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Das ist Facilitating Change – Teil 3: Des Kaisers neue Kleider



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Komplexität, Ambivalenz und Unsicherheit zu einer festen Größe im Arbeitsalltag von Führungskräften geworden. Unternehmen und Organisationen haben erkannt, dass Kontrolle und Optimierung oder Top-Down-Entscheidungen nicht das alleinige Mittel der Wahl in Veränderungsprozessen sind. Was tun?

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Hier schreibt für Sie:

 

karin-beutelschmidtKarin Beutelschmidt ist Gründerin der School of Facilitating und der divida Stiftung.

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Gelassenheit gegenüber dem Unbekannten

Im anglo-amerikanischen Raum bereits gängige Praxis, erreicht eine neue Philosophie der Partizipation nun auch die Entscheider-Ebenen in Deutschland: Facilitating Change.

Der Kerngedanke: Authentizität, Emotionalität und eine wachsame Gelassenheit gegenüber dem Unbekannten spielen in Veränderungsprozessen eine Schlüsselrolle.

Des Kaisers neue Kleider

In dem Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ von Hans Christian Andersen geht es um einen eitlen Kaiser, der blind ist für alles, was um ihn herum geschieht. Sein Volk ist untertan und still. Da fällt es ein paar schlauen Gaunern leicht, dem Kaiser von ganz besonderen und einmaligen Kleidern zu erzählen, die nur für ihn edel genug seien.

Sie sagten, diese Kleider könnten nur von Personen gesehen werden, die ihres Amtes würdig und nicht dumm seien. Sie gaben vor, die Kleider zu weben und überreichten sie ihm. Aus Eitelkeit und Unsicherheit traute der Kaiser sich nicht, zu erwähnen, dass er die Kleider selbst nicht sehen konnte. Auch alle anderen, denen er begegnete, gaben vor, begeistert zu sein.

Alle Zweifler schwiegen, keiner traute sich, dem nackten Kaiser die Wahrheit zu sagen. Schließlich ist es bei einem Festumzug ein Kind, das laut ausruft: »Aber unser Kaiser hat ja gar keine Kleider an!«

An der Grenze zwischen Bewusstsein und Unbewusstsein

Der Facilitator arbeitet an der Grenze zwischen Bewusstsein und Unbewusstsein Das tut er, wenn Konflikte im Raum sind, sich Widerstand zeigt oder der Prozess sich in einer Sackgasse befindet.

Hier liegt für uns Entwicklungspotenzial, das wir gerne herausarbeiten. Uns geht es darum, in solchen Momenten zu verlangsamen, einen achtsamen Rahmen zu setzen und eine Haltung zu entwickeln, die Hinschauen und Annehmen ermöglicht, damit nicht stattdessen Streit, ein Sichverzetteln oder Stillstand im Prozess entsteht.

In unserer Wahrnehmung werden Grenzen durch Grenzwächter bewacht, die sich zum Beispiel in Form von Widerstand ausdrücken. Dies sind oft reflexartige, unbewusste Reaktionen, die wir sichtbar und erfahrbar machen, um dadurch die Freiheit für anderes Handeln zu ermöglichen.

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