Emotionen direkt ansprechen - Teil 3: Das Wörtchen "Aber"



Voriger TeilNächster Teil



Top20 deutscher Bloggerinnen, referenziert in ZEIT, Wikipedia & Blogger-Relevanz-Index, Seit 15 Jahren Wandel der Arbeitswelt: Beratung, Bücher, News-Dienst Best of HRSeminare & Locations.
Bildrechte: Bildmaterial im Rahmen einer Kooperation kostenlos zur Verfügung gestellt von Shutterstock.

Ein ungemein wichtiger Punkt, der sowohl beim Ausdruck als auch beim Anerkennen von Emotionen zum Tragen kommt, ist die Verwendung – oder besser gesagt Nicht-Verwendung – des Wörtchens »aber«.

Emotionen direkt ansprechen - Teil 3: Das Wörtchen


Hier schreibt für Sie: Markus Hornung ist Berater und Redner zum Thema Emotionale Intelligenz. Profil

Vom Autor:

Best of HR - Berufebilder

Kaufen



Mehr Wissen? Diesen Text herunterladen oder eKurs zum Thema buchen. Insider-News per Newsletter oder für Mitglieder!

Das Wörtchen "Aber"

Zur Übersicht

Was mich in meinen Seminaren immer wieder fasziniert, ist, wie sehr wir auf die Verwendung dieses unscheinbar klingenden Wörtchens gedrillt sind:

  • »Herr Hornung, ich kann gut verstehen, dass Sie sauer sind, aber dafür kann ich nun wirklich nichts!«
  • »Schatz! Ich liebe dich, aber wir müssen reden!«
  • »Frau Meier, ich bin mit Ihren Leistungen mehr als zufrieden, aber es gibt da einige Dinge, die ich mir etwas anders wünschen würde!«
  • »Markus, du bist echt ein feiner Kerl, aber dein Zimmer sieht mal wieder aus wie die Sau!«

Adversativ oder Relativ?

Zur Übersicht

Sie spüren schon, die Liste der Sätze, in denen das »aber« sich einschleicht, ließe sich unendlich verlängern. Es ist einfach inflationär und schlampig, wie wir das arme kleine Wörtchen »aber« verwenden.

Sprache soll der Verständigung dienen, und wenn wir für alles und jedes »aber« verwenden, dann werden wir leicht falsch verstanden. Vielleicht tut an dieser Stelle ein Blick in die deutsche Grammatik gut und kann weiterhelfen. Das »Aber« ist eine Konjunktion, die in unserer Sprache in zwei Bedeutungen verwendet werden kann:

  1. adversativ (also das Gegenteil des eben Gesagten darstellend)
  2. relativ (also das eben Gesagte relativierend).

"Und" statt "Aber"

Zur Übersicht

Beides ist schön und gut und in vielen Fällen sogar gewünscht und in der emotionalen Kommunikation sind beide nicht hilfreich. Wir möchten weder adversativ noch relativierend verstanden werden. Wir möchten erkennen, dass genau das verstanden wird, was er sendet. Das bedeutet, dass wir fast immer allergisch auf das »Aber« reagieren werden.


Tipp: Mehr zum Thema - hier den Text herunterladen oder einen eKurs zum Thema buchen. Insider-News per Newsletter oder für Mitglieder!

Es gibt zum Glück in der deutschen Sprache eine andere Konjunktion, die dafür da ist, gleich geltende Sätze nebeneinanderzustellen. Sie ist viel besser geeignet, Jack wissen zu lassen, dass wir seine Emotionen aufrichtig verstehen und anerkennen. Es ist – Sie haben es längst erraten – das Wort »und«.

Zwei Aussagen statt Konjunktion

Zur Übersicht

Besonders wirkungsvoll wird die ganze Sache, wenn Sie auch das »und« weglassen, stattdessen einen Punkt machen und einfach zwei Aussagen auch in zwei Sätze packen, statt alles in einem Satz mitzuteilen.

