Innerbetrieblicher Jobwechsel: Arbeitsplatzwechsel innerhalb der Firma


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Viele Unternehmen haben Angst, ihre guten Mitarbeiter an die Konkurrenz zu verlieren. Doch das muss nicht sein, wenn Unternehmen wechselwilligen innerbetrieblich neue Chancen bieten.

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Hier schreibt für Sie: Oliver Koch ist Geschäftsführer der SOLCOM GmbH. Profil

Innerbetrieblicher Jobwechsel: Darauf kommt es an

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Viele Arbeitnehmer wollen sich im Laufe ihrer Karriere weiterentwickeln, ihre Qualifikationen erweitern und neue Aufgaben und Herausforderungen wagen. Doch hierbei muss nicht immer zwangsläufig ein Jobwechsel zu einem anderen Unternehmen erfolgen.

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Denn auch beim aktuellen Arbeitgeber können spannende Stellen entstehen. Doch unter welchen Umständen sollte ein innerbetrieblicher Arbeitsplatzwechsel überhaupt in Betracht gezogen werden?

Gründe für den Wechsel-Wunsch analysieren – 3 Schritte

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Ist die Unzufriedenheit des Mitarbeiters in der aktuellen Position groß, sollte Schritt für Schritt analysiert werden, warum das so ist und ob ein interner Jobwechsel sinnvoll sein könnte.

  1. Warum genügt die aktuelle Stelle nicht mehr den Ansprüchen: Bevor eine Bewerbung auf eine andere Position im Unternehmen eingereicht wird, sollte genau überlegt werden, weshalb die bisherige Stelle nicht mehr den Ansprüchen an den Traumjob genügt und aus welchen Gründen ein Wechsel in Erwägung gezogen wird.
  2. Welche Vor- und Nachteile bieten die jeweiligen Jobs: Dazu müssen die Vor- und Nachteile der aktuellen Position, wie auch der angestrebten neuen Position abgewogen werden. Dabei sollte auch berücksichtigt werden, wie sich die jeweilige Tätigkeit auf die berufliche und persönliche Entwicklung auswirkt.
  3. Welche Ziele werden angestrebt: Abhängig vom angestrebten Karriereziel muss reflektiert werden, welche Herausforderungen die Jobs mit sich bringen und welche Aufgaben persönlich langfristig mehr Spaß machen. Oftmals schleichen sich nach einer gewissen Zeit in derselben Stelle Routinen ein, die den Alltag eventuell weniger aufregend machen. Hierbei muss jedoch bedacht werden, dass Routineaufgaben früher oder später in jedem Job eintreten und die anfallende Arbeit im Gesamten und auf längere Sicht betrachtet werden muss.

Unter diesen Umständen bietet sich ein Arbeitsplatzwechsel innerhalb der Firma an – 3 Gründe

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  1. Gründe für den Wechsel in ein anderes Unternehmen: Wenn Unzufriedenheit am Arbeitsplatz herrscht oder Erfahrungen in einem neuen Umfeld gewünscht sind, bietet sich gegebenenfalls eher ein Wechsel in ein anderes Unternehmen an, bei dem ein gewisses „Neustartpotenzial“ gegeben ist.
  2. Gründe für den innerbetrieblichen Wechsel: Wird die Atmosphäre bei der Arbeit hingegen geschätzt und die Werte und Firmenkultur stimmen mit den persönlichen Interessen und Vorstellungen überein, ist ein interner Wechsel eine gute Möglichkeit: Hier kann der eigene Karrierehorizont erweitert werden, wobei gleichzeitig klar ist, in welche Richtung sich das Unternehmen und somit auch die Arbeitsplatzsituation weiterentwickeln wird.
  3. Gründe für den Arbeitgeber, einen innerbetrieblichen Wechsel zu präferieren: Zusätzlich profitieren sowohl Arbeitgeber als auch -nehmer von der zum Teil geringeren Einarbeitungszeit, da die grundsätzlichen Prozesse, Strukturen und Abläufe im Unternehmen bereits bekannt sind.

