EnglishGerman

Frische Doktor-Skandale von Politikern: War Guttenberg erst der Anfang?


Top100 & größtes englisches Blog zum deutschen Arbeitsmarkt (Quellen: DIE ZEIT, Wikipedia, Blogger-Relevanz-Index) mit News-Dienst Best of HR. Wir begleiten Kunden seit 15 Jahren im Wandel der Arbeitswelt - mit Beratung, Seminaren & passenden Locations.
Bildrechte: Bildmaterial erstellt von Simone Janson | Best of HR - Berufebilder.de

Es ist gerade mal etwas über zwei Monate her, da trat Karl-Theodor zu Guttenberg als Verteidigungsminister zurück, weil ihm erhebliche Urherberrechts-Verletzungen in seiner Doktorarbeit nachgewiesen wurden. Nun zeigt sich: Er war offenbar bei Weitem nicht der einzige. Guttenberg-Fussnoten1


Hier schreibt für Sie:

 

Simone JansonSimone Janson, Auftritte in der ARD, gelegentlich Artikel für WELT, ZEIT, WIWO, t3n, W&V, macht Best of HR – Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

Profil


Werbefreie Texte & weitere Mitglieds-Vorteile

Sie lesen unsere Texte lieber ohne Werbung & Popups, mögen Sonderaktionen & exklusive Previews? Werden Sie einfach & kostenlos Mitglied - hier gehts lang!

Abschreiben oder einfach machen?

Schon vor Guttenberg umstritten war Bundesfamilienministerin Kristina Schröder: Sie hat zwar nicht abgeschrieben, aber sich die Sache doch offenbar sehr einfach gemacht:

Zum einen schrieb sie darüber, wie sich die Wertvorstellungen von CDU-Bundestagsabgeordneten von CDU-Mitgliedern an der Basis unterscheiden.

Schröder und Saß

Die Fragebögen an die 1000 befragten Parteimitglieder verschickte die Bundeszentrale der CDU. Außerdem bestäftige Schröder den wissenschaftlichen Mitarbeiter ihres Doktorvaters als Hilfskraft bei der Fertigstellung ihrer Promotion.

Auch die Tochter des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber, Veronica Saß, soll Teile ihrer Doktorarbeit aus Zeitungen und Wikipedia abgeschrieben haben – zusammengetragen wurde das von der Website VroniPlagWiki. Just heute teilte die Universität Konstanz mit, dass man ihr deshalb der Doktor-Titel aberkannt werde.

Pröfrock

Und es geht weiter: Wie gestern die DPA meldete, läss der CDU-Landtagsabgeordnete Matthias Pröfrock aus Waiblingen (Rems-Murr-Kreis) wegen der Plagiatsvorwürfe gegen ihn seinen Doktortitel vorerst ruhen.

Dem Parlamentarier wird vorgeworfen, in Teilen seiner juristischen Dissertation zahlreiche Textpassagen fremder Autoren ohne Kennzeichnung verwendet zu haben. Aufgedeckt von einer leider nicht näher bezeichneten Internet-Seite.

Koch-Mehrin

Und ebenfalls gestern wurde bekannt, dass auch FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin offenbar geschummelt hat. Die Universität Heidelberg Die Universität Heidelberg ihr nun den Doktortitel aberkennen und hat sie vor wenigen Tagen zu einer Stellungnahme aufgefordert.

Meinung

Die Anhäufung dieser Fälle zeigt: Kooperatives Arbeiten im Internet funktioniert und bringt äußerst wirksame Ergebnisse hervor. Das ist super und zugleich ein abschreckendes Beispiel für weitere Plagiatoren. Die Sache zeigt auch, wie erschreckend oft auch bei Doktorabeiten gepfuscht wird. Gut, dass das aufgedeckt wird.

Allerdings hat das Ganze nun auch etwas von einer medienwirksamen Hexenjagd: Hatte Guttenberg noch vergeblich versucht, die Sache klein zu reden, so werden nun sofort die Konsequenzen gezogen. Und zwar auch, weil die Hochschulen und Politiker vor Angst schlottern, als nächstes in den Medien-FoKus zu geraten.

Jahrelang geschlampt, nun müssen Exempel her!

Gleichzeitig werden auch gezielt prominente Politker und deren Verwandten (im Falle von Veronica Sass) ausgeguckt, um Exempel zu statuieren. Klar ist Promotions-Betrug kein Kavalliersdelikt. Allerdings wirkt plötzliche Anhäufung solcher Delikte, drei Fälle in zwei Tagen, schon seltsam übertrieben. Zumal auch die Hochschulen sicher so ihre Vorteile von der Sache hatten.

Eine Gefahr besteht nämlich: Statt in dem jahrelang gewachsenen Sumpf aufzuräumen, statuiert man medienwirksam einige Exempel – seht her, wir gehen hart gegen die Fälle vor – um dann, wenn die Aufregung sich gelegt hat, einfach so weiterzumachen wie vorher.

Mehr Informationen? Nutzen Sie unsere E-Kurse & persönliche Beratung


E-Kurse Beratungberufebilder

Der Debatten-Monitor bündelt das Feedback von 2 Mio. Nutzern auf 100 Social-Media-Kanälen (Übersicht) zu unseren Beiträgen. Sie wollen hier kommentieren? Bitte die Debatten-Regeln einhalten, Beiträge müssen freigeschaltet werden. Fotos sind via Gravatar möglich, Ihre eMail-Adresse bleibt geheim.

Feedback-Statistik:

  1. 13 Leser nach Google Analytics
  2. 0 mal Feedback insgesamt
  3. Debatte zu diesem Beitrag folgen
  4. Allen Debatten folgen
  5. Debatten per eMail abonnieren (Link hier eintragen!)

Meistdiskutiert letzter Monat:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.