Erfolgreich in Finanzen investieren: Geld verdienen, andere arbeiten lassen


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Text stammt aus: Des klugen Investors Handbuch: Warum man mit Nein! das meiste Geld verdient und mit welchen Großaktionären man sich ins Bett legen darf (2016) von Dr. Markus Elsässer, erschienen bei Münchener Verlagsgruppe (MVG), Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Verlags.
Bildrechte:  Bildmaterial erstellt im Rahmen einer kostenlosen Kooperation mit Shutterstock. .

Vermögen basieren meist auf klugen LangfristStrategien und Durchhaltevermögen. Dann kann man andere für sich im Schlaf arbeiten lassen. Doch mit dem langfristigen Denken ist es nicht so einfach.

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Dr. Markus Elsässer gilt als einer der besten Banker und Fondsmanagers Europas.

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Langfristig investieren – im Schlafwagen reich werden

An der Börse genießen die erfolgreichen LangfristInvestoren einen guten Ruf. Sie werden wie Dinosaurier betrachtet, die in einer fernen Zeit die Gunst der Stunde nutzen konnten. »Ja, damals in den 80er und 90erJahren, ja da waren die Aktien noch billig zu haben.« Dabei wird völlig übersehen, dass eine langfristige und konsequente Anlagepolitik ganz grundsätzlich die Chance auf einen Vermögenszuwachs deutlich erhöht. Dies ist leider in Vergessenheit geraten. Das Finanzsystem der Großbankenindustrie bevorzugt eher das kurzfristige Agieren bis zum nächsten Lattenzaun.

Wann hat Ihr Bank oder Finanzberater Ihnen das letzte Mal zugeraten, eine attraktive Aktie oder einen erstklassigen Fonds mindestens zehn oder 20 Jahre im Depot zu behalten? Auch in Zeiten der Finanzturbulenz? Hat man Ihnen die schönen Erfolgsbeispiele aufgezeigt, wie sich solche LangfristInvestmentansätze in jüngster Zeit für andere Anleger ausgezahlt haben? Noch nie? Es würde mich gar nicht wundern. Dabei liegen die Erfolgsgeschichten auf der Hand. Schauen Sie sich die Kursentwicklungen über lange Zeiträume an und machen Sie sich klar, wie schnell diese Zeitabschnitte letztendlich vergangen sind. Ich möchte hier nur zwei Beispiele exemplarisch erwähnen.

Die NestléAktie notierte im April 2003 bei 18 Euro und ist bis zum April 2016 auf 65 gestiegen. Und an der Frankfurter Börse hat sich die Darmstädter Merck KGaA mit einem Wertzuwachs von 23 Euro auf 104 Euro ebenfalls außerordentlich gut entwickelt, in der Zeit vom März 2003 bis zum April 2015. Dieses Muster gilt seit dem Zweiten Weltkrieg in Etappen von zehn bis 20 Jahren. Exorbitante Vermögenszuwächse dieser Art sind also keine Ausnahmeerscheinung der Jahre 2003 bis 2016. Neben den erfreulichen Kursanstiegen hat es zusätzlich bei vielen Aktien auch noch einen warmen Dividendenregen gegeben. Und zwar mit jährlich steigender Tendenz.

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Langfristigkeit zählt

Viele Geldanleger wollen dies einfach nicht wahrhaben. Das gut gehütete Geheimnis wird nur selten gelüftet: Das geduldige Aus sitzen in erstklassigen Werten war und ist die beste Methode, um mit seinem Kapital stressfrei voranzukommen. Ein ValueInvestor Freund von mir nennt es so: »Im Schlafwagen reich werden«. Es erfordert ein Umdenken. Ziehen wir eine alte Formel zu Hilfe. Bei der Bestimmung der Aktienquote galt früher die Faustregel: »100 minus Alter«. Wer also 30 Jahre alt war, der sollte 70 Prozent seines Vermögens in Aktien anlegen. Wer 60 Jahre alt war, hingegen einen Aktienanteil von nur 40 Prozent halten. Analog wurde zum Thema »Haltedauer« gedacht.

Schon seit 20 Jahren empfinde ich uns als Pioniere im statis tischen Niemandsland. In Zeiten einer immer besseren medizi nischen Versorgung, bei einer Lebenserwartung, die durchaus die 100JahreGrenze überschreiten kann, interpretiere ich das Wort »langfristig« anders als in meiner Jugend. Ich plädiere umso mehr für LangfristPerspektiven bei der Geldanlage, seit das Festzinseinkommen quasi auf »null« gesetzt worden ist.

Im bisherigen Schema ist es der typische Geldanleger gewohnt, lediglich im Lebensabschnitt von 40 auf 60 Jahre (unter Umständen) langfristig zu denken. Doch heute ist auch dem Sechzigjährigen anzuraten, erneut mit einer 20Jahresperspektive zu investieren. Denn 80 Jahre alt zu werden, ist heutzutage keine Kunst. Ich würde, gerade angesichts einer unsicheren staatlichen Rentenversorgung, grundsätzlich meine Anlagestrategie langfristig aus richten. Unabhängig von meinem Alter. Auf dem Weg in eine echte finanzielle Unabhängigkeit reist es sich im Schlafwagen einfach bequemer.

