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Präsentieren wie Hitchcock – 4/4: Mit Bildersprache das Kopfkino anregen



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Cary Grant betritt die Lobby eines Hotels. Der Oberkellner begrüßt ihn namentlich. Er wird zu drei Herren geführt. Sie sind verabredet. Grant ist der Werbefachmann Roger Thornhill. Man begrüßt sich höflich.


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michael-moesslangMichael Moesslang ist Dozent an der St. Galler Business School, BAW & Hochschule München, Top 100 Excellence Trainer, Coach & Autor.

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Wie Bildersprache funktioniert

Thornhill schaut nervös auf seine Uhr. Er erzählt, dass er sich über sich ärgert: „Ich bat meine Sekretärin, dass sie meine Mutter anruft, aber sie kann sie zuhause gar nicht erreichen. Inzwischen ist mir eingefallen, dass sie heute bei einer Freundin Bridge spielt.“

Ein Boy ruft derweil in der Lobby einen George Kaplan aus. Thornhill dreht sich zu dem Boy um. Er winkt ihm. Er will ein Telegramm aufgeben. Die Kamera schwenkt zu zwei finsteren Gestalten am Rande des Raums. Der eine raunt dem anderen zu: „Kaplan“. So beginnt die Verwechselung in Alfred Hitchcocks Film „Der unsichtbare Dritte“.

Diese kurze Szene habe ich Ihnen in der Bildersprache beschrieben. Eine sehr wirkungsvolle Sprache für Präsentationen. Wenn Sie etwas beschreiben, wirkt die Bildersprache stärker, weil Sie Kopfkino anregt. Viele erzählen in viel zu weichen, komplizierten und wenig Bilder erzeugenden Sätzen.

Das Gegenbeispiel

Cary Grant, der in „Der Unsichtbare Dritte“ von Alfred Hitchcock den Werbefachmann Roger Thornhill spielte, war mit Kunden in der Lobby des New Yorker Hotel Palace verabredet. Diese waren schon da und Thornhill wurde von einem freundlichen Kellner, der Thornhill namentlich kannte, zu Ihnen geführt.

Nachdem sich die allesamt im Business-Look gekleideten Herren begrüßt haben, setzten sie sich. Dabei blickte Thornhill nervös auf seine Armbanduhr, was einem der Herren auffiel. Er fragte ihn danach und Thornhill antwortete, er ärgere sich über sich, weil er vergessen habe …

Weg mit den Nebensätzen

Eine derart mit Nebensätzen und eingeschobenen Erklärungen überfrachtete Erzählung ist schwer zu begreifen. Der Zuhörer ist mehr damit beschäftigt, die Zusammenhänge zu verstehen, als Zeit zu haben, Bilder im Kopf entstehen zu lassen. Das betrifft insbesondere gesprochenen Text, da auch die Möglichkeit, einen Satz nochmals zu lesen, nicht besteht.

Wenn Sie also in Ihrer Präsentation Geschichten erzählen oder etwas beschreiben, nutzen Sie die Bildersprache. Dabei beschreiben Sie nur, was Sie sehen, hören und fühlen können, Interpretationen oder Vermutungen entfallen oder ergeben sich aus der Beschreibung. Formulieren Sie dabei im Präsens, auch wenn sich die Ereignisse früher zugetragen haben. Um die Zeitangabe zu betonen, setzen Sie diese mit ein: „Gestern, ich gehe gerade …“

Halten Sie sich kurz

Stellen Sie sich vor, sie sind eine Kamera und können nur das wiedergeben, was diese sieht und hört. Und auch nur das, was wichtig ist. Wie die Herren gekleidet sind, tut beispielsweise nichts zur Sache. Wenn es um Ihre Gefühle geht, ist es sogar noch besser, Sie zeigen sie, als sie zu beschreiben.

Halten Sie die Sätze sehr kurz, kürzer als gewohnt. Setzen Sie viele Sprechpausen, damit Ihr Publikum Zeit hat, Ihre Worte zu einem Kopfkino zusammenzufügen. Wenn jemand in der Geschichte spricht, nutzen Sie vorzugsweise die wörtliche Rede, vielleicht sogar mit einer leicht anderen Stimme, Körperhaltung und Gestik.

Der Einstig ist wichtig!

Ganz wichtig ist auch der Einstieg. Klären Sie Details später, beginnen Sie mit einer möglichst bildhaften Szene. So habe ich in der ersten Version die Angabe, um welchen Film es sich handelt, an den Schluss gestellt. Bei der zweiten, schlechteren Version in einen unendlich langen Nebensatz des ersten Satzes.

Mit Bildersprache erzeugen Sie Kopfkino und regen so die Phantasie Ihrer Zuhörer an. Eine hilfreiche Methode, wenn Ihnen daran liegt, dass Ihre Teilnehmer sich möglichst viel aus Ihrer Präsentation merken.

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