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Existenzgründung StartUps & Scheitern - 2/4: Angst verhindert Innovation



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Top20 deutscher Bloggerinnen, referenziert in ZEIT, Wikipedia & Blogger-Relevanz-Index, Seit 15 Jahren Wandel der Arbeitswelt: Beratung, Bücher, News-Dienst Best of HRSeminare & Locations.
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Deutschland hat eine unternehmens- und gründerfeindliche Mentalität. Und gerade Pleitiers sind immer die Bösen. Das schlägt sich auch auf den Umgang mit Fehlern nieder. Leider werden so auch Innovationen vermieden.

Existenzgründung StartUps & Scheitern - 2/4: Angst verhindert Innovation


Hier schreibt für Sie: Simone Janson, deutsche Top20 Bloggerin, Auftritte in ARD, gelegentlich Artikel für WELT, ZEIT, WIWO, t3n, W&V, macht Best of HR - Berufebilder.de & HR-Kommunikation. Profil

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Misstrauen gegen Unternehmer

Was bei einer solchen Ausbildung herauskommen kann, ist immer wieder in den Nachrichten zu bewundern: Risikovermeidung statt Innovation. Schadensbegrenzung statt konstruktiven Umgehens mit Fehlern. Von echter „Entrepreneurship“ – nicht einmal einen eigenen Namen hat die akademische Unternehmerausbildung im Deutschen – ist nicht viel zu merken.

Die Folge ist ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber Unternehmern. Sie gelten als böse, raffgierig und rücksichtslos, wenn sie Gewinne einfahren – ein Schuss Neid schwingt dabei sicher auch immer mit.

Am schlimmsten sind die Pleitiers

Noch böser sind sie allerdings, wenn sie pleite gehen: Denn dann denken alle, dass das ja nur passieren konnte, weil das Unternehmen zu schnell zu hohe Gewinne machen wollte. Oder weil der Unternehmer nicht mit Geld umgehen konnte. Und dass er nun auf Kosten seiner Schuldner Insolvenz anmeldet. Der gescheiterte Unternehmer wird schnell stigmatisiert.

Doch so einfach ist es dann leider doch nicht: Zwar gibt es solche schwarzen Schafe, aber meist sind gerade bei kleineren Betrieben nicht Managementfehler Ursache einer Insolvenz. Viel öfter liegt die Schuld bei externen Faktoren wie persönlichen und gesundheitlichen Problemen des Unternehmers, der schlechten Zahlungsmoral von Kunden – oder der Bürokratie.

Auch das Finanzamt kann Insolvenzverfahren einleiten

Denn was viele nicht wissen: Auch Finanzamt oder Krankenkasse können ein Insolvenzverfahren einleiten – und machen das zuweilen schon, wenn das Unternehmen ihnen nur einige Tausend Euro schuldet.

Die bittere Botschaft lautet: Jeden kann es treffen. Auch den, der gar nichts dazukann. Denn manchmal hat man einfach Pech! Viele möchten das nicht hören, Insolvenz ist ein Tabuthema, es macht Angst. Daraus resultieren dann so allerlei absurde Abwehrmaßnahmen, die künftigen Pleitiers das Leben schwer machen.

Das Gegenteil von Innovation

Leider machen viele Führungskräfte aus Angst zu Scheitern das Gegenteil von Innovatviem Denken: Sie überspielen die Situation, verschulden sich noch weiter und hoffen, dass die Krise schon irgendwann vorbeigeht – auch aus Angst, sich das eigene Versagen einzugestehen.

Oder sie isolieren sich aus Scham, weil sie im Freundes- und Bekanntenkreis finanziell nicht mehr mithalten können.

Gefährlicher Teufelskreis

Ein Teufelskreis also, der da aus der Verbindung von fehlender Unternehmenskultur, der daraus entstehenden Angst vor dem Scheitern und übertriebenem Perfektionismus als Kompensationsstrategie erwächst.

Fatal ist das nicht nur für die Unternehmen selbst, sondern für die gesamte Wirtschaft: Denn gerade die innovativen Neugründungen gelten als große Hoffnungsträger. Werden die Innovationen jedoch derart frühzeitig beschnitten, ist das ein Problem für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Dem zu entrinnen ist nicht einfach – doch es ist möglich, und erste Ansätze gibt es bereits.

Ausbildung zum Unternehmer

So setzt sich auch in Deutschland mehr und mehr die Notwendigkeit einer Entrepreneurship-Ausbildung durch, was dazu führen könnte, dass sich das Unternehmerbild mittelfristig verändert. Und auch das unternehmerische Scheitern wird zunehmend thematisiert:

Deutschlands Vorzeige-Insolvenzlerin Anne Koark hat ein Buch zum Thema geschrieben und berichtet regelmäßig in den Medien über ihre Insolvenz. In Köln hat Attila von Unruh, selbst ein insolventer Unternehmer, die Anonymen Insolvenzler gegründet, eine Gesprächsgruppe, in der sich Menschen regelmäßig und natürlich anonym über ihre Erfahrungen austauschen, woraus manchmal sogar neue Geschäftsideen erwachsen.

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