Führungskompetenz durch Systemische Moderation: 6 Tipps für erfolgreiche Fragen!



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Fragen bestimmen unser Leben von morgens bis abends: „Wann geht Ihr Flieger?“, „Was möchtest du gerne frühstücken?“, „Für welche Projektmitarbeiter haben Sie sich entschieden?“. Deshalb gehen wir selbstverständlich davon aus, dass wir die Disziplin des Fragestellens beherrschen wie ein Profi. Doch die Moderation benötigt eine viel ausgeklügeltere Fragetechnik, als sie im Alltag notwendig ist.

Führungskompetenz durch Systemische Moderation: 6 Tipps für erfolgreiche Fragen! Führungskompetenz durch Systemische Moderation: 6 Tipps für erfolgreiche Fragen!


Hier schreibt für Sie: Michaela Stach ist Moderationsexpertin. Profil

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Fragen als Herzstück der Moderation

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Während wir im Alltag häufig Dinge abfragen, die wir nicht wissen – der Gesprächspartner jedoch schon – hat die Frage in der Moderation eine ganz andere Aufgabe: In der Moderation geht es nicht darum, Bekanntes abzufragen, sondern Neues möglich zu machen. Dazu bedarf es einer zielführenden und klugen Fragestellung, die Menschen dazu inspiriert, anders zu denken.

„Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann“ Francis Picabia (1879 – 1953), französischer Schriftsteller, Maler und Grafiker

Wer exzellente Antworten erwartet, muss den Grundstein mit exzellenten Fragestellungen legen. Hierzu sechs Erfolgsfaktoren für gelungene Fragestellungen:

Erfolgsfaktor 1: Berücksichtigung des Moderationschecks

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Der Moderationscheck (siehe Teil 2) begleitet uns auch bei Fragestellungen. Bei der Formulierung der Fragen ist es wichtig, sich noch einmal die Ziele und Rahmenbedingungen der Moderation klarzumachen und zu beachten, welchen Einfluss die Teilnehmer auf das Ergebnis haben.


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Erfolgsfaktor 2: Vermeiden Sie ungeeignete Fragen

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Vermeiden Sie Suggestivfragen und geschlossene Fragen, die nur mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden können. Auch das Stilmittel der rhetorischen Frage sorgt eher für Verwirrung.

Erfolgsfaktor 3: Fragen Sie offen

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Arbeiten Sie mit allen offenen W-Fragen – verzichten Sie aber auf wieso, weshalb, warum, da diese Fragewörter Rechtfertigungen provozieren. Beispiel gefällig? „Warum liegen wir mit unseren Umsatzzahlen schon das 3. Quartal in Folge hinter den Zielvorgaben?“ Allein beim Lesen der Frage stellt sich innerlich der „Rechtfertigungsmodus“ ein.

Erfolgsfaktor 4: Fragen Sie einfach

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Fragen sollen keinen Schönheitswettbewerb gewinnen, sondern die Teilnehmer zum Denken und Handeln anregen. Fragen Sie in einfacher und verständlicher Sprache, sodass alle Teilnehmer Sie verstehen. Die Teilnehmer sollen sich den Kopf über die Beantwortung der Frage zerbrechen, nicht über die Frage selbst.

Erfolgsfaktor 5: Holen Sie die Teilnehmer dort ab, wo sie sind

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Lassen Sie sich auf die Teilnehmer ein und versetzen Sie sich in deren Position, bevor sie Fragen formulieren. Die Teilnehmerbrille hilft dabei, verschiedene Perspektiven in die Fragestellungen einfließen zu lassen. Empathie ist gefragt!

Erfolgsfaktor 6: Visualisieren Sie Ihre Frage

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Es ist vermessen zu glauben, dass alle Teilnehmer uns genau in dem Augenblick Ihre volle Aufmerksamkeit schenken, in dem wir die Frage in die Runde stellen. Deshalb hilft es, Fragen mithilfe von Whiteboard, Beamer oder Flipchart zu visualisieren.

