Finanzberatung: Kosten für die Geldanlage mit Fonds



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Text stammt aus: Geldanlage für Fleißige (2012) von Stefanie Kühn, erschienen bei Stiftung Warentest, Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Verlags.
Bildrechte:  Bildmaterial erstellt im Rahmen einer kostenlosen Kooperation mit Shutterstock. .

Worauf ist bei der Geldanlage von Fonds und den dabei entstehenden Kosten genau zu achten? Ein Überblick. Finanzberatung: Kosten für die Geldanlage mit Fonds Finanzberatung: Kosten für die Geldanlage mit Fonds

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Stefanie Kühn 8Stefanie Kühn ist Finanzberaterin und Certified Financial Planner.

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Cost-Average-Effekt

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Fondssparpläne haben einen weiteren großen Vorteil, denn es stellt sich nicht die Frage nach dem richtigen Einstiegszeitpunkt. Dadurch, dass der Sparer zu festen Terminen immer gleiche Summen investiert, erwirbt er bei hohen Kursen weniger und bei niedrigeren Kursen mehr Fondsanteile. In der Regel erzielt er dadurch einen günstigeren Durchschnittspreis als bei einer Einmalanlage.

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Das nennt man Cost-Average-Effekt. Mit einem Sparplan nehmen Sie sich auf diese Weise den Stress, beim Fondskauf möglicherweise den falschen Zeitpunkt zu erwischen. Ein Sparplan eignet sich insbesondere zum langfristigen Vermögensaufbau beispielsweise für die Altersvorsorge.

Kostenfaktoren bei Fonds

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Beim Kauf von Fondsanteilen fallen natürlich auch Kosten an, da die Fondsgesellschaft, die Depotbank und der Vertrieb bezahlt werden wollen. Bei einigen Kostenblöcken lässt sich mit ein wenig Einsatz aber viel Geld sparen und damit die Rendite erheblich verbessern. Kosten beim Kauf

  • Ausgabeaufschlag: Beim Ausgabeaufschlag handelt es sich um eine einmalig anfallende Kaufgebühr bei jedem Kauf von Fondsanteilen. Der Ausgabeaufschlag dient hauptsächlich zur Deckung der Vertriebskosten. Er beträgt bei Aktienfonds üblicherweise 5 Prozent, bei Rentenfonds meist 3 Prozent und bei offenen Immobilienfonds und Mischfonds 4 bis 5 Prozent.

Die Bürokratie will bezahlt werden

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  • Verwaltungsgebühren der Fondsgesellschaft: Diese fallen jährlich an und sind das Entgelt für die Verwaltung des Fonds. Damit wird unter anderem das Fondsmanagement bezahlt. Die Verwaltungsgebühren eines aktiv gemanagten Fonds hängen stark davon ab, in welche Märkte er investiert und welche Strategie er verfolgt. Bei Aktienfonds können die Verwaltungskosten über 2 Prozent pro Jahr betragen, 1 bis 2 Prozent sind meist üblich. Bei Indexfonds liegen die Kosten meist zwischen 0,15 und 0,5 Prozent.
  • Depotbankgebühren: Für ihre Verwaltung des Fondsvermögens und Kontrollaufgaben stellt die Depotbank dem Fonds jährlich eine Gebühr in Rechnung. Diese beträgt in der Regel 0,1 bis 0,3 Prozent des Fondsvermögens pro Jahr.

Gebühren nach Erfolg

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  • Erfolgsabhängige Gebühren: Immer häufiger verlangen Fondsgesellschaften Erfolgsgebühren, vor allem bei Aktienfonds. Diese Gebühren werden in der Regel fällig, wenn der Fondsmanager seinen Vergleichsindex (zum Beispiel den Dax) schlägt. Sie können bis zu 25 Prozent des Vorsprungs gegenüber dem Index betragen.
  • Hig Water Mark: Während manche Fonds die Erfolgsgebühr nur berechnen, wenn der Fonds im Vergleichsjahr im Plus lag, kassieren andere die Gebühr sogar, wenn der Fonds Verluste gemacht hat, aber eben der Vergleichsindex noch schlechter war. Es gibt auch Fonds, die nur dann eine Erfolgsgebühr kassieren, wenn der Fonds einen früher erreichten Höchststand übertrifft (High Water Mark). Diese Art der Berechnung ist die fairste.