Unser Gehirn ist ausgesprochen gut geschult und entsprechend sensibel im Hinhören. Es erkennt und spürt den Unterschied sofort. Machen Sie hierzu ein Experiment und lassen Sie die drei folgenden Sätze in Ruhe auf sich wirken:

  • »Ich sehe du bist sauer, aber da kann man nichts machen!«
  • »Ich sehe du bist sauer und da kann man nichts machen!«
  • »Ich sehe du bist sauer. Da kann man leider nichts machen.«

Die Änderung in Unterbewusstsein

Zur Übersicht

Der Unterschied erscheint zunächst nicht dramatisch und fällt kaum auf. Doch wenn Sie die Worte auf sich wirken lassen, wenn Sie genauer beim Sprechen der drei Varianten hinhören, dann bemerken Sie, dass sich auf ganz subtile Weise etwas ändert. Spüren Sie, wie mit jedem Satz die Anerkennung des Ärgers deutlicher und glaubhafter wird?

Oder wie wäre es, beim Ausdruck der Emotion Freude ab sofort auf das Wörtchen »aber« zu verzichten:

  • »Ich freue mich tierisch über den zweiten Platz, aber Markus hat den ersten nicht verdient.«
  • »Ich freue mich tierisch über den zweiten Platz und Markus hat den ersten nicht verdient.«
  • »Ich freue mich tierisch über den zweiten Platz. Markus hat den ersten nicht verdient.«

Positive Aussagen nicht mit "Aber" relativieren

Zur Übersicht

Hier ist der Unterschied insbesondere beim dritten Beispiel, in dem die beiden Aussagen in jeweils eigenen Sätzen formuliert werden, schon deutlich erkennbar. Je isolierter die emotionale Aussage oder Anerkennung gestellt wird, je weniger sie relativiert wird, umso eher erkennt unser Gegenüber, dass sie ernst gemeint ist.


Tipp: Mehr zum Thema - hier den Text herunterladen oder einen eKurs zum Thema buchen. Insider-News per Newsletter oder für Mitglieder!

Für das wichtige Anerkennen von Emotionen bedeutet das: Es gibt die Rückkopplung »Das Signal ist angekommen und wurde verstanden«, was für Jack bedeutet, dass das Signal nun abgeschaltet werden kann!

Mehr Wissen - eKurse, Text-Download oder persönliche Beratung

Zur Übersicht

Offline-Download: Diesen Text 24 Stunden lang als PDF herunterladen oder ausdrucken - ausschließlich zum Lesen! Dazu einfach nach dem Kauf die Seite aktualisieren. Oder als Premium-Mitglied 1 Jahr lang alle Texte & eKurse gratis herunterladen:

1,67  zzgl. MwStJetzt buchen



eKurs on Demand: Stellen Sie sich Ihren persönlichen E-Kurs zusammen. Oder buchen Sie einen eMail-Kurs - inklusive Betreuung & Zertifikat.

8,98  zzgl. MwStJetzt buchen



eBook on Demad von uns zusammengestellt: Wir stellen für Sie Ihr persönliches eBook aus bis zu 12 Texten Ihrer Wahl zusammen. Oder buchen Sie einen eMail-Kurs - inklusive Betreuung & Zertifikat.

18,98  zzgl. MwStJetzt buchen



Berater-Pakete: Sie wollen Ihre Reichweite erhöhen oder als Arbeitgber Bewerber ansprechen? Für diese und weitere Themen bieten wir spezielle Berater-Pakete (Übersicht) - zum Beispiel ein persönliches Telefonat (Preis gilt pro Stunde).

149,00  zzgl. MwStJetzt buchen

berufebilder

Sie wollen hier kommentieren? Bitte die Debatten-Regeln einhalten, Beiträge müssen freigeschaltet werden. Ihre eMail-Adresse bleibt geheim. Mehr Informationen zur Verwendung Ihrer Daten und wie Sie dieser widersprechen können, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

  1. Debatte zu diesem Beitrag folgen
  2. Allen Debatten folgen
  3. Debatten per eMail abonnieren (Link hier eintragen!)
  1. KompetenzPartner

    Emotionen direkt ansprechen – Teil 3: Das Wörtchen “Aber” von Markus Hornung: Ein ungemein wic... - Empfehlenswerter Beitrag u5hGdJBqOX #Beruf #Bildung

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ja, ich möchte regelmäßig über die neusten Aktionen & Angebote per Newsletter informiert werden.

Hiermit akzeptiere ich die Debatten-Regeln und die Datenschutzbedingungen mit der Möglichkeit, der Verwendung meiner Daten jederzeit zu widersprechen.