Weg vom Problem – hin zur Lösung

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Hinter jeder Moderation steht ein Auftrag – aber dahinter verbirgt sich oft ein Problem: „Die Stimmung im Team ist schlecht“, „Innovative Produktinnovationen sind Mangelware“ oder „Die Kunden wünschen sich einen besseren Service.“ Lassen Sie sich davon nicht ins Bockshorn jagen! Denn ein entscheidender Aspekt der systemischen Moderation ist eben genau der Verzicht auf die Problemfokussierung – sie arbeitet stattdessen mit ziel-, lösungs- und ressourcenorientierten Fragen.


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Stellen Sie sich vor, sie konfrontieren die Teilnehmer Ihres Workshops zu Beginn mit den obigen Problemen. Damit drücken Sie nicht nur die Stimmung im Raum, sondern verhindern auch kreative Lösungsmöglichkeiten, da die Anwesenden im defizitären „Problemmodus“ verharren. Ermöglichen Sie den Teilnehmern lieber einen Perspektivwechsel für die zu lösende Aufgabe. Folgende Perspektiven können Sie gewähren:

Der Blick des Zuschauers

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Gespräche drehen sich im Kreis – die Teilnehmer sind völlig in der eigenen Sicht gefangen. Der alltägliche Wahnsinn im Meeting? Das muss nicht sein! Gewähren Sie Ihren Teilnehmern den Blick des Zuschauers, damit sie Abstand gewinnen und dem Tunnelblick entfliehen. Folgende Beispielfrage kann dabei helfen: „Angenommen, es käme genau in diesem Moment ein Fremder zur Türe herein. Wie würde sich ihm die Situation darstellen? Und welche Lösungsansätze hätte er?“

Der Blick des Vorreiters

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Oftmals verlieren Gruppen sich im Klein-Klein – ihnen kommt der Blick auf das große Ganze abhanden. Die Gruppe kommt sprichwörtlich nicht aus den Puschen. Hier kann es helfen, den Teilnehmern die Rolle des Vorreiters anzubieten: „Sie alle kennen Persönlichkeiten, die in ihrer jeweiligen Branche eine Vorreiterrolle einnehmen, die Trends nicht hinterherlaufen, sondern diese selbst prägen. Welche Vorgehensweise würde dieser Vorreiter an Ihrer Stelle wählen?“

Der Blick der Partner

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Manchmal hilft es auch, die Perspektive eines Akteurs einzunehmen, der aus unserem eigenen System stammt – die Sicht des Kunden, des Lieferanten oder des Vorgesetzen. Jeder dieser Akteure wird von unserem Handeln direkt oder indirekt tangiert. Eine Beispielfrage könnte sein: „Wenn unsere kleinen Kunden ihre Weltspartags-Geschenke selbst zusammenstellen dürften – welche wären dann die absoluten Renner?“

Durch die Brille anderer Beteiligter zu sehen heißt, eingefahrene Denkbahnen zu verlassen und zu neuen Optionen zu gelangen. Probieren Sie die Perspektivwechsel aus, spielen Sie damit und Sie werden erstaunt sein, welche positiven Ergebnisse sich damit erzielen lassen.

Schritt raus aus der Gegenwart in die Zukunft

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Wir alle haben Ziele und Träume, aber wir finden ständig Gründe, warum wir dieses oder jenes Projekt noch nicht angegangen haben. Zäumen Sie das Pferd doch einmal von hinten auf: Lassen Sie die Sektkorken gedanklich doch bereits jetzt knallen und tun Sie einfach so, als ob das Ziel bereits erreicht wäre. Von der Sonnenseite aus betrachtet ist der zu überwindende Berg nämlich längst nicht mehr so hoch. Das Katapultieren in eine positive Zukunft kann den lähmenden Druck nehmen und einen klaren Blick auf die Erfolgsfaktoren und Stellschrauben öffnen, an denen Sie drehen können.


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Gewähren Sie diesen klaren Blick auch Ihren Teilnehmern, wenn sie vor dem schier unüberwindbaren Berg stehen.

