Gründerreport Öko-Fashion-Week in Vancouver: In kleinen Schritten die Welt verbessern


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Fashion-Weeks gibt es weltweit einige, aber die Öko-Fashionweek in Vancouver ist mit ihrem Schwerpunkt auf ökologischer Mode einzigartig. Die Initiatorin Myriam Laroche begeistert durch Ehrlichkeit und Sinn – und durch die Idee, Schritt für Schritt die (Mode)-Welt ein Stück besser zu machen.



Hier schreibt für Sie: Simone Janson, deutsche Top20 Bloggerin, Auftritte in ARD, gelegentlich Artikel für WELT, ZEIT, WIWO, t3n, W&V, macht Best of HR - Berufebilder.de & HR-Kommunikation. Profil

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Vom Buyer zum Öko-Enthusiast

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Myriam Laroche, Begründerin der Öko-Fashionweek stammt eigentlich aus Quebec. Bereits mit 16 produzierte sie erste Fashion-Shows. Außerdem hat sie Hochschulabschlüsse in Fashion und PR und war zweieinhalb Jahre lang Einkäuferin für verschiedene Modelabels.

Und zwar eine von der harten Sorte, wie sie selbst sagt: „Wie vielen anderen ging es mir nur darum, die Kosten so gering wie möglich halten. Wie die Produktionsbedingungen dahinter aussehen, war mir damals gar nicht klar und wohl auch egal.“

"Etwas grundlegend anders machen"

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Doch mit der Zeit stellte die Buyerin fest, dass es so nicht weiterging: „Ich hatte den Eindruck, dass man etwas grundlegend anders machen müsste,“ erklärt sie ihre Motivation. Tatsächlich gehört die Modeindustrie zu den weltweit größten Umweltverschmutzern.

Als sie hörte, dass die Stadtpolitik im westkanadischen Vancouver die ökologischen Aspekte der Stadtentwicklung stärker betonen und bis 2020 Günste Stadt weltweit werden will, kam ihr die Idee: Sie initierte 2009 die Öko-Fashionweek, die seitdem zweimal im Jahr stattfindet. Gut 15 Designer waren zuletzt dabei, die meisten aus Kanada aber „manchmal auch aus dem Ausland – z.B. aus Ungarn“, erzählt die Initiatorin.


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Mehr Öko-Bewusstsein durch freiwillige Selbstkontrolle

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„Unser Ziel ist es, ein Bewusstsein für ökologische Mode zu schaffen, “ erzählt sie. Dabei ist ihr bewusst, dass das Thema sehr komplex ist – gerade auch was den häufig vorkommenden Ettiketten-Schwindel im Ökobereich angeht:

„Wir können gar nicht kontrollieren, unter welchen Bedingungen alle Kleidungsstücke hergestellt werden, die bei der Fashionweek gezeigt werden, sondern müssen uns darauf verlassen, was die Hersteller uns erzählen. Und ich frage mich auch immer wieder, wo eigentlich die Grenze ist“, sagt Laroche. Auch wenn es in der Modeindustrie bereits erste Ansätze für Zertifizierungen wie Ökotex oder Bluesign gibt, sucht man offizielle für die Teilnahme daher überraschenderweise vergeblich.

"Wir müssen Wissen teilen und diskutieren"

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Viel mehr ist es für die Initiatorin ein gemeinsamer Entwicklungsprozess von Veranstaltern und Labels: „Wir müssen alle noch dazu lernen, Schritt für Schritt. Denn viele Fehler geschehen aus Unwissenheit, weil z.B. Einkäufer die Zusammenhänge gar nicht kennen“, ist Laroche aus der persönlichen Erfahrung überzeugt.

„Jedes Label muss seinen eigenen hin zu ökologischerer Mode finden. Daher bieten wir Seminare für Mitarbeiter der Textilindustrie an, die das ökologische Bewusstsein schärfen und die Kenntnisse der Produktionsketten verbessern sollen.“ Laroche will inspirieren. Und vielleicht steht am Ende die Schaffung gemeinsamer Standards. „Wichtig ist, das Wissen zu teilen, darüber zu diskutieren und die gemeinsamen Kräfte zu bündeln“, sagt sie.

Second-Hand statt wegwerfen

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Laroches Lieblingsthema ist indes das Recyceln von benutzen Kleidungsstücken. Pro Jahr wirft in Nordamerika durchschnittlich jeder Mensch 86 Pfund an Kleidungsstücken weg – das ist fast eine ganze Kollektion. Dementsprechend gibt es auf der Eco-Fashionweek Wettbewerbe, bei dem Designer aus Second-Hand-Stücken 10-15 neue Looks Designen.

„Wenn es uns gelingt, den Mode-Müll-Berg zu verringern, sind wir schon ein großes Stück weiter“, meint Laroche und rät Frauen: „Ihr braucht nicht nur noch Second-Hand-Mode zu kaufen. Aber wenn eines von 10 neuen Kleidungsstücken gebraucht ist, sind wir schon einen großen Schritt weiter“.


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Enthusiastisch und pragmatisch

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Die Begeisterung für Second-Hand-Mode kommt indes nicht von ungefähr: Laroche ist selbst begeisterte Second-Hand-Trägerin: „Ich habe allerdings schon lange vor der Fashionweek damit angefangen, weil ich mich individueller kleiden wollte“, berichtet sie.

Mich hat Laroche mit ihrem Enthusiasmus für die Sache sehr begeistert: Sympathisch ist dabei, dass sie sich dem schwierigen Thema mit sehr viel Pragmatismus für das Machbare ohne übertriebenen Idealismus widmet. Ein Geschäftsmodell ist die Ökofashionweek allerdings auch in ihrem vierten Jahr nicht: Das Event kostet jedes mal ca. 70.000 kanadische Dollar, die teils von Sponsoren kommen, teilweise durch die Initiatorin vorgestreckt werden. Sie jobbt nebenher noch in der Gastronomie, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

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