Einfach nichts tun – eine gute Börsenregel

Die alten Börsianer haben es schon immer gewusst: »Hin und her, macht die Taschen leer.« Die Broker und Börsenbranche ist jedoch auf möglichst viele Transaktionen aus. Kluge Investoren zeichnen sich durch Besonnenheit und Ruhe aus. Sie befolgen einen Rat, den sie selten von Bankern zu hören bekommen: Einfach nichts tun!

Warren Buffett (85 Jahre) sagte einmal in Omaha: »Es gibt Zeiten an der Börse, in denen sich der brillante Investor durch Nichtstun auszeichnet.« Und auch sein Weggefährte Charlie Munger (91 Jahre) aus Kalifornien stellte fest: »Eine wirklich gute Aktie ist die, auf der man lange Jahre sitzen kann.« Das hat nichts mit einem Plädoyer für die Faulheit zu tun. Es wird aber meist verkannt, dass ein Vermögen nicht über Nacht entsteht. Es muss heranreifen. Statt nervös täglich die Börsenkommentare zu studieren, kann der besonnene Anleger mit seiner Zeit Besseres anfangen: lesen, Musik hören, etwas für die Gesundheit tun.

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Hüten Sie sich vor Aktionismus

Der Aufbau eines Vermögens hat nichts mit Aktionismus zu tun. Es bedarf einer langfristigen Strategie. Es läuft auf eine einfache Formel hinaus: Vermögen bilden ist gar nicht so schwer, aber recht langweilig. Und es gibt auch heute noch solche Aktien, die dieses LangfristPotenzial bieten. Schauen Sie sich die Fielmann AGAktie mal an. In den vergangenen elf Jahren hat sich der Wert mehr als verfünffacht!

Der Jugendfreund meiner Großmutter, Walter Beiler, war in den WirtschaftswunderJahren ein bekannter Freimakler mit Sitz an den Börsen in Frankfurt und Düsseldorf. »Was im Wald der Keiler, ist an der Börse Walter Beiler«, so wurde er in der Presse bezeichnet. Als junger Mann besuchte ich ihn 1973 in seinem Börsenkontor auf der Galerie des Düsseldorfer Börsensaals. Bedächtig und leise wies er mich auf einen Kollegen im Nachbarbüro hin, und sagte zu mir: »Pass auf, das ist ein wirklich großer Könner mit den Aktien. Der macht oft gar nichts.« Damals wunderte ich mich über diese Aus sage. Heute, mehr als 40 Jahre später, weiß ich seinen Rat zu schätzen.

Aufbau von Vermögen: Das ZehnProzentModell

Die meisten Arbeitnehmer laufen auf eine Versorgungslücke im Alter zu. Schuld daran ist nicht die Regierung. Für junge Menschen, die am Anfang ihrer Berufslaufbahn stehen, gibt es einen guten Lösungsansatz. Finanzielle Unabhängigkeit im Alter ist nur durch eine langfristig ausgerichtete Strategie des Sparverhaltens erreichbar. Das systematische Sparen bildet die Basis für spätere Kapitalanlagen. Das Wort »Sparen« klingt etwas altmodisch und ist bei vielen Menschen derzeit nicht populär. Aber ohne das schlichte »Weniger ausgeben, als man einnimmt« wird es mit der Altersversorgung nichts.

Wie geht man dieses Thema am besten an? Was sollte man jungen Menschen empfehlen? Da fällt mir ein einfaches, aber wirksames Sparmodell aus meiner Vergangenheit ein: Als ich in den 80erJahren meine Berufslaufbahn bei Dow Chemical begann, hatten wir die Möglichkeit 10 Prozent unseres Bruttolohns in Firmenaktien anzulegen. Das Schöne an dem Modell war, dass diese 10 Prozent des Bruttolohns jeden Monat von vornherein in der Gehaltsabrechnung einbehalten wurden. Man bekam diesen Sparbetrag also erst gar nicht in die Hand. Es war so, als wenn das monatliche Gehalt um 10 Prozent gekürzt worden wäre.

Der Automatismus dieses Sparmodells ist der Dreh und Angelpunkt. Die Systematik, sein Konsum und Ausgabeverhalten vom ersten Job an auf ein um 10 Prozentpunkte verringertes Gehalt abzustellen, ist eine gute Weichenstellung. Bei jeder Gehaltsverbesserung wird der AbzugsSparbetrag entsprechend angehoben: Immer 10 Prozent vom Bruttogehalt. Ob der Arbeitgeber die monatlichen Beträge einbehält oder ob man mittels eines Dauerauftrages sich selbst organisiert, ist letztlich gleich. Wer ohne Unterbrechung, Monat für Monat, Winter wie Sommer, über Jahrzehnte dieses Sparmodell anwendet, ohne hin und her, der wird eines Tages staunen. Ohne je eine Einschränkung in seinem Leben gespürt zu haben, wächst dem Arbeitnehmer da ein beachtliches Vermögen zu.

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  1. Felix Schorre

    12 Regeln für Chefs & Mitarbeiter – Teil 1: Tipps für ein glückliches Miteinander

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