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Gestern Kollege, heute Chef – 2/3: Teams motivieren



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Teamarbeit ist ein wichtiger Teil der Wirtschaft. Aufeinander eingespielte Spezialisten wirken zusammen, um Projekte abzuwickeln, Lösungen zu finden, Ziele zu erreichen, Kompetenzen zu bündeln. Grund genug, einmal über das Team und seine Motivation und Führung nachzudenken.

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Stefan Häseli Portrait 1_quadrStefan Häseli ist Berater für Organisationsentwicklung.

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Wie führt man ein Team?

Ein Team erfolgreich zu führen, ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Sie verlangt eine klare Kommunikation, Kreativität, Motivation, Flexibilität und Innovationskraft. Das persönliche Führungsverhalten des Teamleiters überträgt sich auf das gesamte Team und die von ihm erbrachte Leistung.

Andererseits können Teams nur so gut sein, wie die eingebundenen Mitglieder, ihre Vernetzung und Identifikation mit der Gruppe. Entsprechend beeinflusst die interne Kommunikation Erfolg bzw. Misserfolg des Gesamtteams.

Wann ist ein Team ein Team?

Während eine Gruppe sich „nur“ aus mehreren Personen zusammensetzt, zeichnet sich ein Team durch eine gemeinsame Kultur aus. Arbeiten beispielsweise fünf Kollegen einer Abteilung oder drei Ingenieure auf einer Baustelle jeder für sich, stellt das noch keine Teamarbeit dar, auch wenn sie zum selben Unternehmen gehören und denselben Auftrag betreffende Arbeiten ausführen. Sind die Spezialisten jedoch darauf eingeschworen, „ihr“ Projekt termingerecht zur vollen Zufriedenheit des Auftraggebers zu betreuen, haben sie ein gemeinsames Ziel – als Team.

Ein Team ist keine statische Einheit. Es entsteht erst im Verlauf des Teambildungsprozesses und lebt aus der Kombination unterschiedlicher, sich ergänzender Mitglieder. Zur Erreichung eines bestimmten Ziels gebildet, sind solche Arbeitsgruppen nicht automatisch auf Dauer angelegt. Sie können entsprechend den unternehmerischen Belangen und Notwendigkeiten immer wieder neu formiert werden. Damit ein neu zusammengestelltes Team erfolgreich aktiv werden kann, sollten fünf goldene Regeln beachtet werden:

1. Klare Zielsetzung

Die Zusammenführung verschiedener Fachkompetenzen erfordert Sensibilität. Bereits mit einer klar formulierten Zielsetzung sowohl hinsichtlich des erwarteten Ergebnisses als auch der Zusammenarbeit untereinander wird die Basis für eine aktive Teamkultur geschaffen.

2. Gemeinsame Werte und Kultur

Ein gutes Team entwickelt sich individuell. Es geht nicht darum, die Kultur eines anderen Teams zu werten oder zu übernehmen. Entscheidend ist, dass eine neue Art des Zusammenwirkens definiert und ein gemeinsames Verständnis für die neue Situation geschaffen wird. Übereinstimmende Wertvorstellungen, Grundsätze und Denkweisen beeinflussen und prägen das Verhalten innerhalb des Systems.

3. Loyale Zusammenarbeit

Indem jeder einzelne Teambeteiligte bereit ist, seine Loyalität in die neue Organisation einzubringen, kann ein neues Bewusstsein geschaffen und auch gelebt werden. Diese Motivation und das innere Engagement muss ständig gepflegt werden. Erst dadurch wird eine Identifikation mit der Gruppe möglich.

4. Offene Kommunikation

Entscheidend für den Teamerfolg ist eine offene Kommunikation. Wir reden miteinander! Ursachen werden ebenso miteinander geklärt wie Lösungsvorschläge gemeinsam gefunden. Sachliche Informationen über Hintergründe sind unerlässlich, um auch Emotionen richtig einordnen und verstehen zu können.

5. Wertschätzender Umgang mit Konflikten

Trotzdem werden Konflikte nicht ausbleiben, die aus unterschiedlichen Zielvorstellungen der Beteiligten resultieren. Diese gilt es zu erkennen und zu analysieren. Da ein Konflikt nur selten ein plötzliches Ereignis ist, können durch Aufmerksamkeit und rechtzeitiges Feedback in den meisten Fällen eine Eskalation und schwerwiegende negative Auswirkungen vermieden werden.

Das ideale Team

Das ideale Team profitiert von der Vielfalt. Verschiedene fachliche Qualifikationen und unterschiedliche Charaktere vom Querdenker bis zum Pragmatiker ergänzen sich gegenseitig. In der richtigen, sprich ausgewogenen Mischung arbeitet ein Team um bis zu dreißig Prozent effektiver. Dabei sollten Teams überschaubar bleiben und nicht mehr als zehn Mitglieder umfassen. Zwei kleinere Teams sind besser, als ein zu großes, das Zeit damit verliert, weil es sich organisieren und verwalten muss.

Spezialisten, die sich eher als Einzelkämpfer sehen, sollten in die Teamarbeit explizit mit ihrem Fachwissen und –können eingebunden werden. Andere Gruppenmitglieder wieder können bei Routineaufgaben ihre Stärken einbringen. Damit alle für das formulierte Ziel an einem Strang ziehen, müssen sowohl die Rollen als auch die Verantwortung dafür klar definiert sein. Unabdingbar ist der Austausch untereinander. Informationsvorsprung Einzelner dagegen wirkt sich auf die Teamarbeit eher schädlich aus. Diese Balance zu halten, zählt zu den Aufgaben eines von allen Teammitgliedern akzeptieren Leiters.

 

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