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Mit frecher Bewerbung zum Traumjob – 10 Tipps: Erfolg als Social Media Freak?







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Vergangenen Herbst erregte in der Social Media Szene eine Bewerbung aufsehen, die eine junge Frau aus Regensburg an den Blog-Manager von Daimler geschickt hatte. Aufsehenerregend daran: Ihre Bewerbung als Social-Media Süchtige. Die Diskussion dazu: Sind solche frechen Bewerbungen erfolgreich – oder eher nicht?

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Hier schreibt für Sie:

 

Simone JansonSimone Janson, Auftritte in der ARD, Artikel für WELT, ZEIT, WIWO, t3n, W&V, macht Best of HR – Best of HR – Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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Wie geht eine freche Bewerbung?

„Ich bin Social-Media-süchtig…ja, ich bekenne mich hiermit offiziell. Nichts kann mir meinen Tag mehr versüßen, als das goldige Klingeln einer neuen Nachricht bei Facebook und ein erhoffter Retweet auf einen meiner hoch kompetenten Ergüsse bei Twitter. Ja, so ist es… Ich erhalte wiederholt Anzeigen wegen Belästigung, weil ich Leuten auf der Straße folge. Und am aller Schlimmsten:…Mein Freund spricht mich mitlerweile nur noch mit @Schatzi an… Einzig und allein der strukturierte Umgang mit Social Media kann mir jetzt noch helfen. Ich zähle auf Ihre Unterstützung.“

Das ist die Bewerbung, die Natascha Müller auf der Suche nach einem Social Media Praktikum an den Blogmanager von Daimler, Uwe Knaus, versendete. Der veröffentlichte den Text zunächst auf seinem privaten Blog – und löste so eine rege Diskussion darüber aus, wie frech Bewerbungen eigentlich sein dürfen.

Hauptsache verrückt und ungewöhnlich?

Die Meinungen waren geteilt, verrückt, ungewöhnlich aber auch mutig, ehrlich und außergewöhnlich waren die Adjektive, mit denen Müllers Bewerbung bedacht wurde.

Hier ein paar Auszüge aus den Kommentaren, die via Twitter zu dem Vorfall abgegeben wurden:

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Hauptsache auffallen?

Knaus selbst war zunächst amüsiert und schockiert, weil er meinte, der freche Text passe nicht zu einem Unternehmen wie Daimler.

Dann aber stellte er fest: „Eins hat sie zumindest erreicht: Ich beschäftige mich überdurchschnittlich lange und intensiv mit ihrer Bewerbung.“ Am Ende scheiterte eine Einstellung nur an der fehlenden Immatrikulationsbescheinigung.

Punkten mit frechen Bewerbungen

Der Fall und die Reaktionen zeigen vor allem eines: Dass man selbst in Traditionsunternehmen mit frechen Bewerbungen punkten kann. Dass einem mit dieser Art der Bewerbung Aufmerksamkeit garantiert ist. Dass das manchmal, aber eben nicht immer, zum erwünschten Erfolg führen kann.

Denn der hängt nach wie vor nicht alleine von der frechen Bewerbung ab, sondern auch davon, ob die Faktoren dahinter stimmen: Wer die notwendigen Qualifikationen nicht mitbringt, macht sich mit einer solchen Bewerbung schnell lächerlich.

Bewerben via Twitter?

Twitter war ursprünglich als Plattform gedacht, um mit anderen Usern private Nachrichten, sogenannte Tweets, in 140 Zeichen auszutauschen. Doch längst haben auch Unternehmen und Personalberater Twitter für ihre Belange entdeckt. Grund genug für Arbeitssuchende, bei Twitter auf Jobsuche zu gehen. Doch wie funktioniert das und was müssen sie dabei beachten?

In 140 Zeichen erfolgreich einen Job finden – das scheint für viele, die sich mit Twitter noch nie beschäftigt haben, kaum vorstellbar: Denn es gibt keine Möglichkeiten, sich selbst und seine Kompetenzen umfassend darzustellen, weil selbst die Kurzbiographie nur 140 Zeichen lang sein darf. Und auch Stellengesuche kann man nicht gesondert einstellen, sondern nur als Tweets posten, was die Gefahr birgt, dass sie in der Masse der Tweets schnell untergehen. Dennoch hat z.B. Sabrina Panknin, Pressesprecherin des Social-Media-Dienstleisters Ethority, via Twitter ihren Traumjob gefunden.

