Fehlerkultur in Unternehmen: 10 Tipps zur Fehlervermeidung



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Abdruck: Dieser Text stammt aus dem Buch "Die Macht der versteckten Signale: Wortwahl - Körpersprache - Emotionen. Nonverbale Widerstände erkennen und überwinden (2014)""" von Dr. Gabriele Cerwinka, Gabriele Schranz, veröffentlicht bei Linde Verlag, und wurde uns zum Abdruck überlassen.
Bildrechte: Bildmaterial erstellt im Rahmen einer kostenlosen Kooperation mit Shutterstock. .

Fehlerkultur heißt aber nicht, das Fehler um jeden Preis gemacht werden sollen – an erster Stelle steht vielmehr die Fehlervermeidung. Was heißt das für die Werte in der Unternehmenskultur? Der Abschluss unseres Werte-Checks:

Fehlerkultur in Unternehmen: 10 Tipps zur Fehlervermeidung Fehlerkultur004

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Hier schreibt für Sie: Dr. Gabriele Cerwinka ist Gesellschafterin der Schranz und Cerwinka OEG. Profil
Hier schreibt für Sie: Gabriele Schranz ist Gesellschafterin der Schranz und Cerwinka OEG; Wien – Zürich. Profil

Fehlerkultur heißt nicht Fehler zu fördern

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Wenn wir von Fehlerkultur stoßen, stoßen wir oft auf eine Befürchtung: Dass, wer Fehlerkultur in Unternehmen zulässt oder fördert, damit automatisch auch Fehler fördert.

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Das ist aber gar nicht der Sinn dabei. Stattdessen geht es nach wie vor darum, Fehler so gut wie möglich zu vermeiden – aber eben durch gemeinsames Lernen im Team, nicht durch Bestrafung und Kontrolle. Wie das am besten geht, erfahren Sie in den folgenden 10 Tipps.

Lernen auf allen Ebenen

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Permanente Lernprozesse auf allen Ebenen sind die Folge. Alle neuen Erkenntnisse fließen umgehend in neue Schulungsinhalte ein. Auch und besonders für erfolgreiche Unternehmen ist dieser ständige Analyseprozess wichtig und zukunftssichernd.

In der Vergangenheit haben einige erfolgreiche Unternehmen bewiesen, wie schnell es gehen kann, ohne ständige Selbstreflexion vom Überflieger zum Verlierer zu werden.

Klare Spielregeln

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Eine positive Fehlerkultur schafft klare Spielregeln für alle. Sie gelten für jeden, unabhängig von Ausbildungsgrad und Hierarchiestufe, und verhindern Willkür und unterschiedliches Agieren in unterschiedlichen Abteilungen.

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Sie schaffen somit Transparenz und Einheitlichkeit im gesamten Unternehmen. Alle haben Zugriff auf die Resultate der internen Fehlerforschung.

10 Tipps zur Fehlervermeidung

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  1. Belohnung: Trotz allem steht achtsames Handeln und die Vermeidung von Fehlern an oberster Stelle. Fehler werden nicht bewusst gemacht, um eine „Lernquelle“ mehr zu haben. Das Fehlermachen wird nicht forciert. Denn nicht der Fehler, sondern das Offenlegen von Fehlern samt Verbesserungsvorschlägen wird belohnt.
  2. Alle in einem Boot: Es gibt keine Fronten und Seilschaften, wenn es um das Aufdecken und Verhindern von Fehlern geht. Alle Beteiligten, unabhängig in welcher Position, begegnen sich als Partner und nicht als Gegner bei der Ursachenforschung. Niemand fällt einem anderen in den Rücken. Alle werden gleichberechtigt miteinbezogen.
  3. Führungsrolle: Führungskräfte sind Vorbilder im Umgang mit Fehlern. Sie erinnern und pflegen die hier aufgezählten Normen und Werte. Sie leben diese Werte und handeln nie gegensätzlich.
  4. Eigenverantwortung: Zusammenhalt und Rückendeckung der Vorgesetzten sind entscheidend, entbinden den einzelnen Mitarbeiter aber nicht von der eigenen Verantwortung. Jeder nimmt seine Verantwortung bei der Fehlervermeidung und beim Erstellen von Verbesserungsvorschlägen wahr.
  5. Dokumentation: Das Wissen, wie es zu dem Fehler kommen konnte, was genau passiert ist und was unternommen wird, den Fehler zukünftig zu vermeiden, wird als wertvolle Ressource betrachtet. Fehler werden daher dokumentiert und stellen somit einen wichtigen Bestandteil des Wissensma- nagements eines Unternehmens dar.
  6. Zielsetzungen werden transparent gemacht: Auch die Ziele der Fehlerdokumentation werden klar kommuniziert. Es wird kommuniziert, warum es für alle wichtig ist, nicht nur offen zu Fehlern zu stehen, sondern auch bei der Dokumentation – und somit bei der Verankerung im allgemeinen Unternehmensgedächtnis – mitzuhelfen. Es geht um gemeinsame Erfahrung statt individuelle Bestrafung als Ziel.
  7. Ständige Weiterbildung: Die Erkenntnisse aus der Fehleranalyse fließen laufend in den Schulungsprozess ein. In Workshops und anderen internen Schulungsmaßnahmen werden die Inhalte ständig angepasst; somit ist die Fehlerkultur auch ein Teil der Weiterbildungskultur im Unternehmen. Dadurch ist auch allen bewusst, wie wichtig „lebenslanges“ Lernen ist.
  8. Der Blick über den Horizont: Kreativität und visionäres Denken wird gefördert und positiv bewertet. Wer keine Angst vor dem Scheitern hat, wagt es auch, neue Wege zu gehen. Nur ein angstfreies Klima ermöglicht die Entfaltung neuer, kreativer Ansätze – mögen sie zunächst auch noch so absurd und fantastisch erscheinen.
  9. Mit den Folgen der Fehlerkultur leben lernen: Diese im Wertsystem einer Unternehmung verankerte Fehlerkultur führt natürlich dazu, mit ständigen, wenn auch oft nur kleinen Veränderungen konfrontiert zu werden.
  10. Das Ende der Kontrollsucht: Vielen fällt dieses stete Loslassen von Vertrautem, das stete Sich-einlassen-auf-Neues schwer. Doch gemeinsam und mit Unterstützung der Führung sowie laufender Motivation gelingt der neue Zugang zu Veränderungen. Wer Änderungen versteht und neue Maßnahmen nachvollziehen kann, wird seine Perspektive langsam auch verändern. Ziel ist es, dass alle Mitarbeiter Veränderungen vorwiegend positiv wahrnehmen.

Fazit

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Wer eine positive Fehlerkultur fördert, sorgt damit nicht zwangsläufig für mehr Fehler. Viel mehr fördert er gemeinsames Lernen, das letztendlich zu einer größeren Vermeidung von Fehlern führt. Und die sollte auch immer das Ziel der Sache sein!


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  1. Robert Sieber

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  2. Dirk Rosenkranz

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