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Führungskräften & Manager trainieren & coachen: In der Höhle der Löwen







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Führungskräfte zu schulen und zu coachen, stellt Trainer vor besondere Herausforderungen: Denn die Teilnehmer, die da vor einem sitzen, bringen bereits viele Erfahrungen mit und sind es gleichzeitig gewohnt, den Ton anzugeben. Wie kann man solchen Leuten Inhalte vermitteln?

Führungskräften & Manager trainieren & coachen: In der Höhle der Löwen


Hier schreibt für Sie: Jürgen W. Goldfuß ist Kolumnist beim Handelsblatt, Unternehmensberater & Trainer für Führungskräfte. Profil

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Weiterbildung - Wissensvermittlung oder KnowHow-Update?

Seminare mit erfahrenen Führungskräften sind immer wieder eine interessante und spannende Veranstaltung.

Denn im Gegensatz zu Nachwuchsführungskräften kommen erfahrene Führungskräfte bereits mit einem gewissen Herrschaftswissen in ein Seminar: “Mal schauen, was es sonst noch Neues gibt, Interesse halber”.

Chefs lernen anders

Solange Weiterbildung noch als das Beheben von Wissensdefiziten gesehen wird und nicht als das regelmäßig erforderliche Aktualisieren von Knowhow, solange scheuen sich viele Führungskräfte, offen über ihre Teilnahme an einem Seminar zu sprechen.

Führungskräfte stellen andere Anforderungen an ein Seminar als andere Teilnehmer.

Kompetenztest für den Führungsalltag

Während bei "nicht führenden" Teilnehmern meist die Wissensvermittlung im Vordergrund steht, wollen Führungskräfte häufiger überprüfen, ob ihr bisher akkumuliertes Wissen für die täglichen Anforderungen im Führungsjob noch ausreicht.

Die Zielsetzung ist demnach, weniger Neues zu lernen, sondern sozusagen an einer Messlatte die Bestätigung zu erhalten, dass man eigentlich alles richtig macht.

Auf dem Prüfstand

Aus dieser unterschiedlichen Zielsetzung heraus ergeben sich für den Trainer interessante Aspekte. Der Trainer steht bedeutend stärker unter kritischer Beobachtung als bei anderen Seminaren. Er muss den Teilnehmern auf Augenhöhe gegenübertreten können, gleich von Anfang an Erfahrung und Kompetenz vermitteln.

Er muss auch den hier und da provozierenden und herausfordernden Anmerkungen, Fragen oder “Tests” der Teilnehmer gegenüber souverän und adäquat reagieren können.

Der Seminar-Leiter als gleichwertiger Partner der Führungskräfte

Das “Beschnuppern” des Seminar-Leiters erfolgt am Anfang des Seminars intensiver als bei sonstigen Veranstaltungen.

Gelingt es ihm nicht, schnell als gleichwertiger Partner der Führungskräfte akzeptiert zu werden, wird er sich im Laufe des Seminars schwer durchsetzen und sein Ziel erreichen können.

Arroganz statt Respekt?

Führungskräfte sind gewohnt, Anweisungen zu geben, zu kontrollieren und als Chef-Figur respektiert zu werden. In einer Seminaratmosphäre fehlt ihnen das gewohnte Empfänger Umfeld.

Bei manchem kommt deshalb sehr schnell ein Gefühl der Unsicherheit auf, das je nach Typus und Mentalität durch Forschheit und Arroganz versucht wird zu übertünchen.

Stress aus Unsicherheit?

Viele Führungskräfte, vor allem diejenigen, die im eigenen Unternehmen wenig oder keinen Widerspruch erleben, neigen schnell dazu, die in einer Seminarsituation aufkommende eigene Unsicherheit mit schneidigem Auftreten überspielen zu wollen.

Wenn dann noch der häufig fehlende Sinn für Humor erschwerend mit ins Spiel kommt, dann können sehr schnell angespannte Situationen entstehen.

Eine heterogene Gruppe trainieren

Führungskräfte zu trainieren, kann sehr herausfordernd sein, denn in der Regel hat man es nicht mit jenen heterogenen Gruppen zu tun, die so ein Training deutlich angenehmer gestalten.

Im Gegenteil, Vorkenntnisse und Ausbildungsstand der Teilnehmer sind ausgesprochen unterschiedlich. Der Grund ist systemimmanent: Es gibt in Deutschland eben keine einheitliche Ausbildung zur Führungskraft.

Hilfsarbeiter neben Ingenieur

Man muss sich das so vorstellen: Führungskräfte werden fast ausschließlich aus dem Fundus der “Facharbeiter” heraus ausgewählt und befördert. Deshalb findet man bei Führungskräfte-Trainings häufig Gruppen mit unterschiedlicher Ausbildung.

Da sitzt der durch “Learning by doing” zum Chef beförderte Hilfsarbeiter neben dem analytisch geschulten Dr. Ingenieur. Da kann es dann schon vorkommen, dass der erfahrene Praktiker sich auf einer anderen Ebene bewegt als die promovierte Führungskraft, die sich angesichts des nicht adäquaten Niveaus der anderen Teilnehmer eher zu langweilen beginnt.

Die Gelangweilten einbinden

Eine solche Situation muss der Trainer sehr schnell erkennen und den "Gelangweilten" aktiv einbinden in eine Rolle als analysierenden Beobachter oder als treibende Kraft zur Entwicklung neuer Ideen.

Die Anforderungen an einen Trainer bei einem Führungskräfte-Training sind hoch:

  • er muss über aktuelle Informationen aus dem Wirtschaftsleben verfügen
  • er muss Trends glaubhaft aufzeigen können
  • er soll den Teilnehmern als Sparringspartner dienen
  • er darf keine Kumpanei mit den Teilnehmern aufkommen lassen
  • er muss mit Humor rhetorisch geschickt auf verbale Angriffe reagieren können
  • er sollte keine Vorgaben machen - sondern die Teilnehmer kreative Lösungen selbst entwickeln lassen
  • er muss sich in die Rolle einer Führungskraft hinein versetzen können.

Was bringt ein Training den Teilnehmern?

Wenn am Ende eines Seminars die Teilnehmer die wichtigsten Erkenntnis- Punkte auflisten sind dies meist:

  • “Meine Kommunikation verbessern”
  • “Meine Entscheidungen konsequenter verfolgen”
  • “Mehr Zeit für das Gespräch mit meinen Mitarbeitern nehmen”
  • “Mehr Zeit für die Planung nehmen”
  • “Mehr delegieren, mehr abgeben”
  • “Mehr Unschärfe zulassen”
  • “Die Mitarbeiter stärker fordern”
  • “Zeit für die Stärken/Schwächen Analyse der Mitarbeiter einplanen”
  • “Regelmäßige Beurteilungen und Zielgespräche führen”
  • “Öfter mal lachen”

Und wenn der Trainer nach einiger Zeit einen Anruf oder eine Mail erhält: “Ich wollte Ihnen mal mitteilen, was sich in meiner Abteilung einiges geändert hat”, dann weiß er, dass er wieder einem Unternehmen auf dem Weg in die Zukunft weiter helfen konnte.

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