Interview mit Sandra Pietropaoli: "Arbeitslosigkeit ist erstmal ein Schock - aber wichtig ist, wie man damit umgeht!"


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Interview mit Sandra Pietropaoli: Die gelernte Kommunikations-Wirtin Sandra Pietropaoli, 40, hat 12 Jahre in verschiedenen Unternehmen im Marketing gearbeitet, bevor sie vor sechs Monaten arbeitslos wurde - zum dritten mal in ihrem Berufsleben. Aktuell sucht Sandra Pietropaoli bundesweit einen Job im Marketing. Im Interview berichtet sie über ihre Erfahrungen als Arbeitslose, über die sie auch unter bloggt.


Hier schreibt für Sie: Simone Janson, deutsche Top20 Bloggerin, Auftritte in ARD, gelegentlich Artikel für WELT, ZEIT, WIWO, t3n, W&V, macht Best of HR - Berufebilder.de & HR-Kommunikation. Profil


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Frau Pietropaoli, wie haben Sie sich gefühlt, als man ihnen kündigte?

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Ich hatte einen befristeten Ein-Jahres-Vertrag, den jeder neue Mitarbeiter in dieser Firma bekam und von dem man mir bei der Einstellung versicherte, dass es die Norm sei, dass dieser Vertrag anschließend dann auch in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übergeht. Deshalb war ich sehr schockiert, als man mich zum Gespräch bat und mir eröffnete, der Vertrag werde nicht verlängert.

Wie war Ihre erste Reaktion?

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Ich war fassungslos und habe geweint. Das war mir sehr peinlich, und ich fühlte mich erniedrigt.

Wie sind Sie dann mit der Arbeitslosigkeit umgegangen?

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Ich war sehr deprimiert, weil ich mir einredete, beruflich versagt zu haben. Zunächst habe ich es deshalb nur im engsten Kreis erzählt. Dann habe ich aber langsam versucht, mein Netzwerk zu aktivieren. Es war ja noch etwas Zeit bis zum Vertragsende, knapp drei Monate, und bis dahin wollte ich Etwas neues gefunden haben.

Hatten Sie Angst vor den Reaktionen in Ihrer Umgebung?

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Nein. Es ist bereits das dritte Mal in meinem Leben, das ich arbeitslos bin. Das erste Mal musste mein damaliger Arbeitgeber Ende 2001 schließen. Damals, nach dem 1September, verharrte die Wirtschaft in einer ähnlichen Schockstarre wie jetzt. Das letzte Mal war 2007.

Wie waren denn die Reaktionen Ihres Umfeldes?

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Gut. Glücklicherweise habe ich Menschen um mich, die Verständnis für meine Situation zeigen und mich immer wieder motivieren, wenn ich das mal vergesse. Es gibt auch eine Handvoll ehemaliger Kolleginnen und Kollegen aus der letzten Firma, zu denen anfangs noch freundschaftlicher Kontakt bestand. Mittlerweile ist das jedoch eingeschlafen. Aber es ist natürlich auch für beide Seiten nicht ganz einfach, diese Kontakte zu pflegen.

Und wie verhalten Sie sich heute anderen Menschen gegenüber, wenn es um Ihre Arbeitslosigkeit geht?

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Seit ich den ersten Schock verdaut habe, also etwa nach drei bis vier Wochen, gehe ich mit dem Thema sehr offensiv um: Ich besuche Veranstaltungen, auf denen ich mit Leuten ins Gespräch kommen könnte und knüpfe viele neue Kontakte. Außerdem interessiere ich mich für Social Networking und auch hier habe ich viele interessante Menschen kennengelernt.

Was machen Sie da genau?

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Ich habe eine zum Beispiel eine Stadtteil-Gruppe gegründet, bei der es nicht primär um Arbeitslosigkeit geht. Aber meistens ergibt es sich, dass man im Gespräch auch bei beruflichen Themen landet. Außerdem bin ich beim Online-Netzwerk XING Mitglied in allen Gruppen, deren Thematik mich interessiert, so auch in der Gruppe "Arbeitslos - mach dich nicht kleiner als du bist".

Welche Erfahrungen haben Sie dort gemacht?

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Für mich persönlich ist es interessant, wie andere Betroffene mit diesem „Schicksal“ umgehen. Die Bandbreite zwischen Frustration und unerschütterlichem Glauben an sich selbst ist da erstaunlich groß. Mit manchen Gruppenmitgliedern stehe ich in persönlichem Kontakt. Da schickt man sich dann schon mal gegenseitig die aktuellen Bewerbungsunterlagen zu, um Feedback zu geben oder bekommen. Oder man motiviert sich im Bewerbungsprozess. Die Kommunikation und Vernetzung auch auf der privaten Ebene finde ich gut.

Themenwechsel: Welche Erfahrungen haben Sie mit der Arbeitsagentur gemacht?

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Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man sehr stark von dem jeweiligen Sachbearbeiter abhängig ist. Da ich umzugsbedingt auch das zuständige Amt wechseln musste, stand ich außerdem bei meiner erneuten Arbeitslosigkeit vor einer komplett neuen Situation, was die Arbeitsagentur betraf.

Konnte man Ihnen dort bei der Jobsuche helfen?

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Bisher nicht.

Wie gehen Sie bei der Jobsuche vor?

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Ich recherchiere im Internet, nutze mein Netzwerk und versuche, auch ein wenig abseits meiner bisherigen Tätigkeiten nach Möglichkeiten zu suchen.

Wie viele Bewerbungen haben Sie geschrieben?

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Bislang an die 80.

Was machen Sie derzeit?

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Fortbilden, Netzwerken, Bewerben


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  1. Holger Moller

    Betroffene: “Arbeitslosigkeit ist erstmal ein Schock – aber wichtig ist, wie man damit umgeht!" #arbeitslos

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