Wie findet man seinen Traumjob via Social Media

Panknin kam Ursprünglich aus der „klassischen” PR und beschäftige sich schon einige Zeit Social Media im Allgemeinen und Twitter im Besonderen. Daher wusste sie, dass immer mehr Unternehmen und damit auch potentielle Arbeitgeber das Potential von Twitter nutzen. „So erschien es nur logisch, Social Media auch im Rahmen meiner beruflichen Veränderung einzusetzen, “ erzählt Panknin.

Unter anderem begann sie, zum Thema PR und Social Media zu twittern, postete ein Stellengesuch und vermerkte auch in ihrer Kurzbiographie, dass sie einen Job sucht. Das fiel Dr. Benedikt Köhler, Digital Director Strategy & Research von ethority, auf: „Er kontaktierte mich über mein bei Twitter verlinktes XING-Profil, ich schickte ganz klassisch meine Bewerbungsunterlagen und wurde daraufhin zum Vorstellungsgespräch eingeladen – un bekam den Job,“ berichtet Panknin über den Ausgang der Geschichte.

Jobsuchmaschine für Twitter

Um Unternehmern und Bewerbern das Suchen und Gefunden-Werden noch zu erleichtern, haben Alexander Fedossov und Jan Kirchner von der Hamburger Personalberatung atenta die Echtzeit-Jobsuchmaschine jobtweet.de entwickelt. Die Kernidee dahinter ist, aktuelle Jobangebote über einen zentralen Anlaufpunkt in Echtzeit verfügbar zu machen. Dazu können einzelne Stellenangebote und -gesuche manuell und kostenfrei eingetragen werden. Die Suchmaschine kann dann die Stellengesuche und die Profile von fast 20 Millionen Twitternutzern durchsuchen.

Auch wenn die meisten Stellenangebote bei Twitter bislang aus den Branchen IT, Medien, Werbung und PR sowie aus dem technischen Bereich stammen: Experten prognostizieren Twitter für die Zukunft hohe Zuwachsraten. Schon heute setzen auch große Firmen wie der Versandhausriese Otto oder die Deutsche Bahn Twitter für das Rekrutieren von Kandidaten ein.

Dabei beschreiten manche Unternehmen sogar ungewöhnliche Wege – wie z.B. alma mater, eine Personalvermittlung und Karriereberatung für Akademiker: Johannes Lenz, der für Online-Redaktion und -Marketing zuständig ist, twittert hier unter dem Namen des Firmen-Maskottchens AlmaMeise Informationen rund um die Jobsuche und gibt so charmante Einblicke in die Arbeit der Personalberatung. In einem Extra-Account finden Follower dann aktuelle Stellenangebote.

Twitter: Mehr als nur ein praktisches Tool

Denn Twitter ist für Personalfachleute viel mehr als ein praktisches Tool: „Unternehmen zeigen mit ihrem Engagement auf Twitter, dass sie innovativ sind, um gerade für die gut ausgebildeten Fachkräfte interessant zu sein“, erklärt Thorsten zur Jacobsmühlen, Berater für Personalmarketing-Strategien. Genauso wie Unternehmen sollten aber auch Bewerber ihr Image bei Twitter stets im Auge haben. Es sei wichtig, seine Aktivitäten immer auch aus dem Blickwinkel eines potentiellen Arbeitgebers zu betrachten, wie zu Jacobsmühlen erklärt: “Es nutzt der schönste Kontakt nichts, wenn man seinen eigenen Account für Belanglosigkeiten oder gar Firmenklatsch nutzt. So etwas schreckt jeden Personaler ab.

Unterschiede nach Branche

Daher sollte die Bewerbung via Twitter nicht nur frech sein, sondern auch aktives Engagement erkennen lassen – sonst ist man trotz Amüsierfaktor schnell als Dampfplauderer verschrien. Außerdem variiert der Erfolgsfaktor solcher Bewerbungen stark nach Branche:

In Banken und anderen konservativen Unternehmen sind sie wahrscheinlich ein absolutes No-Go, in den Medien, bei Agenturen und anderen kreativen Branchen werden sie vielleicht sogar erwartet. Und wie man sieht, kann man mit einem solchen Text sogar in Traditionsunternehmen punkten – wenn man die richtige Abteilung, bzw. den richtigen Ansprechpartner erwischt.