Tipp: Prüfen Sie die Gebühren

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Prüfen Sie, ob ein Fonds erfolgsabhängige Gebühren einbehält. Sie finden diese Information in den „wesentlichen Anlegerinformationen“ oder im Verkaufsprospekt. Während eine fair gestaltete Erfolgsgebühr bei guten Aktienfonds vertretbar ist, macht sie bei Renten- und Geldmarktfonds kaum Sinn, da diese ohnehin geringere Renditeerwartungen haben.

Kaufen Sie keinen Fonds, bei dem die Performance der Vergangenheit, die Ihnen als erstes Indiz für das Können des Fondsmanagements dient, die Erfolgsgebühr nicht rechtfertigt. Alternativ können Sie sich an unseren Fondsbewertungen orientieren. Wir weisen im Internet unter und in jedem Finanztest-Heft die Wertentwicklung nach Abzug von Gebühren aus.

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Total Expense Ratio (TER)

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Eine Kennzahl, die in den Rechenschaftsberichten des Fonds darüber informiert, wie hoch die interne Kostenbelastung eines Fonds im zurückliegenden Geschäftsjahr war, ist die Total Expense Ratio (TER).

Achtung: Viele Anleger glauben, hier werden alle Kosten erfasst. Doch das ist nicht so. Sie beinhaltet nicht die Kauf- und Verkaufsspesen, die Anleger bezahlen oder den Ausgabeaufschlag. Überdies enthält sie in Deutschland auch nicht die auf Fondsebene entstandenen Transaktionskosten für Käufe/Verkäufe von Wertpapieren.

Transaktionskosten

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Die Transaktionskosten, die bei der Fondsverwaltung entstehen, werden aber seit 1. Juli 2011 im sogenannten Key Information Document (KID) (siehe Seite 22) ausgewiesen. Dennoch gilt: Je niedriger die TER, umso besser. Ist die TER größer als 2 Prozent, ist der Fonds eher teuer.

Je liquider Ihre Geldanlagen, umso schneller sind sie verfügbar, also in Geld umtauschbar. Der Haken ist: Je größer die Liquidität eines Produktes, umso niedriger ist in der Regel auch die Rendite.

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Warum Liquidität wichtig ist

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So können Sie beispielsweise über das Geld auf Ihrem Girokonto jederzeit verfügen, erhalten aber meist keine Zinsen. Dennoch müssen Sie einen Teil Ihres Vermögens liquide halten, um Ihre täglichen und auch außerplanmäßigen Rechnungen zahlen zu können.

Wenn Sie nicht liquide sind, kann es richtig teuer werden, denn dann kommen zusätzlich Verzugs- und Kontoüberziehungszinsen auf Sie zu.

Hohe Liquidität oder hohe Rendite

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Wichtig ist also, die Balance zwischen Liquidität und Renditechance zu finden. Eine Faustregel besagt, dass Sie mindestes drei Monatseinkommen als Notfallreserve haben sollten. Die muss aber nicht auf dem Girokonto liegen, sondern kann zum Beispiel auch auf einem verzinsten Tagesgeldkonto angelegt sein.

Unterscheiden Sie einfach zwischen täglicher Liquidität und kurzfristiger Liquidität. Mit der täglichen Liquidität bezahlen Sie Ihre Rechnungen des alltäglichen Lebensbedarfs wie beim Einkaufen oder im Restaurant. Es geht hierbei vor allem um Bargeldzahlungen und Zahlungen mit Ihrer Girokarte (früher EC-Karte genannt).

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Kurzfristige Liquidität

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Dazu können Sie auch eine persönliche Notfall-Bargeldreserve rechnen, die Sie bei sich zu Hause haben, für den Fall, dass Sie beispielsweise aufgrund einer Naturkatastrophe Ihr Haus schnell verlassen müssen.

Die kurzfristige Liquidät ist der Bedarf, den Sie innerhalb weniger Tage bereitstellen können müssen, gegebenenfalls auch, um Ihr Girokonto für die tägliche Liquidität wieder aufzufüllen. Die kurzfristige Liquidität sollte auf jeden Fall Zinsen bringen, um damit der Inflation zumindest etwas entgegenzuwirken. Denn die Inflation verteuert beständig Ihre Lebenshaltung und verringert damit Ihr Vermögen.


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  1. Simone Janson

    Serie Finanzberatung in Kooperation mit Stiftung Warentest – Teil 7: Worauf Sie bei den Kosten von Fonds achten sollten

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