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Frauen-Quote, Kinder, Karriere & Bigotterie: Sattelberger & Co im Exclusiv-Interview


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Die Zeitschrift myself hat uns vorab einen Beitrag aus der gerade erscheinenden Ausgabe überlassen: Ein Interview mit fünf Managern – darunter den ehemaligen Telekom-Vorstand Thomas Sattelberger. Deutschland ist ein Entwicklungsland bei diesem Thema. Und Anspruch und Wirklichkeit klaffen noch weit auseinander. frauen-quote


Hier schreibt für Sie:

 

Simone JansonSimone Janson, Auftritte in der ARD, gelegentlich Artikel für WELT, ZEIT, WIWO, t3n, W&V, macht Best of HR – Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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Alte Vorurteile in den Köpfen

Die Zerrbilder und falschen Vorstellungen in den Köpfen von Männern aber auch Frauen sitzen nach wie vor tief, wenn es um das Thema Frauenquote, Kinder & Karriere geht. Das zeigt auch das  mir vorliegende Interview sehr schön.

5 Manager wurden hier zu dem heftig umstrittenen Thema befragt – und zeigen dabei eindrucksvoll, wie tief die Vorurteile noch sitzen. Dabei sind die Antworten wenig überraschend – oder vielleicht doch, wenn sie mit der Realität abgleicht.

Wasser predigen, Wein trinken

Ich habe das kürzlich bei einer Recherche zum Thema Frauenförderung und Mixed Leadership selbst festgestellt: Im Rahmen einer Studie einer renommierten Deutschen Hochschule wurden einige größere Unternehmen interviewt und verwiesen dabei großspurig auf ihre tollen Programme zur Frauenförderung.

Als ich im Rahmen von Interviews nachhakte, wie das denn in der Realität genau aussähe mit der Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau, wurde gemauert: Man sei noch nicht so weit, Das Thema im Unternehmen gerade noch in der Entwicklung, gab eine Personalverantwortliche unumwunden zu.

Deutschland – Entwicklungsland beim Arbeitszeitmanagement

Diese Haltung bestätigt sich nun auch in den vorliegenden Interviews: Prominentester unter den Interviewpartnern war Thomas Sattelberger, der als Personalvorstand bei der Telekom dort 2010 die 30-Prozent-Frauenquote einführte.

Er spricht im Interview vor allem von familienfreundlicheren Arbeitszeiten und davon, dass Unternehmen umdenken müssten – denn Deutschland sei ein Entwicklungsland, was Arbeitszeitmanagement betrifft:

Unsere amerikanischen Kollegen verschwinden um 17 Uhr auf den Golfplatz und die Firmen sind trotzdem hochprofitabel. Unsere Führungskräfte sitzen um 22 Uhr noch im Büro – da stimmt doch was nicht.

Gleichzeitig ist Sattelberger selbst aber jemand, der es locker auf 60 Stunden Wochenarbeitszeit bringt.

Weg mit der Rabenmutter?

Doch auch die anderen Interviewpartner sind diesbezüglich recht spannend: Da ist etwa Dr. Hans Reichhart, Richter, Landtags­abgeordneter und Vorsitzender der Jungen Union in Bayern.

Er spricht sich im Interview u.a. für bessere Betreuungsangebote und gegen das Rabenmuttersyndrom aus, aber auch gegen die Quote. Ersteres ist sicher löblich, zu Hause aber hütet seine Frau, ebenfalls Richterin, nun zum Großteil den Nachwuchs.

Sind die Frauen selbst schuld?

Und schließlich Heinrich Wefing, stellvertretende Politikchef der Zeit, der in der Diskussion vor allem dadurch auffällt, dass er den Frauen ihre Schuld an der beruflichen Schlechterstellung selbst zuschiebt und Quotenregelungen als aggressiv bezeichnet. So sagt er:

„Es geht ja nicht nur um gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Frauen neigen statistisch betrachtet dazu, Berufe zu wählen, die schlechter bezahlt sind als die typischen Männerberufe. Das hat Folgen für die Frage, wer bleibt zu Hau­se, wenn Kinder kommen.“

Und auch hier hat die Ehefrau wegen der Kinder zähneknirschend zurückgesteckt.

Fazit

Spannendes Thema, auch wenn die Diskussion selbst keine neuen Aspekte hervorgebracht hat, zeigt sie doch, wie vielen Vorurteilen man in Punkto Emanzipation noch begegnen muss.

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