Fehlerkultur in Unternehmen: 8 To Do’s für Unternehmen


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Text stammt aus: Die Macht der versteckten Signale: Wortwahl - Körpersprache - Emotionen. Nonverbale Widerstände erkennen und überwinden (2014) von Dr. Gabriele Cerwinka, Gabriele Schranz, erschienen bei Linde Verlag, Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Verlags.
Bildrechte:  Bildmaterial erstellt im Rahmen einer kostenlosen Kooperation mit Shutterstock. .

Viele Unternehmen haben bezüglich Fehlerkultur und Werten noch Nachholbedarf. 8 To Do’s, die ein Unternehmen auf dem Weg zu einer positiven Fehlerkultur beherzigen sollte.

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Dr. Gabriele Cerwinka cerwinkaDr. Gabriele Cerwinka ist Gesellschafterin der Schranz und Cerwinka OEG.

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Gabriele Schranz schranzGabriele Schranz ist Gesellschafterin der Schranz und Cerwinka OEG; Wien – Zürich.

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Nachholbedarf in Unternehmen

Nicht wenige Unternehmen wollen zwar den Weg einer positiveren Fehlerkultur gehen, wissen aber nicht recht, wo sie überhaupt damit anfangen sollen.

An diese richtet sich unsere Anleitung. Bitte betrachten Sie die folgenden Punkte als eine Art Checkliste, um festzustellen, in welchen Bereichen in Ihrem Unternehmen noch Nachholbedarf besteht.

Fehlerkultur geht jeden an

Die Schuld besteht nicht darin, dass ein Fehler passiert, sondern vor allem darin, diesen nicht gemeldet oder durch rechtzeitiges Agieren nicht verhindert zu haben.

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Fehlerkultur geht jeden an, jeder ist gefordert, jeder ist wachsam und übernimmt Verantwortung. So erzieht das Unternehmen reife Mitarbeiter, für die unternehmerisches Denken, Hinterfragen von Gewohnheitsprozessen und waches Agieren zur Selbstverständlichkeit werden.

Zeit sparen

Werden Fehler rechtzeitig erkannt, können sie meist auch mit weniger Zeitaufwand “entschärft” werden. Ist ein Fehler eingetreten, entfallen zeitraubende und meist fruchtlose Diskussionen, weil das weitere Vorgehen standardisiert ist.

Solange über die Schuldfrage diskutiert wird, kann nicht nach Lösungen gesucht werden. Wertvolle Zeit verstreicht. Die Ursachenforschung bleibt wichtig und notwendig, jedoch entfällt die zeitraubende Schuldigensuche.

Weg mit der Absicherungsdokumentation

Der Zeitaufwand für das Konzipieren einer eigenen Verteidigungsstrategie entfällt ebenfalls. Eine Fehlerkultur verhindert auch die zeitaufwändige “Absicherungsdokumentation”:

Mitarbeiter verbringen dabei viel Zeit, um alle Stufen, Zwischenfassungen und Schritte zu dokumentieren, Unmengen von Aktennotizen, Vermerke und Belege zu sammeln, die allesamt die Ablage aufblähen und zur späteren Absicherung beitragen sollen. Eine effiziente Fehlerkultur spart somit Zeit für Dokumentation und Ablage und damit enorme Kosten.

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8 To Do’s für Unternehmen

  1. Zukunftsperspektive: Aus der vorherigen Norm ergibt sich, dass der Blick aller stets auf die Zukunft fokussiert wird. Was können wir für die Zukunft aus dem Geschehenen lernen? Diese Sichtweise macht gegenseitige Anschuldigungen, Verdächtigungen und Rechtfertigungsstrategien unnütz.
  2. Die Identität des Aufdeckers ist nicht wichtig: Unabhängig davon, wer den Fehler erkennt und aufdeckt, wird dieser – vor allem beim ersten Mal – nicht als Schwäche des Verursachers, sondern als Chance zur Verbesserung gewertet. Idealerweise erfolgt die Fehlermeldung anonym. Wo das nicht möglich ist, wird die Identität des Verursachers nicht als wichtig erachtet.
  3. Analyse: Um aus den Vorkommnissen zu lernen, werden Fehler kritisch reflektiert und analysiert – ohne Schuldzuweisung! Es ist daher auch wichtig, “Fast-Fehler” aufzudecken und zu analysieren, weil nur sie Erkenntnisse über mögliche zukünftige Fehler liefern. Es geht um das Auffinden des “schwächsten Glieds in der Kette”.
  4. Kommunikation: Es wird stets offen, transparent und nachvollziehbar kommuniziert. Gegenseitige Wertschätzung und der konstruktive Umgang miteinander sind die Basis der internen Kommunikation zwischen den Mitarbeitern aller Hierarchiestufen. Die Kommunikation ist für alle nachvollziehbar, es gibt keine Geheimabsprachen und Hinter-dem-Rücken-Beschuldigungen.
  5. Darüber reden: Fehler werden nicht totgeschwiegen, tabuisiert und sanktioniert. Werden Fehler oder Vorgänge, die fast zu einem Fehler geführt haben, offen von allen Beteiligten diskutiert, ist die Lösungsfindung einfacher. Es gilt nicht als Tabuthema, Offenheit ist wichtig. Sanktionen gibt es nur für grob fahrlässige und vorsätzliche Vergehen.
  6. Kein Verstecken: Für die verlangte Kultur der Fehlerakzeptanz ist es wesentlich, auch kleine Fehler nicht unter den Teppich zu kehren. Für Mitarbeiter geht es nicht darum, “gut” oder “schlecht” dazustehen. Es besteht daher bei keinem Mitarbeiter der Wunsch, Fehler zu vertuschen. Jeder übernimmt die Verantwortung für sein Handeln.
  7. Perspektivenwechsel: Werden normalerweise die Verursacher öffentlich gebrandmarkt, ist es hier anders. Nicht das Fehlermachen, sondern das Veruschen von Fehlern wird sanktioniert! Wer also einen noch so kleinen Fehler, den er nachweislich bemerkt hat, nicht meldet, begeht eine Handlung, die Konsequenzen nach sich zieht.
  8. Verschulden: Grob fahrlässiges und vorsätzliches Handeln wird anders behandelt als unvermeidbare, nicht vorhersehbare Fehler. Eine positive Fehlerkultur bedeutet nicht einen Freibrief für unachtsames Handeln.

Fazit

Der positivere Umgang mit Fehlern lässt sich in Unternehmen nur Schritt für Schritt vollziehen. Checklisten und To-Do-Listen wie diese können dabei helfen, die richtigen Werte Schritt für Schritt umzusetzen.


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