Mit der richtigen Vorgehensweise zur neuen Stelle – 3 Schritte

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Fällt die Entscheidung zugunsten eines Jobwechsels und die ausgeschriebene Stelle im Unternehmen entspricht den Vorstellungen und Erwartungen an die weitere berufliche Zukunft, sollte bei der Bewerbung strategisch vorgegangen werden.

  1. Interne Bewerbung nicht zu locker angehen: Viele Menschen tendieren bei internen Bewerbungen dazu, diese zu locker anzugehen und die Bekanntheit der eigenen Leistung im Unternehmen zu überschätzen. Wichtig ist hier jedoch, dass es sich um eine offizielle Ausschreibung handelt, auf die mit einer ebenso formalen und korrekten Bewerbung geantwortet werden sollte. Das bedeutet, dass eine klassische Bewerbung inklusive Lebenslauf und Motivationsschreiben eingereicht werden muss. Hierbei sollte vor allem Wert auf eine konkrete Beschreibung des Wechselwunsches gelegt und Bezug zur neuen Stelle genommen werden.
  2. Informationen über Bewerbungsunterlagen zusammenstellen: Idealerweise informiert sich der Kandidat oder die Kandidatin vorab auch über gewünschte zusätzliche Unterlagen, welche beispielsweise in Form von Nachweisen zu bestimmten Weiterbildungen von Interesse sein könnten. Zusätzlich kann bei Bedarf auch bereits ein Vorab-Gespräch mit dem zuständigen Teamleiter geführt werden, um eine detailliertere Vorstellung über die Stelle zu erhalten und sich bestmöglich auf die Bewerbung vorzubereiten. Auch bei einem Bewerbungsgespräch sollten etwaige bisherige kollegiale Beziehungen ausgeblendet und förmlich-diskret über die Eignung für die gewünschte Stelle gesprochen werden.
  3. Aufgaben und Ziele der angestrebten Position immer im Blick: Im gesamten Bewerbungsprozess ist es wichtig, sich über die Aufgaben und Ziele der jeweiligen Positionen ein klares Bild zu erarbeiten – durch Recherche und Gespräche mit den Verantwortlichen. Dann kann auch deutlich kommuniziert werden, weshalb die angestrebte Stelle zum Zeitpunkt des Wechsels ins berufliche Profil und die angestrebte Position zu den eigenen Qualifikationen und Karrierezielen passt. Dabei sollte die eigene Motivation für die neue Stelle deutlich ausgesprochen werden. Damit wird deutlich, dass man sich bereits aktiv mit der neuen Position beschäftigt hat und weshalb diese Position angestrebt wird.

Kontakte und Erfolge im Unternehmen gekonnt hervorheben

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Die Tatsache, dass interne Bewerber bereits die Unternehmenskultur und auch viele Mitarbeiter kennen, kann geschickt zum Vorteil genutzt werden. Dabei bietet es sich an, sich über die Arbeit der potenziell neuen Teamkollegen zu informieren und wenn möglich im Voraus schon Kontakte zu knüpfen.

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Dadurch lässt sich in Erfahrung bringen, worauf im Arbeitsalltag besonders großen Wert gelegt wird, was dabei hilft die persönliche Eignung hierfür im Gespräch einfließen zu lassen. Wichtig ist jedoch, dass nur tatsächliche Fakten berücksichtigt und keine Gerüchte über die Abteilung ins Urteil mit einbezogen werden.

Referenzen und gelungene Projekte aus dem eigenen Unternehmen sind die beste Empfehlung

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Darüber hinaus ist es von Vorteil, wenn Referenzen für Erfolge und gelungene Projekte im Unternehmen nachgewiesen werden können – dabei darf auf keinen Fall davon ausgegangen werden, dass andere Mitarbeiter wissen, an welchen Prozessen mitgewirkt wurde und welche Leistung hier bisher erbracht wurde. Absprachen unter den Kollegen sollten generell nicht unterschätzt werden, da sich insbesondere die potenziell neuen Kollegen für einen Mitarbeiter einsetzen, der zum Team passt.

