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Existenzgründung, aber bitte disruptiv – Teil 5: Knackpunkt finanzierung



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Der Knackpunkt einer Idee ist immer die Finanzierung: Eine gute Idee ist da das Startupbootcamp, ein in Kopenhagen ansässiges Gründerprogramm.


Hier schreibt für Sie:

 

Simone JansonSimone Janson, Auftritte in der ARD, gelegentlich Artikel für WELT, ZEIT, WIWO, t3n, W&V, macht Best of HR – Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

Profil


Was macht das Startupbootcamp?

Die Idee ist Startups innerhalb von drei Monaten zu helfen von der Idee zum Produkt zu gelangen. Die Gewinner des Wettbewerbs erhalten für drei Monate ein Büro in Kopenhagen, etwas Geld, um den Lebensunterhalt des Gründerteams zu finanzieren und werden über die drei Monate von einem Pool von bald 100 erfahrenen Unternehmern und Mentoren begleitet.

Am letzten Tag, dem sogenannten Investor Day, haben die Startups dann die Möglichkeit Ihr Unternehmen mehr als 100 europäischen Geldgebern vorzustellen um Venture Capital zu erhalten.

Bis zu 12.000 Euro pro Team

Für die Finanzierung des Programms und die bis zu € 12.000 pro Team bekommt Startupbootcamp zwischen 5-10% des neuen Unternehmens. Bewerben können sich jährlich Teams aus der ganzen Welt, auch aus Deutschland.

Das Startupbootcamp greift dabei übrigens auf amerikanische Vorbilder zurück: Bei Bei TechStars bewerben sich beispielsweise jedes Jahr mehr als 600 Teams, von denen 8 von 10 am „Investor Day“ mit durchschnittlich $500.000 das dreimonatige Programm verlassen.

Jungunternehmer per Gesetz

In Frankreich wurde 2004 für junge Unternehmer der Status des Jeune Entreprise Innovante (JEI) euingeführt. Um ihn zu erhalten, dürfen Unternehmen nicht mehr als 250 Mitarbeiter beschäftigen, nicht älter als acht Jahre sein und müssen mindestens 15 Prozent ihres Etats für die Forschung ausgeben.

Und sie dürfen nicht in Mehrheitsbesitz eines anderen Unternehmen sein. Schon im ersten Jahr erfüllten fast 1800 Unternehmer diese Bedingungen. Dafür wurden sie als JEI von den Sozialabgaben für wissenschaftliches Personal befreit, mussten drei Jahre lang keinen Gewinn auf ihre Steuern zahlen und sind von der jährlichen, umsatzsteuerabhängigen Pauschale befreit, die Unternehmen in Deutschland entrichten müssen.

Deutschland: Ungezwungene Förderung Mangelware

Für Sieben Jahre entfällt außerdem die Grund- und Gewerbesteuer. Auch andere Länder wie Belgien, die Niederlande oder Spanien, Estland oder die skandinavischen Länder kennen ähnliche Regelungen oder planen deren Einführung. Die Europäische Kommission hat zudem 2007 den Status einer Young Innovative Company (YIC).

In Deutschland sind solche eher ungezwungenen Förderungen eher Mangelware. Die Zahl der aktiven Business-Angels, private Geldgeber, die ihren Schützlingen auch mit Rat und Tat zur Seite stehen, wird auf 2700 bis 3400 Personen geschätzt, das sind zwischen 33 und 41 pro eine Million Einwohner.

Andere Länder haben mehr Investoren

Zum Vergleich: In den USA sind es fast 260.000, als 850 bereitwillig Investoren auf eine Million Einwohner. Und während in Deutschland nur etwa 500 Millionen Euro an Risikokapital vergeben werden, sind es allein im Silicon Valley, das über die Wirtschaftsleistung Dänemarks verfügt, neun Milliarden.

Aber auch bei den staatlichen Förderungen sieht es eher mau aus: Zwar gibt es ungezählte Förderprogramme, von denen viele aber oft erst greifen, wenn schon erste Erfolge auf dem Tisch liegen. Oder aber Investitionskredite sind, die zwar Anschaffungen oder Personalkosten, nicht aber einfach die Lebenshaltungskosten von Gründern in der Startphase decken sollen.

Fördermittel: Der Markt ist unübersichtlich

Außerdem ist trotz einschlägiger Förderdatenbanken das Angebot so unübersichtlich, das Kleinstgründer im bürokratischen Dschungel kaum durchblicken, welche Förderung für sie in Frage kommt.

Denn alltäglichen Förderwahnsinn lässt der Journalisten Matthias Spielkamp erahnen: Der hat seine Plattform irights.info dem Thema Urheberrecht in der digitalen Welt gewidmet. Von 2004 bis 2006 wurde er 18 Monate lang vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft gefördert.

Trotz Grimme-Online Arward und zahlreicher Projektanträge gab es jedoch erst 2008 wieder eine neue Förderung durch das Bundesforschungsministerium und die Kulturstiftung des Bundes. Spielkamp resümiert: Es ist unmöglich, eine Anschlussförderung zu bekommen, egal wie erfolgreich das Projekt ist. Und: Der Aufwand, für kleinere Projekte Anträge zu stellen, ist zu groß!

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