gar nicht möglich und wir jammern immer nur.

Dabei hat uns das als ganz neuem Player am Markt unheimlich geholfen. Ohne die Überbrückungshilfen gäbe es uns vielleicht schon gar nicht mehr. Das muss man auch einfach mal so klar sagen. Ob wir die Krise aber wirklich schon überwunden haben – da bin ich etwas skeptisch. Wir denken immer von Monat zu Monat und hoffen, dass wir gut durch den Winter kommen. Aber mit unserem tollen Team, welches von Anfang an ganz klasse zusammengehalten hat, schaffen wir das auch.

Das Hotel besteht zum Teil auch aus recycelten Baumaterialien und Sie spenden ja auch für die Opfer der Flutkatastrophe. Wie wichtig sind Nachhaltigkeit und Umweltschutz in Ihrem Konzept?

Es ist auch für uns ein Prozess und heute würde ich vielleicht vieles noch nachhaltiger gestalten. Aber später ist man ja immer schlauer. Wir haben schon sehr viel Nachhaltigkeit bewiesen, gerade was die Baumaterialien, die Regionalität und die Technik betrifft. Aber generell ist in der deutschen Hospitality Branche da noch viel Luft nach oben, um es ganz selbstkritisch zu sagen.

Das liegt aber natürlich auch an unseren Kunden: Jeder erwartet ein paar Badeslipper auf dem Zimmer und die müssen rutschfest sein und gewissen Sicherheitsstandards entsprechen. Die gibt es leider noch nicht aus Recyclingmaterial. Und dies sind so typische Punkte, an denen wir alle noch arbeiten müssen. In vielen anderen Bereichen sind wir aber auf einem richtig guten Weg: Photovoltaik, regenerative Wassernutzung, Gas-Brennwert-Anlagen und vieles mehr, was unsere Ressourcen schont, ist im Papa Rhein schon Standard.

Als Küchenchef konnten Sie einen zweifachen Sternekoch gewinnen: Welchen Stellenwert hat die Kulinarik in Ihrem Haus?

Die Zusammenarbeit mit Nils Henkel war ein Glücksfall. Er wurde in der Coronakrise frei und wir wollten öffnen. Da wir uns aus den gemeinsamen Zeiten der „Jeunes Restaurateurs d’Europe“ gut kennen und freundschaftlich verbunden sind, ging dann alles sehr schnell.

Nils konnte sich für unser Konzept begeistern und wir wussten, dass uns nichts Besseres passieren kann, als einen solch renommierten und erfahrenen Profi für die Kulinarik im Haus engagieren zu dürfen. Und es hat sich bewährt. Viele Auszeichnungen hat unser Restaurant „Bootshaus“ bereits erhalten und darauf sind wir auch sehr stolz.

Wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie im Papa Rhein?

Es sind rund 90 Mitarbeiter im Papa Rhein aktiv, davon etwa 10 Auszubildende.

In einer ländlichen Region wie Rheinhessen/Hunsrück sind Sie ein wichtiger Arbeitgeber: Wie schwer oder wie leicht ist es, die richtigen Mitarbeiter zu finden? Und welche Anforderungen haben Sie an Ihre Mitarbeiter?

Viele kommen auch aus der Rhein-Main-Region und haben sich einfach initiativ beworben. Das hat uns besonders gefreut. Weil man spürt, dass unser Team auch dem jungen, frischen Esprit gefolgt ist und gerade die lockere, ungezwungene Arbeitsatmosphäre schätzt. Alle sind per Du, flache Hierarchien und ein modernes Arbeiten, kurze Wege, digital.

Wir haben uns sehr intensiv damit auseinandergesetzt, was zu tun ist, um von Beginn an eine gute Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Da wurde auch mal eine Karte mit einem Do-it-yourself-Cocktail versendet oder eine Packung Merci mit aufmunternden Worten in der langen Lockdown-Phase und virtuelle Treffen gestaltet, um alle zum Durchhalten zu bewegen. Und das wurde auch sehr wertgeschätzt.

Die Bundesgartenschau, die 2029 im Oberen Mittelrheintal stattfinden soll haben Sie schon erwähnt – welche Impulse versprechen Sie sich von der Veranstaltung?

Die Bundesgartenschau wird unsere Region noch bekannter machen. Die Gäste aus dem Ausland wollen ja immer aufs Oktoberfest und an den Rhein. Die kommen – sobald sie dürfen – sowieso wieder. Aber viele Menschen, die in Deutschland leben, wissen gar nicht, wie schön es bei uns ist.

Und daher wird die Bundesgartenschau ein weiterer Meilenstein sein, die lange Geschichte des Rhein-Tourismus aufzufrischen. Zur Zeiten der Dampfschifffahrt war das Mittelrheintal die angesagteste Location Europas. Viele Adlige, Künstler und Intellektuelle besuchten den Rhein, um sich zu erholen und zu inspirieren. Wer ein Mal hier Urlaub am Mittelrhein gemacht hat, kommt immer wieder, aus gutem Grund.

Welche weiteren Projekte haben Sie für die Zukunft geplant?

Keine. Wir genießen die Eröffnung unseres wunderbaren Papa Rhein Hotels und überlegen, was wir hier und da noch verbessern können und sind nach den schwierigen „Corona-Monaten“ einfach froh, wieder Gastgeber sein zu dürfen!

Aber vielleicht kommt ja irgendwann wieder mal ein Oberbürgermeister und schwärmt so von seinem Standort, dass man ihn sich doch mal anschauen geht…

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