Hierzu bieten sich Fragen an wie „Angenommen, Sie hätten die Bekanntheit Ihres Produktes in der Zielgruppe bereits um fünfzig Prozent gesteigert – welche Kommunikationskanäle wären hierfür besonders wichtig gewesen?“ In einer zweistufigen Fragestellung können Sie noch einen draufsetzen, indem Sie Gegenwart und Zukunft bewusst auf die Zielerreichung richten. Schritt 1: „Angenommen, wir hätten die Frauenquote erfolgreich umgesetzt: Wie würden wir im Führungskreis zusammenarbeiten und miteinander kommunizieren?“ Schritt 2: „Welchen Stellhebel können wir heute bewegen, damit wir unsere Zusammenarbeit schon heute danach ausrichten?“

Mit dem Kopfstand sieht man besser

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Freundlichkeit im Umgang mit den Kunden wird überall großgeschrieben, das weiß mittlerweile jeder – von der Führungsetage bis zum Kassierer. Aber was passiert, wenn Kundenbefragungen ein düsteres Bild des Service zeichnen? Wie soll sich das Unternehmen hier noch verbessern, wenn ohnehin bereits jeder Mitarbeiter den Wert der Freundlichkeit im Service verinnerlicht hat? Aber hat das wirklich jeder oder ist dieser Wert bloße Makulatur?

Hier hilft es, sich auf den Kopf zu stellen: Zeichnen Sie doch einmal das schlimmste Horror-Szenario! Probieren Sie es mit der Frage: „Was können wir tun, um unsere Kunden komplett zu vergraulen?“ Sie werden erstaunt sein, welch kreative Antworten Sie erhalten und wie manche Mitarbeiter gleichzeitig ins Grübeln geraten, ob sie nicht doch an der einen oder anderen Stelle ohne eine böse Absicht, aber dafür umso folgenschwerer gegen das Wertesystem verstoßen. Diese Methode bietet sich vor allem bei festgefahrenen Situationen an oder wenn Teilnehmer sich der Auswirkungen ihrer Verhaltensweisen nicht bewusst sind.

Leere Phrasen mit Leben füllen

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„Wir als Unternehmen setzen auf Vertrauen, Transparenz und Wertschätzung gegenüber dem Kunden“ – langweilig nicht wahr? Aber warum? Weil jedes Unternehmen diese austauschbaren Schlagwörter als Philosophie für sich beansprucht und auf seiner Internetseite oder in Hochglanzbroschüren abdruckt.

Was also tun, wenn diese leeren Schlagwörter von den Teilnehmern schön säuberlich auf Moderationskärtchen geschrieben werden, wenn der Arbeitsauftrag lautet, die Stimmung im Team zu verbessern? Hier muss der Moderator klug nachfragen und diese leblosen Begriffe mit Leben füllen. Bringen Sie die Teilnehmer wieder zurück ins reale Leben. Zum Beispiel durch Fragen wie „An welchen Verhaltensweisen Ihrer Kollegen würden Sie erkennen, dass diese Vertrauen für Sie aufbringen?“


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Die besten Slogans nützen wenig, wenn die Mitarbeiter diese kommunizierten Werte nicht leben. Wenn der Slogan „Wir machen den Weg frei“ lautet, müssten die Mitarbeiter die Frage gestellt bekommen: „Wie kann ich mich verhalten, dass mein Kunde das Gefühl hat, dass ich ihm den Weg freimache?“

Der Blick in die Schatzkiste

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Schöpfen Sie als Moderator aus dem reichen Erfahrungsschatz Ihrer Teilnehmer und wertschätzen Sie deren Fähigkeiten und vor allem deren Erfolge. Steht ein scheinbar unlösbares Problem im Raum, schweift der Blick scheinbar automatisch ab ins Negative. Steuern Sie als Moderator aktiv dagegen, indem Sie Ihre Teilnehmer an Ihre Erfolge und Verdienste erinnern, auf die sie stolz sein können. Dabei helfen Fragen wie „Was läuft in Ihrem Team besonders gut, auf welche Erfolgsgeschichten sind Sie besonders stolz?“ oder „Wie haben Sie es letztes Jahr geschafft, trotz der nicht besetzten Stelle, so erfolgreich zu arbeiten?“

Jetzt haben Sie eine Fülle möglicher Fragestellungen kennengelernt. Probieren Sie sie einfach einmal aus! Und machen Sie es sich dabei nicht zu schwer. Denn es gibt nicht die eine richtige Frage – viele Wege führen nach Rom. Seine Sie kreativ beim Fragen, beachten Sie die unmittelbaren Reaktionen und inspirieren Sie ihre Teilnehmer!

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