Dem Chef hilflos ausgeliefert: Wie Sie erlernte Hilflosigkeit ändern


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Text stammt aus: Warum uns das Denken nicht in den Kopf will: Noch mehr nützliche Erkenntnisse der Alltagspsychologie (2013) von Dr. Volker Kitz, Prof. Dr. Manuel Tusch, erschienen bei Heyne Verlag, Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Verlags.
Bildrechte:  Bildmaterial erstellt im Rahmen einer kostenlosen Kooperation mit Shutterstock. .

Längst hat die Forschung festgestellt: Es hängt auch von uns selbst ab, wie leicht wir uns hilflos fühlen. Es hat etwas mit dem sogenannten “Attributionsstil ” zu tun – damit, wie wir uns selbst erklären, was um und mit uns passiert.

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Dr. Volker Kitz kitzDr. Volker Kitz ist Spiegel-Bestseller-Autor, Psychologe und ex-Lobbyist.

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Prof. Dr. Manuel Tusch tuschDr. Manuel Tusch Professor an der Fachhochschule Münster und Leiter des IfAP.

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Wie der Attributionsstil funktioniert

Im Beispiel von oben denkt der eine eben: “Nie kann ich es jemandem recht machen. Ich mache immer alles falsch und werde wohl mit jedem Chef meine Probleme kriegen und auch viele andere Sachen nicht können.”

Während sich ein anderer sagt: “Mein Chef ist ein Idiot. Er weiß nicht, was er will. Mit einem anderen Chef wird das ganz anders. Und vielleicht kann ich in Zukunft ja einfach auch nochmal genauer nachfragen, was er eigentlich will.”

Bin ich schuld oder die Situation?

Die erste Person pflegt eine sogenannte stabile, internale, globale Attribution: Sie denkt, der Grund für das Missgeschick liege in ihr selbst (internal), sei dauerhaft (stabil) und generell, wirke also auch mit anderen Menschen und in anderen Zusammenhängen (global).

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Die zweite Person hingegen attribuiert instabil und external: Sie glaubt, die Gründe lägen in den Umständen (external), seien lediglich vorübergehend und könnten beim nächsten Mal schon ganz anders sein (instabil). Ein und das selbe Geschehen interpretieren unterschiedliche Menschen also ganz verschieden.

So denken Sie motivierend

Gesünder ist die zweite Version. Wer stabil, internal und global attribuiert, der rutscht leichter in die erlernte Hilflosigkeit – und in die Depression.

Denn die erlernte Hilflosigkeit gilt als ein häufiger Weg in die Depression. Und selbstverständlich auch in die Trägheit: Motiviert ist niemand, der sich hilflos fühlt.

Lernen für den Alltag

Lernen für den Alltag können wir daraus auf beiden Seiten. Wenn wir andere motivieren wollen, zum Beispiel bei der Arbeit, in der Familie, in der Schule oder im Tennisclub: Dann sollten wir aufpassen, dass die anderen nicht den Eindruck bekommen “Was ich tue, zählt eh nicht.”

Das erreichen wir, indem wir uns selbst eben nicht willkürlich und unberechenbar verhalten, heute dies und morgen jenes wollen und nichts und niemandem auch nur zuhören.

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Den eigenen Attributionsstil ändern

Auf der anderen Seite können wir der erlernten Hilflosigkeit natürlich auch selbst vorbeugen: Überprüfen Sie regelmäßig Ihren Attributionsstil.

Machen Sie sich häufiger einmal bewusst, dass Missgeschicke auch an anderen liegen können, auch vorübergehend sein können – und dass Sie schon beim nächsten Mal vielleicht alles ganz anders hinbekommen.

Und wenn jemand partout nicht klar sagen kann, was er eigentlich will: Dann fragen Sie solange nach, bis er es lernt.


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