10 Tipps: Wie finden Sie einen Job via Twitter

Twitter ist für viele noch ungewohntes Terrain zur Jobsuche. Wir erklären, wie sie dennoch erfolgreich sind.

  1. Was wollen Sie? Überlegen Sie zunächst, wen Sie via Twitter erreichen wollen und mit welcher Strategie Sie dabei eine Arbeitnehmermarke aufbauen können.
  2. Für wen ist Twitter interessant? Für kreative und technische Berufe bieten sich bei Twitter mehr Möglichkeiten, für Banker weniger.
  3. Was machen potentielle Arbeitgeber? Sind Unternehmen, bei denen Sie gerne arbeiten würden bei Twitter? Folgen Sie diesen und versuchen Sie so einen Kontakt aufzubauen.
  4. Nutzen Sie Twitter zur Informationsgewinnung: Sie können bei Twitter viele Informationen über potentielle Arbeitgeber sammeln, z.B.: Wie offen ist das Unternehmen, wie geht man mit Kritik um, wie denken die Leute?
  5. Nutzen Sie Twitter, um auf sich aufmerksam zu machen: Wer nur konsumiert, wird nicht wahrgenommen. Daher müssen Sie ständig aktiv bleiben, um auf sich aufmerksam zu machen: Verbreiten Sie interessante Informationen, verlinken sie zu eigenen Blogbeiträgen, stellen Sie Fragen, treten Sie mit Unternehmen in Dialog.
  6. Authenzität ist trumpf: Bei Twitter geht es darum, dass Sie anderen zeigen, wer Sie sind: Also seien Sie stets authentisch und persönlich.
  7. Vorsicht Imageverlust: Auch wenn es um Authenzität geht: Betrachten Sie Ihre Aussagen stets auch aus dem Blickwinkel potentieller Arbeitgeber – Firmenklatsch oder Wut über den ehemaligen Chef haben bei Twitter nichts verloren.
  8. Interessanten Menschen folgen: Folgen Sie nicht nur Ihrem Wunschunternehmen sondern überhaupt interessanten Menschen und loten Sie aus, wem diese folgen. So stößen Sie vielleicht auf potentielle Arbeitgeber, von deren Existenz Sie gar nichts wussten.
  9. Nutzen Sie die Kurzbio: Nutzen Sie die 140 Zeichen in der Kurzbiographie, um knapp das wichtigste über sich und ihr Stellengesuch zu vermerken, so dass jeder alte und neue Follower es lesen kann.
  10. Verlinken Sie auch weiterführende Informationen: Auch ein Hinweis auf das persönliche XING, Linked-in-Profil oder den eigenen Blog ist sinnvoll, damit Arbeitgeber in spe wissen, wo sie weitere Informationen finden.

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  8. Natascha Müller

    RT @uknaus: Geht doch! – Die kreative Bewerbung von @nataschamueller zieht Kreise +

  9. Simone Janson

    Hallo Uwe, ja sorry, für das schockieren, klassische journalistische Übertreibung. Aber danke für das Statement! Ich finde es wichtig, das potentielle Bewerber mal ein Bild davon gewinnen, auf was Leute bei Unternehmen so achten….
    Wenn du jetzt natürlich nur noch solche Bewerbungen bekommst, ist dann die Frage ob das noch sinnvoll ist.

  10. „Schockiert“ war ich nicht wirklich. Im Gegenteil: ich hab zuerst Tränen gelacht. Dann habe ich mir überlegt, was dahinter stecken könnte; Fakebewerbung oder ernst gemeint. Im Nachhinein betrachtet muss ich zugeben, dass mich eine solche Bewerbung stärker anspricht als Standardformulierungen wie beispielsweise „Ich bin zuversichtlich, dass sich meine Fähigkeiten und Erfahrungen als Gewinn für die Soundso AG erweisen können“.
    Zudem handelte es sich um eine Bewerbung für ein Praktikum und nicht für eine Anstellung im oberen Management.
    Summa summarum hätte ich sie gerne genommen, wenn nicht die Voraussetzungen für eine Anstellung gefehlt hätten. Sie war mit dem Studium schon fertig und somit nicht mehr immatrikuliert. Dies ist jedoch bei uns zwingend notwendig, um ein Praktikum antreten zu dürfen.

  11. Gudrun Woosmann

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  12. Johannes Lenz

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