Noch besser ist es daher, wenn bereits interdisziplinär mit Mitarbeitern aus verschiedenen Abteilungen zusammen gearbeitet wurde und eventuell sogar Fürsprecher gefunden werden, die ihre Empfehlung einfließen lassen. Dies ist umso bedeutender, da eine extrem überhöhte Selbstpräsentation und übertrieben positiv dargestellte Leistungen aus der Vergangenheit innerhalb des Unternehmens leicht rekonstruierbar sind und an der Authentizität des Bewerbers zweifeln lassen. Daher sollte man nachweisbar und nachvollziehbar von vergangenen Erfahrungen im Unternehmen berichten, die wiederum einen klaren Bezug zur neuen Position aufzeigen.

Chefsache: Wie die Führungskraft am besten in die Zukunftsplanung eingeweiht wird

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Der wohl schwierigste Schritt ist der Zeitpunkt, an dem die eigene Führungskraft von der Bewerbung für eine andere Stelle erfährt. Wichtig ist allerdings in jedem Fall, dass die Führungskraft die Neuigkeiten direkt erfährt. Dabei gilt es vor allen Dingen, konstruktive und nachvollziehbare Gründe für den potenziellen Wechsel zu benennen. In einem offenen Gespräch kann sogar deutlich werden, wie die bisherige Arbeit geschätzt wird und zur eigenen Entwicklung beigetragen hat, wodurch auch Loyalität gegenüber dem Unternehmen ausgedrückt wird.

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Idealerweise wird die vorige Stelle auch im Gespräch mit der potenziell neuen Führungskraft sowie der Personalabteilung als „Sprungbrett“ dargestellt, welche eine optimale Vorbereitung für die neuen Aufgaben ermöglicht hat. Dadurch wird deutlich, dass ernsthaftes Interesse am Job besteht. Gleichzeitig wird wertschätzend über die bisherige Arbeit gesprochen, wodurch das Verhältnis zu den Kollegen keineswegs in schlechtes Licht gerückt wird.

So gelingt der Start in der neuen Position

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Es ist geschafft, der Kandidat oder die Kandidatin hat sich gegen die Konkurrenz durchgesetzt und die Stelle bekommen. Jetzt gilt es vor allem, einen sauberen Übergang von der alten in die neue Stelle zu schaffen. Dazu gehört in erster Linie gegebenenfalls die Einarbeitung des Nachfolgers in der ehemaligen Stelle oder auch eine Zusammenfassung der wichtigsten Prozesse und Aufgaben des Jobs in Form eines ausführlichen Dokuments.

Vor allem aber ist es wichtig, bis zur Beendigung der vorherigen Tätigkeit engagiert zu bleiben und weiterhin eine gute Zusammenarbeit mit den Kollegen zu pflegen. Dies ist bei einem internen Wechsel umso wichtiger, da möglicherweise auch weiterhin abteilungsübergreifende und interdisziplinäre Zusammenarbeit stattfindet.

Erste Schritte im neuen Job

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In den ersten Tagen im neuen Job sollte dann trotz möglichem Vorwissen unvoreingenommen gestartet werden: Dazu gehört eine Vorstellung bei den neuen Kollegen, auch wenn man sich vielleicht bereits auf dem Flur gegrüßt hat. Auch ein kleiner Einstand kommt immer gut an, dabei muss nicht direkt ein großes Essen organisiert werden, es reicht vollkommen aus, wenn gemeinsam Kuchen gegessen wird oder man sich mit den Kollegen nach Feierabend auf einen Drink verabredet. Zuletzt sollte in den ersten Wochen auch stets bedacht werden, dass zwar das Unternehmen noch dasselbe ist, der Job jedoch trotzdem eine ganz neue Erfahrung ist und somit auch Fragen und Missverständnisse möglich sind und sogar dazu gehören.

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Und falls der Wechsel trotz aller Bemühungen nicht gelingt, so ist dies kein Weltuntergang! Auch wenn es schwer fällt, so sollte die Absage nicht persönlich genommen werden und auch keine Schuldzuweisung stattfinden. Es gibt viele Gründe für eine Absage, alle gehören zu einem üblichen Bewerbungsprozess und sollten deshalb nicht für schlechte Stimmung gegenüber dem Unternehmen sorgen. Sofern man bei der Selbstdarstellung ehrlich und authentisch war, stellt eine Absage kein Problem für die weitere Arbeit im bisherigen Job dar.


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